Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
22. Oktober 2020, 11:42:58
Übersicht Hilfe Suche Galerie Einloggen Registrieren
News: Viele technische Fragen findest Du in unserer Forumshilfe beantwortet.
forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Die wilden Birnen 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
Seiten: [1] Nach unten Drucken
Autor Thema: Die wilden Birnen  (Gelesen 5670 mal)
gregor
*****
Offline Offline


« am: 21. Februar 2003, 19:09:36 »

Gemeinhin gilt die Holz-Birne (Pyrus pyraster) als Wildform der Haus- oder Kultur-Birne (P. communis), was aber nicht ganz richtig ist. Die bedornte Art wächst zerstreut bis selten in sehr unterschiedlichen lichten Wäldern und Gebüschen vom Tiefland bis in die obere Bergstufe. Im Wiener Raum ist sie allerdings recht häufig. Sogar in die Hartholz-Auen dringt sie vor. Ihre Früchte sind kugelig und gelbgrün, die Blätter fast kreisförmig und unterseits kahl. Nur an trocken-heißen Standorten gibt es Formen mit ovaleren, jung oft auch oberseits, alt nurmehr unterseits an den Nerven behaarten Blättern, die Achras-Birnen (P. pyraster var. achras). Die Wuchsform kann strauch- oder baumförmig sein, die Höhe bis 20 m betragen.
Die eher westeuropäische, wärmeliebende, in Österreich nur selten in Wien und im pannonischen Niederösterreich vorkommende Salbeiblättrige Birne (P. salviifolia) ist vermutlich eine weitere Elternart der Most- und vielleicht auch der Tafel-Birnen. Da auch die Art selbst als Obstgehölz verwendet wurde, ist nicht sicher, ob sie bei uns ursprünglich heimisch oder eingebürgert ist. Sorten der Art sind ‘Welsche Bratbirne’, ‘Wolfsbirne’ oder ‘Sirninger Mostbirne’. Diese Art gehört wie alle folgenden zur Gruppe von Birnen mit länglichen, unterseits behaarten Blättern. Diese sind die schmalsten der heimischen Arten - maximal 3,5 cm breit und bis 7 cm lang. Außerdem sind die Blätter ganzrandig. Die Frucht ist typisch birnförmig, oft rötlich überlaufen, die Zweige sind meist dornig.
Ähnlich und genauso selten ist die im südlichen Niederösterreich und in der Steiermark heimische Österreichische Birne (P. austriaca) mit schwarzen, dornenlosen Zweigen und 3 - 5 cm breiten, zur Spitze hin gesägten Blättern. Als Mostobst wie als Pfropfunterlage wird die Art auch genutzt. Sie entstand vermutlich als Kreuzung der Schnee- oder Leder-Birne (P. nivalis). Es ist unklar, wer der zweiten Partner ist (vermutlich Holz-Birne) und ob sie in der Natur entstand oder in Kultur und dann eingebürgert wurde.
Die schon angesprochene Leder-Birne ist die seltenste Art. Zwar kommt sie an sonnig-trockenen Standorten der gesamten Osthälfte Österreichs (ab Oberösterreich und Steiermark) vor, doch ist sie stark gefährdet. Allerdings kommt sie bis Kleinasien vor. Auch diese, der Österreich-Birne ähnliche Art, könnte eine Stammform der Haus-Birne sein. Sie findet als Pfropfunterlage Verwendung. Von allen anderen heimischen Wildarten ist sie durch gelbgrüne, rotgefleckte, fast kugelige Früchte und auch oberseits schwach behaarte Blätter sowie einen am Grund dicht behaarten Griffel unterschieden.
Die Haus-Birne stammt wohl im wesentlichen von der Persischen Birne (P. persica), der griechisch-kleinasiatischen Herzblättrigen Birne (P. cordata) ab. P. pyraster und andere spielen eine geringere Rolle, vor allem aber in den Gegenden ihres natürlichen Verbreitungsgebietes. P. pyraster ist vor allem an Mostobst beteiligt.
Eine weitere kultivierte Birnen-Art ist die ostasiatische Sand-Birne (P. pyrifolia), deren Kulturformen Nashi (P. pyrifolia var. culta) genannt werden und deren Sorten ‘Hosui’ und ‘Kumoi’ bei uns selten kultiviert werden.
Gespeichert

d'Ehre
Grischa
Habakuk
*****
Offline Offline


Jeder Tag ist ein Geschenk !


« Antworten #1 am: 03. März 2003, 01:38:29 »

bekommt man von solchen wilden Birnen auch irgendwo Stecklinge oder Bäumchen?
Gespeichert

Als die Mücke zum ersten Male den Löwen brüllen hörte, da sprach sie zur Henne: "Der summt aber komisch." "Summen ist gut", fand die Henne. "Sondern?", fragte die Mücke. "Er gackert", antwortete die Henne. "Aber das tut er allerdings komisch."
aus: A.Paula/T.Fritz (Hg.): Brücken zum Fremden
gregor
*****
Offline Offline


« Antworten #2 am: 03. März 2003, 18:32:50 »

Leider nein. Was unter Wildbirne rennt sind fast immer Wildlinge von P. communis. Selten ist über die Regionale Gehölzvermehrung (z.B. Niederösterreichische Landesregierung) P. pyraster erhältlich.
Gespeichert

d'Ehre
Grischa
Günther
*****
Offline Offline


Ich liebe dieses Forum!


