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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Apfelsorten: 'Gewürzluiken' 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Apfelsorten: 'Gewürzluiken'  (Gelesen 11555 mal)
Walther
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Walther

« am: 14. November 2008, 17:02:39 »

Ein ausgesprochen hübsch gefärbter Apfel ist der 'Gewürzluiken'

GewürzluikenIMG_2221


GewürzluikenIMG_3116   GewürzluikenIMG_3126

GewürzluikenIMG_3127   GewürzluikenIMG_3133

Weißes Fruchtfleisch und dominierende Süße sind bei der ersten Ansprache des 'Gewürzluiken'zu nennen. Weiterhin ist er fest und knackig, feinsäuerlich und saftig. 

Wenn man wegen des Namens im würzigen Aroma nach Gewürzen sucht, glaubt man durchaus angedeutete Noten von Nelke oder Piment zu schmecken.

LG
Walther

LG
« Letzte Änderung: 25. Dezember 2012, 21:56:29 von Walther » Gespeichert
dreichl
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dreichl
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« Antworten #1 am: 18. November 2008, 20:58:16 »

Weißes Fruchtfleisch und dominierende Süße sind bei der ersten Ansprache des 'Gewürzluiken'zu nennen. Weiterhin ist er fest und knackig, feinsäuerlich und saftig. 

Das mit der dominierenden Süße würde ich so nicht unterstreichen, feinsäuerlich und herb schon eher und je nach Jahrgang ein deutliches und sehr eigenes Aroma.

Gruß,
Dieter
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Walther
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Walther

« Antworten #2 am: 19. November 2008, 14:52:58 »

Hallo Dieter,

das was Du da schreibst, klingt für den Namen 'Gewürzluiken' auch logisch. Danke. Da hatte ich wohl einen 'Ausreißer' - was den Geschmack betrifft -.

Mit dominierender Süße meinte ich eher die Abwesenheit des Geschmacks, den Du beschreibst.  Gut, dass Du darauf hinweist! 

Noch eine Frage, da Du den Apfel auch kennst:  ist denn die Abbildung passend oder habe ich möglicherweise was verwechselt?

LG
Walther
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dreichl
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dreichl
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« Antworten #3 am: 21. November 2008, 20:17:23 »

Hallo Walther,

die Bilder stimmen recht gut überein, sonst hätte ich vielleicht zuerst einmal an unseren Gewürzluiken gezweifelt. Bin aber kein direkter Apfelkenner, leider.

Die deutlichen Unterschiede im Geschmack können aber schon sein, ich meine mich zu erinnern, dass der Jahrgang 2006 sich sehr deutlich vom diesjährigen unterscheidet, vom gleichen Baum. Da war, meine ich, deutlich mehr Eigengeschmack zu erkennen. Dieses Jahr ist es nicht so ausgeprägt.

Gruß,
Dieter
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Walther
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Walther

« Antworten #4 am: 16. März 2009, 15:56:03 »




