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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Probleme mit Hohlkrone 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Probleme mit Hohlkrone  (Gelesen 5044 mal)
dawn
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Verweilen heißt Staunen.


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« am: 01. März 2003, 19:59:30 »

Ich habe eine vor 3 Jahren im März wurzelnackt gepflanzte Marille (Aprikose), die schon in der Baumschule als Hohlkrone geschnitten worden ist. Im ersten Jahr habe ich sie einfach so wachsen lassen, wie sie geschnitten worden ist, also nicht formiert. Gewachsen ist sie allerdings sehr wenig bis gar nicht (hatte auch die Schrotschußkrankheit).
Ich habe daraufhin nur formiert, also die Leitäste auf ca. 60° gestellt und wie mir empfohlen worden war, nur die Endknospen ausgeknipst, so dass an jedem Ast eine endständige nach außen zeigende Knospe blieb, Saftwaage hab ich beachtet.
Letztes Standjahr ist das Bäumchen dann auch endlich gewachsen, nur leider nicht ganz so wie erwartet. An 2 Leitästen hat sich eine Verlängerung gebildet, an einem nur ein "verhungertes" Asterl, ziemlich knorrig schaut es aus, und am vierten hat sich an der Triebspitze auch nur so ein schwaches Ästchen gebildet, zudem allerdings am Hauptast relativ nahe an der Spitze 2 gleich kräftige lange Äste im rechten Winkel dazu (beide auf selber Höhe). Ca. 15 cm dahinter hat sich an der Astunterseite ein ebenfalls relativ kräftiger langtriebiger Ast gebildet.
Meine Frage betrifft nun v.a. den letzten Leitast. Soll ich "nur" die 2 oder gleich alle 3 kräftigen Seitenäste wegschneiden, oder soll ich den Leitast gleich bis zum nach unten weggehenden Seitenast wegschneiden und diesen als Triebverlängerung für den Leitast nehmen?Huch Oder gibt es eine andere Möglichkeit???
Und wie kann ich den oben genannten dritten Ast zu einer stärkeren Verlängerung anregen?Huch

Ich hoffe, ich war jetzt nicht zu verwirrend!!!

Danke jedenfalls für alle Ideen!!!

Dawn
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dawn
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« Antworten #1 am: 02. März 2003, 15:32:40 »

So, wir haben jetzt ein hoffentlich brauchbares Foto gemacht. Der Leitast, der nach links im Foto steht, ist der, wo ich mich frage, ob ich den Ast, der unten wegwächst, zum neuen Leitast werden lassen soll, also alles darüber wegkappen soll, oder was auch immer, wie soll ich vorgehen???

Und der Leitast, der im Bild nach hinten steht, stellt mich vor noch größere Rätsel. Da sind drei kräftige Äste, die 2 nach rechts weggehen und einer nach links, davon eben 2 unmittelbar vor der Minikrüppel-Leitastverlängerung.



Ich hoffe, ich konnte mich nun verständlicher machen?

Danke!!!

Dawn
« Letzte Änderung: 02. März 2003, 15:33:38 von dawn » Gespeichert
peterr
Gast
« Antworten #2 am: 02. März 2003, 20:06:29 »

Hey Dawn, wo ist der Stützpfahl?

Aprikose ist robust. Wenn aber ein neugepflanztes Bäumchen keine Krücke erhält, der Standort nicht optimal ist (zu kalt, zu nass, verdichteter Boden...), Wühlmäuse Schändliches treiben, beim Pflanzen zu viel und falsch gedüngt wird, der Wurzelballen beim Transport austrocknete oder der Wurzelschnitt vergessen wurde, wenn man das Einschlämmen vergass und den Stammschutz oder sich gar beim Erwerb schon mit Rindenbrand- oder Bleiglanzerregern eindeckte... dann hat man möglicherweise dennoch ein Problem.

Dass man alles richtig macht und der Baum so zögerlich loslegt, ist trotzdem noch im grünen Bereich.

Im dritten Standjahr nimmt man üblicherweise nochmal vom letztjährigen Zuwachs etwa gut die Hälfte weg, im Frühjahr, wenn keine grossen Fröste mehr zu erwarten sind. Möglich, dass ein Nachschnitt im Sommer erforderlich wird. Pinzieren ist bei Aprikose nicht verkehrt.
Du hast dich für Hohlkrone entschieden. Der Pflanzschnitt ist richtig erfolgt. Das Bäumchen sieht auf dem Foto nicht unbedingt krank aus. Um ein Zweiglein hin oder her, braucht bei der starkwüchsigen Aprikose nicht diskutiert zu werden, wenn das Gerüst stimmt. Mikrochirurgisches Schnippel ist kontraproduktiv.
Wenn du jetzt noch einen Stützpfahl anbringen möchtest: zwei schräge Pfähle, ausserhalb des Wurzelbereiches versenkt, sind besser als stammnahe Wurzelspaltversuche.

Viel Glück!
peterr  
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dawn
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« Antworten #3 am: 02. März 2003, 21:19:24 »

Hallo Peter!

Den Stützpfahl haben wir heuer mitten im Winter (in einer frostfeien Phase, im Dezember glaub ich) entfernt, weil er fast durchgefault war! In der Baumschule war uns gesagt worden, dass das Bäumchen ihn sowieso nur ein Jahr braucht? Es hatte ihn immerhin knappe 2 Jahre....

Beim Pflanzen haben wir ein doppelt so tiefes und breites Loch gegraben, den schweren Boden mit Humus aufgewertet, den Stützstab eingeschlagen, den Baum dazugebunden (so, dass er ja nicht am Stab gewetzt hat!), Erde drauf, eingeschlämmt. Im ersten Jahr nicht gedüngt, im zweiten mit Hornspänen. In diesem Garten haben Marillen immer gut gediehen (dies ist die Dritte) und reiche Frucht gebracht.