« Antworten #3 am: 03. März 2003, 18:41:49 »

Und der angesprochene wiener Raum: Gibts laiensichere (um nicht zu sagen deppensichere) Kriterien, um so einen Baum in freier Natur zu erkennen?
Schlimmstenfalls fällt dort ein Asterl herunter, auch sollten diese Dinger doch echt aus Samen fallen.
Gespeichert
gregor
*****
Offline Offline


« Antworten #4 am: 03. März 2003, 19:17:10 »

Die Früchte sind leicht erkennbar, weil bei allen Wildarten <5 cm lang und hart.
P. pyraster hat fast kreisrunde, unterseits kahle Laubblätter (2,5–7 x 2–5 cm) und fast kugelige, meist gelbgrüne, harte, 1,5–3,5 cm breite Früchte.
P. communis hat eiförmiges, unterseits meist kahles Laub (5–8 x 3,5–5,5 cm) und birnförmige, meist saftige, 6-16 cm lange und 4–12 cm breite Früchte unterschiedlicher Färbung.
P. nivalis  hat länglich-eiförmiges, oberseits schwach und unterseits dicht flaumig behaartes Laub (5–9 x 3–4 cm) und fast kugelige, gelbgrüne, harte, 3–4 (5) cm breite Früchte mit roten Flecken.
P. austriaca  hat länglich-eiförmiges, oberseits kahles und unterseits gelbgraufilziges, zur Spitze hin gesägtes Laub (6–9 x 3–5 cm) und fast kugelige bis eiförmige, harte, 2,5–5 cm lange und 2–4 cm breite Früchte.
P. salviifolia  hat länglich-eiförmiges, oberseits kahles und unterseits graufilziges, ganzrandiges Laub (4–7 x 2–3,5 cm) und birnförmige, harte, 3,5–5 cm lange Früchte.
Gespeichert

d'Ehre
Grischa
Giuseppe
Moderatoren
*****
Offline Offline

Giuseppes Fotoalbum
Zone 6, Naturraum 60, 470m ü. NN


WWW
« Antworten #5 am: 05. März 2003, 00:35:45 »

gregor,

so wie ich mich an das Laub meiner Wildbirne erinnern kann, könnte es P. pyraster sein. Ich werde mit Deinen Beschreibungen im Sommer mal hinausgehen und es mir genau ansehen. Für Früchte ist mein Sträuchlein noch zu jung, da muss es noch ein wenig wachsen.

Giuseppe S.
Gespeichert

Mithilfe von Stereotypen können sich Voreingenommene das Dazulernen ersparen
gregor
*****
Offline Offline


« Antworten #6 am: 06. März 2003, 21:47:36 »

Wenn ich mich recht erinnere bist Du ja in deutschen Landen zuhause Zwinkernd
Damit kanns eh nur P. pyraster sein, wenns eine echte Wildbirne is.
Gespeichert

d'Ehre
Grischa
Kate
****
Offline Offline

Kate
Jeck loss Jeck sin.....


WWW
« Antworten #7 am: 06. März 2003, 22:49:55 »

Und wo haste das Sträuchlein her, Guiseppe?  Grinsend
Du weißt doch, die Beschreibungen von Gregor lösen immer solche "brauch ich dringend auch..." Anfälle aus....  Augen rollen
Kate
Gespeichert

Regensburg, Klimazone 6b, 371 m ü. N.N.
Giuseppe
Moderatoren
*****
Offline Offline

Giuseppes Fotoalbum
Zone 6, Naturraum 60, 470m ü. NN


WWW
« Antworten #8 am: 07. März 2003, 02:47:37 »

Kate,

das Sträuchlein stammt von der Gärtnerei naturwuchs, aber das gibt es bestimmt nicht nur da.

Giuseppe S.
Gespeichert

Mithilfe von Stereotypen können sich Voreingenommene das Dazulernen ersparen
G. Stiegert
Gast
« Antworten #9 am: 02. Juli 2003, 18:33:42 »

Ich suche eine weidenblättrige Birne (Pyrus salicifolia)?
Kann mir vielleicht jemand helfen - eine Quelle nennen?
Danke!

Golo Stiegert
Gespeichert
Seiten: [1] Nach oben Drucken 
forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Die wilden Birnen « vorheriges nächstes »
Gehe zu:  


Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Impressum | Netiquette | Nutzungsbedingungen | Hilfe
Inhalte (Fotos, Texte...) unterliegen seit 02.09.2006 der Creative Common License

Powered by SMF 1.1.21 | SMF © 2006, Simple Machines