Name:
Gewürzluikenapfel
I..............................
weitere Namen
auch: Luikenapfel, Ludwigsapfel (Mühl),
auch: Gewürzluike, Gewürzluikenapfel aber: Verwechslersorte: ‘Luikenapfel’. (www.ulmer.de)
I..............................
Herkunft:
vermutlich aus Sulzgries, Württemberg, 1794 erstmals beschrieben (Mühl)
Zufallssämling, seit etwa 1885 von Nordwürttemberg aus verbreitet (www.ulmer.de)
I..............................
Frucht:
mittelgroß; kurzer dicker Stiel; glatt, vereinzelt charakteristische Warzen; leicht wachsig; aromatisch mit kräftigem Duft. (Mühl)
gelbliche Grundfarbe, Fruchtfleisch weiß, saftig, weinsäuerlich, würzig (BdB-Handbuch)
Deckfarbe in der Regel verwaschen mit dunkelroten bis burgunderroten Streifen, etwas blaustichig;  Lentizellen vereinzelt als Rostpunkte sichtbar; derb. (www.apfel.ch)
schmeckt angenehm säuerlich-würzig und erfrischend, hohes Zucker-Säure-Verhältnis (www.spezialitaeten-baden-wuerttemberg.de)
zimtfarbig berostete Stielgrube, feste Frucht mit harter, beim Verzehr störender Schale. Fleisch in Schalennähe teils rot geädert. (www.ulmer.de)
I..............................
Verwendung:
begrenzt als Tafelsorte, mehr Wirtschaftssorte, sehr guter Mostapfel (Mühl)
I..............................
Reifezeit:
ab Ende September so spät wie möglich, vier Monate lagerbar. (Mühl)
Mitte bis Ende Oktober, genussreif ab Dezember, lagerfähig bis Februar (BdB-Handbuch)
spätreifende Winteräpfel, die aus dem Naturlager bis Februar und März verbrauchsfähig sind. (www.apfel.ch)
Lagerung ideal bei 0 bis + 4°C in feuchtem und luftigen Keller auf Holz (www.spezialitaeten-baden-wuerttemberg.de)
I..............................
Anfälligkeiten:
Schalenbräune bei Überlagerung (www.spezialitaeten-baden-wuerttemberg.de)
im Holz vollkommen frostfest (Mühl)
stark für Feuerbrand, kaum Schorf und Mehltau, Krebs auf nassen Böden möglich (Mühl)
schorfanfällig, wenig frosthart (BdB-Handbuch)
Spitzendürre, da ausreichende Holzreife vor Winterbeginn nur bei günstigen Wärmeverhältnissen erzielt wird. Daneben häufig auch Spitzenbrand durch das Zusammenwirken von Triebschorf, Obstbaumkrebs und Gloeosporium-Fruchtfäule. (www.apfel.ch)
I..............................
Befruchtung:
Blüte sehr spät, lange anhaltend, nicht witterungsempfindlich. Guter Pollenspender (Mühl)
Die Blüten sind im allgemeinen wenig frostempfindlich. (www.apfel.ch)
Blütenblätter höchstens mittelgroß und mit viel Rosa. (www.ulmer.de)
Die besten Befruchtersorten: Gloster, Goldparmäne, Ingrid Marie, weisser Winterglockenapfel. (www.gartencenter-shop24.de)
I..............................
Ertrag:
mittelfrüh, regelmäßig, standortabhängig (Mühl)
hoch bis sehr hoch (BdB-Handbuch)
in SW-Deutschland über 500m NN reifen oftmals die Früchte (grobzellig, "grasiger" Geschmack) nicht genügend aus. (www.apfel.ch)
I..............................
Standort:
nährstoffreich, geschützte Lage (Mühl)
Am besten gedeiht er auf sogenannten Weinbergsböden, Früchte sonst 'grasig' (www.spezialitaeten-baden-wuerttemberg.de)
in Württemberg in den weinbaulichen Randlagen, in Streuobstbaugebieten, in alten Hochstammpflanzungen und im Hausgarten angebaut (www.streuobstsortengarten-rlp.de)
Anbau ist noch in mittleren Höhenlagen möglich (Votteler)
I..............................
Wuchs:
später Laubaustrieb (Mühl)
breite, hohe, dichte und stak verzweigte Krone, gilt als einer der größten Apfelbäume (Mühl)
I..............................
Schnitt:
kann auch ohne Pflege sehr alt werden (Mühl)
Auslichten und das nicht Anschneiden der Langtriebe fördert die Bildung leistungsfähigen Fruchtholzes. (www.apfel.ch)
benötigt nur in den ersten Jahren Schnittmaßnahmen, Jungtriebe verästeln sich außergewöhnlich stark (Votteler)
An ein- und mehrjährigen Kurztrieben und endständig fruchttragend (Silbereisen)
I..............................
Veredelung:
mittelstarke (M4, M7) bis starke (M11, Sämling) Unterlagen empfehlenswert (BdB-Handbuch)
auf Sämling Ertrag erst nach 12-15 Jahren (Mühl)
I..............................
Sonstiges:
Es existieren verschiedene, schwer unterscheidbare Typen (Mühl)
Von 'Gewürzluiken' sind keine Typen bekannt. (www.apfel.ch)
Lokalsorte in sämtlichen Gegenden Baden-Württembergs und in ganz Süddeutschland (www.spezialitaeten-baden-wuerttemberg.de)
I..............................
Literatur:
(Bannier): Mühl, Alte und neue Apfelsorten, 5. Aufl.
BdB-Handbuch VI, Obstgehölze
Votteler: Verzeichnis der Apfel- und Birnensorten, München1993 (Votteler)
Silbereisen: Obstsortenatlas, Stuttgart1996 (Silbereisen)


