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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Stämme kalken? 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Stämme kalken?  (Gelesen 9369 mal)
Anette
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« am: 27. Februar 2003, 13:00:25 »

Hallo in die Runde,

ist es wirklich sinnvoll die Stämme von Bäumen  anzustreichen?

Wir haben eine schöne Obstwiese mit ca. 80 verschiedenen Obst und Nußbäumen angepflanzt.
Ich finde es sieht so häßlich aus wenn alle einen weißen Stamm haben.
Also ist es wirklich nützlich?

Vielen Dank
Anette
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hyperion
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hyperion
Deus sive natura


« Antworten #1 am: 27. Februar 2003, 19:48:30 »

Hallo Anette,

das kommt drauf an, wie wichtig es Dir ist, Frostrisse zu vermeiden. Hängt natürlich auch davon ab, in welchem Klima die Bäume stehen.
Bei mir ist es z.B. im Moment grade wunderbarste Sonne, am Boden liegt aber noch 30 cm schöner weißer Schnee, der die Sonne noch zusätzlich auf die Baumstämme zurückflektiert, und in der Nacht wird es schon noch recht kalt. Deswegen sind die Bäume diesen Winter auch zum ersten Mal weiß angestrichen, ich finde es auch nicht schön, aber ohne hatte ich im letzten Winter wirklich beachtliche Risse.
Du könntest mit einer Schilfrohrmatte vielleicht einen ähnlichen Effekt erzielen, das habe ich aber selbst noch nicht ausprobiert.

Viele Grüße
hyperion
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Oberbayern, Klimazone 5-6, 800m, 1800mm
Günther
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« Antworten #2 am: 27. Februar 2003, 20:47:53 »

Es MUSS nicht Kalk sein, es ist halt der billigste weiße Anstrich. Mit mehr Arbeit und mehr Geld kann man auch z.B. weißes Gartenvlies herumwickeln und fixieren. Sobald es richtig Frühling und ausreichend warm ist, gibt man's wieder weg.
Soll die übermäßige Erwärmung der Rinde durch die direkte Sonne verhindern.
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olaf
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WWW
« Antworten #3 am: 28. Februar 2003, 14:11:06 »

Am Stamm hilft auch ein breites Brett, dass an der  Süd-Ost  Seite gestellt wird. Die Probleme treten meistens erst auf, nachdem der Saft in die Äste und den Stamm gestiegen ist und es dann richtig kalt wird (Nachts -20° C unter kälter) und tagsüber die Sonne scheint. Dieses Jahr glaube ich, war es bislang noch nicht warm genug.

Schöne Grüße,
Olaf.


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Anette
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« Antworten #4 am: 01. März 2003, 20:24:45 »

Vielen Dank für eure Antworten.

Es bleibt also doch nur das anstreichen. Alle anderen Vorschläge sind zu aufwendig.

Olaf - gibt es wirklich nur Schäden wenn die Bäume im Saft stehen und dann die Temperaturen bis auf -20 Grad gehen?
Dann dürfte es bei uns (ganz im Osten Brandenburgs) nie Frostschäden geben. Denn wenn die Bäume treiben, gibt es zwar Nachtfröste , aber kaum sooo kalt.

Ein schönes Wochenende, bei immer noch gefrorenem Boden!!
Anette
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olaf
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WWW
« Antworten #5 am: 03. März 2003, 01:14:21 »

Hallo Anette,
wenn der allgemeinzustand des Baumes schlecht ist (Krankheiten, geringe Wüchsigkeit, sehr hoher Fruchtbehang im Vorjahr u. ä.), können auch niedrigere Temperaturen zu "Frostschäden" führen. Auch zu starker Schnitt kann die Bäume frostempfindlicher machen.
Schöne Grüße,
Olaf.
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Habakuk
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« Antworten #6 am: 03. März 2003, 01:35:44 »

muß es weiße Kalkfarbe sein, geht braun oder bunt auch?
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Als die Mücke zum ersten Male den Löwen brüllen hörte, da sprach sie zur Henne: "Der summt aber komisch." "Summen ist gut", fand die Henne. "Sondern?", fragte die Mücke. "Er gackert", antwortete die Henne. "Aber das tut er allerdings komisch."
aus: A.Paula/T.Fritz (Hg.): Brücken zum Fremden
Günther
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« Antworten #7 am: 03. März 2003, 08:57:46 »

Es geht um die Reflexion der Sonnenstrahlung, also weiß (oder silbrig...).
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peterr
Gast
« Antworten #8 am: 03. März 2003, 09:09:06 »

Ein dunkler Stammanstrich wäre daneben, weil dieser die Strahlung absorbiert. Aber die Farbe weiss muss nicht sein. Hier nochmal mein bewährtes Rezept: Es ergibt einen hellcappucinofarbenen, wenig auffälligen Anstrich, der die Hitze reflektiert, desinfiziert, nährt, Ungeziefer abweist und lange hält:

Reichlich und gut abgelagerter, gelöschter Kalk
Etwa 30% Töpferton hellbraun
Abgelagerte Kälberkacke
Ein Schuss Schachtelhalmextrakt
Eine Prise Tapetenkleister
Wasser

Mit dem Bohrmaschinenrührwerk zu einer dicksahneartigen Konsistenz verrrühren und abschmecken.

peterr



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KarinL
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« Antworten #9 am: 03. März 2003, 10:42:27 »

Der weiße Anstrich hat noch mehr Vorteile als "nur" Frostschutz: Kaninchen mögen ihn nicht und lassen die gestrichenen Bäume in Ruhe (bei uns leider ein Riesenproblem), außerdem kontrolliert man nahezu automatisch Wintergelege von Schadinsekten und entfernt sie. Ich nehm eine Baumschutzbrühe von Neudorff, sieht auch nicht ganz so kalkig aus, ist aber hell.
Grüße Karin
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Hans
Gast
« Antworten #10 am: 03. März 2003, 15:27:18 »

Ausserdem führt ein Anstrich, ob weiß oder braun, ob gekauft oder selbst gerührt, dazu, dass die Vögel und Insekten im Winter keine eiweißreiche Nahrung in und hinter der Borke finden.  Ärgerlich

Bei jungen Obstbäumen genügen Bretter, die man an die Südseite der Stämme lehnt völlig aus. Bei älteren, gesunden Bäumen braucht man gar nichts zu machen.

Schöne Grüße
Hans

 
« Letzte Änderung: 04. März 2003, 15:35:07 von Hans » Gespeichert
Anette
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« Antworten #11 am: 03. März 2003, 15:31:50 »

Hallo Hans,

ich vertraue Deiner Meinung und höre auf zu streichen. Die Farbe hat sowieso nur für 20 Bäume gereicht. Die anderen bekommen Bretter!

Vieleicht kann ich ja einen Unterschied feststellen!

Gruß Anette
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peterr
Gast
« Antworten #12 am: 04. März 2003, 11:40:54 »

Hallo Hans,

nun bleib aber mal auf deinem naturfarbenen Kokosteppich!

Selbst wenn ich deinen komischen Satz richtig interpretiere, bleibt die Aussage falsch. Ich weiss nicht, in welch kläglichem Zustand sich deine Obstbäume befinden. Bei meinen, die auf Grund ihrer Jugend noch dankbar um einen Stammanstrich sind, findet ein Vogel weder IN noch HINTER der Borke etwas Eiweisshaltiges. AUF der Rinde gibts auch mit Stammanstrich für die Vogelwelt allerlei zu naschen...ausser nahrhaften Kaninchen.
Wenn die Vögel nicht genügend Nahrung finden in meiner grosszügigen Wildhecke, an allen anderen Gehölzen, den Stauden, Gräsern, Wasserstellen, wenn ihnen der Weg an den nahegelegenen Waldrand zu beschwerlich vorkommt und sie einen 200-Meterflug bergab in das Naturschutzgebiet der Innauen nicht mehr schaffen....dann müssen sie sterben, unsere possierlichen, gefiederten Freunde. So will es die Natur.

peterr

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Günther
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« Antworten #13 am: 04. März 2003, 11:53:57 »

Der Anstrich "verhindert, daß sie ... KEINE ... Nahrung finden", also....
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Iris
Gast
« Antworten #14 am: 04. März 2003, 12:28:45 »

Stimmt Günther, es hätte heissen müssen:
"Wéje der Farbe finde die Vöjel und Insekte keine eiweissreische Nahrung NET." (wer in diesem Satz einen einheitlichen Dialekt sucht, wird sich vergeblich bemühen - ich bin da leider (!) völlig inkompetent). Aber das kann man dem Hans als Nord- bis Mitteldeutschen (oder täusche ich mich?) ja nicht zum Vorwurf machen Zwinkernd.

Wer das zweifelhafte Glück wie ich hat, am Nordhang zu wohnen, muss sich über Wintersonne keine Gedanken machen. Und selbst wenn die Sonne sich zum Stamm meiner alten, morschen, "schlimmzuständigen" (nach Peterr-Norm) Kirschen aufmachen würde, so würde sie dort nicht viel (mehr Grinsend) anrichten können, sind diese ehrwürdigen Stämme doch mit einer wunderschönen Moosschicht geschützt Smiley.
Übrigens sucht der Star jetzt bei mir im Kirschbaum einen Nistplatz, nachdem mein Nachbar seine Uraltkirsche gefällt hat, in deren Stamm er seit Jahren genistet hat.

Liebe Grüsse,
Iris
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