Nein, sie hat im letzten Jahr auch auf mich Laien keinen kranken Eindruck gemacht, sie hatte super losgelegt (halt erst im 2 Jahr), doch teilweise anders als ich es mir erwartet hatte, eben die Leitastverlängerungen sind bei 2 von den Leitästen sehr mikrig erfolgt. Meine Frage: Wie kann ich das fördern (meine Bedenken sind auch, dass der Baum "einseitig" wird!!)? oder soll ich das jetzt einfach so lassen und eben wie du schriebst, nur den letztjährigen Wuchs zu Hälfte wegnehmen, also auch bei den Miniästen???
Nein, ich will auch keine Schnippelei machen, sondern dem Baum den Schnitt zuteil werden lassen, damit er ein gutes stabiles Gerüst hat.

Nach deinem Posting weiß ich leider genauso viel wie vorher *seufz*
Was meinst du? Soll ich bei dem einen Leitast (der in Richtung Tuch wächst) die starken Seitenäste lassen oder wegschneiden?Huch Und die Leitastverlängerung nur pinzieren??? Und beim linken?? Wie könnte ich da vorgehen? Nur alle Seitenäste "halbieren" und die Leitastverlängerung pinzieren?Huch?

Fragen über Fragen...........

Danke!!

Dawn
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peterr
Gast
« Antworten #4 am: 03. März 2003, 09:41:36 »

Hallo Dawn, nicht so ängstlich!

Es gibt immer mehrere Möglichkeiten des Schnittes.

Man kann die angesprochene Leitastverlängerung herausnehmen, dann werden sich die beiden Seitenäste gleichmässig weiterentwickeln.

Man kann die beiden Seitenäste herausnehmen, dann wird die Leitastverlängerung wieder begünstigt. Es wird aber vermutlich an den Schnittstellen zu starkem Neuaustrieb kommen, der im Spätsommer zu entfernen wäre.

Man kann die Seitenäste stark einkürzen, im nächsten Sommer die entstandenen Triebe zweiter Ordnung auf ein paar Blätter einkürzen und diese im selben Herbst auf drei Augen zurückschneiden, so erhält man Fruchtholz. Die Verlängerung könnte aber eintrocknen.

Ich persönlich würde gar nicht mehr viel machen: die nach innen stehenden Zweige abschneiden,  von dem unverzweigten letztjährigen Zuwachs 1/3 entfernen, Auge nach aussen, und das Laken bügeln!

Wenn ein Baum im ersten Jahr gut anwächst und dann erst mickert, kann die Ursache sein: zu tief gesetzt, Trockenheit, Wühlmäuse...

Für Baumschnitt gibt es eine Vielzahl guter Literatur. Gut find ich immer noch: David Joyce: das grosse Buch vom Pflanzenschneiden, Otto Meier. Nicht nur für Obst, auch für Exoten. Mit didaktisch guten Abbildungen. Alles nachvollziehbar. Gibts das noch?
Nur für Obstbäume und den schmalen Geldbeutel: Martin Stangl Obstbäume schneiden und veredeln, BLV.

peterr

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dawn
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Verweilen heißt Staunen.


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« Antworten #5 am: 03. März 2003, 10:13:11 »

Laken ist mittlerweile schon gebügelt, du kommst zu spät  Grinsend

Du hast recht, in jenem Sommer wars hier ziemlich heiß und trocken, hab zwar regelmäßig gegossen, aber scheinbar doch noch zu wenig (zweimal die Woche den Baum ordentlich gewässert)
Dass die Leitastverlängerung abstirbt ist mir zu riskant Zwinkernd , also werd ich deinen anderen Tipp ausführen - DANKE!

Buch hab ich zwar schon eins: Obstbaumschnitt (Heiner Schmid), aber irgendwie bin ich damit in diesem Fall nicht richtig weitergekommen, genauso wenig wie er mir dzt. beim Schneiden meiner beiden Pfirsichbüsche hilft, aber das ist ein anderes Kapitel - die stehen nämlich noch immer ungeschnitten da, hab sie aber auch erst als Containerware Ende Mai letzten Jahres gepflanzt, und da sollte ich sie lt. Baumschule nicht mehr schneiden. Werd mir bei der nächsten Gelegenheit die von dir vorgeschlagenen Bücher vornehmen und ansehen, und evtl. das eine oder andere kaufen, mal sehen.....

Danke nochmal!!!

Dawn
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Amur
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« Antworten #6 am: 03. März 2003, 10:45:14 »

Na  bei einem Bäumchen der Größe brauchst du noch nicht ängstlich sein. Da läßt sich noch fast alles machen.
Das im ersten Jahr noch nicht viel geht ist, ist normal.

Wenn die Kümmerspitze nicht will, dann nimm einen der Reiter, die bereits ein bischen nach aussen gehen als Verlängerung (auf dem Bild sieht man ja einen, der bereits recht flach abgeht) kappe die anderen Reiter und stutze die vorwüchsigen anderen Leitäste zurück, damit die Saftwaage wieder paßt. Schneide den Reiter auf das nächste äußere Auge und wenn er im Sommer immer noch zu steil sein sollte, dann beschwere ihn mit einem Stein. Wobei ich nicht glaube, daß es nötig ist. Gerade bei den Marillen sieht man ja mehr Kronen die eher zu sehr in die Breite denn in die Höhe gehen. Und der Reiter den ich meine, der wäre  mir bei einem Bäumchen dieser Größe schon zu flach.  Deshalb würde ich auch nicht den unteren Ast nehmen. Der ist jetzt schon fast waagrecht und wird später das Gewicht des Holzes, Laubs und Früchte nicht tragen können.

mfg


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