LG
Walther
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JörgHSK
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« Antworten #5 am: 12. August 2010, 11:42:37 »

ich habe davon auch 4 etwa 20 jährige Jungbäume. Als dominierend süß würde ich den auch nicht bezeichnen. Aber der Apfel hat echt Qualitäten. Er wächst auch hier recht gut, am Möhnesee.
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thuja thujon
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« Antworten #6 am: 12. August 2010, 11:58:04 »

Der Geschmack soll vom Boden und Wetter/Wärme zur Reifezeit abhängig sein, bei einem flach/aromalos, beim anderen aromatisch.

Was ist der Unterschied zwischen Luiken und Gewürzluiken? Im Obstsortenatlas Silbereisen, Götz, Hartmann wird unterschieden, Internetrecherchen schmeißen alle in einen Topf.
Ich habe hier Okulate von einen mit rötlichem Schimmer unter der Schale, Fundort bei Bingen am Wegesrand. Am Kelch höckriger als auf den Fotos von Walther erkennbar.
« Letzte Änderung: 12. August 2010, 11:59:43 von thuja thujon » Gespeichert
Anne Rosmarin
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« Antworten #7 am: 12. August 2010, 14:02:13 »

Luikenapfel ist eher reif und kürzer haltbar.
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almonidi
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« Antworten #8 am: 13. August 2010, 22:23:40 »

Es gibt neben dem Luikenapfel und der Gewürzluike noch eine ganze Reihe anderer, meist lokaler, Luikenapfelsorten. Mir fallen spontan noch die Goldluiken, die Muskatellerluiken und die Reichenbacher Luiken ein.

Der Luikenapfel (auch Echte oder alte Luiken genannt) ist ein reiner Mostapfel. Er ist sehr rubust, starkwachsend und langlebig. Er wächst zu einer der größten Apfelbäume heran. Entstanden Ende 18. Jahrundert, vermutlich in Sulzgrieß bei Esslingen, benannt nach einem Weingärtner namens Luik. Er ist der älteste und damit Namensgeber der ganzen "Luikengruppe". Er soll früher die häufigste Apfelsorte in Württemberg gewesen sein.

Die Gewürzluike oder Gewürzluikenapfel ist erst ca. 100 Jahre später, um 1885 in Nordwürttemberg entstanden. Er eignet sich durch seinen leicht würzigen Geschmack (daher der Name) auch sehr gut als Tafelapfel. Er wird als nur mittelstark wachsend beschrieben und ist auch weniger robust (schorfanfälliger, Neigung zu Spitzendürre).

Beide Sorten sind typische Streuobstbäume.



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thuja thujon
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« Antworten #9 am: 06. Februar 2012, 23:23:31 »


Ich habe hier Okulate von einen mit rötlichem Schimmer unter der Schale, Fundort bei Bingen am Wegesrand. Am Kelch höckriger als auf den Fotos von Walther erkennbar.

Die Okulate sind natürlich nicht angewachsen. Ich reiche aber mal Fotos nach, aufgenommen am 1. August 2010, also noch vor der Reife.
evtl Richtung Gewürzluiken bei Bingen gefunden201081_1    evtl Richtung Gewürzluiken bei Bingen gefunden201081_2    evtl Richtung Gewürzluiken bei Bingen gefunden201081_3

Ob der Apfel überhaupt etwas mit Gewürzluiken zu tun hat steht in den Sternen. Vielleicht ist es auch einfach nur ein Vogelsch...apfel.

@almonidi: hast du Literaturtips (Sortenbeschreibung) oder nähere Infos zu den von dir angesprochenen Vertretern der Luikenfamile?
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