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forum.planten.de  |  gartenlandschaftsforum  |  querbeet (Moderator: Cosima)  |  Thema: Ein Naturgarten für Mensch und Tier 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Ein Naturgarten für Mensch und Tier  (Gelesen 7799 mal)
Rotkehlchen
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Leuchtturm, Beachy Head, Eastbourne


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« am: 28. Oktober 2008, 19:21:09 »

Als Ideengeber und Inspiration für Naturinteressierte, die sich ihren Garten noch einrichten oder umgestalten wollen:
  • Welche einheimischen Sträucher habt ihr in euren Gärten gepflanzt und welche Tiere leben darauf bzw. davon? Was macht ihr konkret, um Lebensraum, Unterschlupf und Kleinbiotope für Wildtiere zu schaffen?
  • Welche Beikräuter lasst ihr für die Insekten stehen?
  • Gibt es bei euch einen Wasserlauf?
  • Wie habt ihr eure Sitzgelegenheiten gestaltet? Stehen sie mitten drin oder eher abseits?
  • Gibt es Raum zum Spielen für Kinder und die Möglichkeit, die Natur zu erkunden?
  • Habt ihr Ruheplätze für Haustiere eingerichtet?
  • Welche Bücher zur Gartengestaltung habt ihr zu Rate gezogen?


Dieses Thema betrifft zwar hauptsächlich Gärten und andere Grünflächen, aber auch auf Balkonen und Terassen kann man im Kleinen tätig werden.

Rotkehlchen
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Die Natur ist das einzige Buch, das auf allen Blättern großen Inhalt bietet.

J. W. v. Goethe
Heidschnucke
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Klimazone 7 a, Lüneburger Heide


« Antworten #1 am: 28. Oktober 2008, 19:53:34 »

hallo Rotkehlchen,
eine meiner Lieblingspflanzen ist der Efeu, in seinen dichten Matten brüten Vögel, im Dickicht am Boden leben Mäuse, Kröten, Blindschleichen etc. in seinem Schutz, die Blüten sind bei Insekten unheimlich beliebt, und die Beeren werden gern von Vögeln gefressen - also ein Allround-Talent  Zwinkernd
sehr gern mag ich auch Wildbeerensträucher wie Holunder, Vogelbeere, Gemeine Berberitze, Gwöhnlicher Schneeball, Kornelkirsche, Apfelbeere, Pfaffenhütchen (für den Menschen giftig!), Felsenbirne etc. sowie Wildrosen
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LG
Heidschnucke
Rieke
Gast
« Antworten #2 am: 28. Oktober 2008, 20:40:59 »

Hallo Rotkehlchen,

über das Thema könnte man dicke Bücher schreiben  Zwinkernd

Ich achte darauf, dass blühende Pflanzen für Insekten was bieten. Ich mag es, wenn es im Garten summt und brummt. Empfehlen kann ich z.B. Oregano, Astern, Kugeldisteln. Dieses Jahr hatte ich leider wenig Doldenblütler (wichtig für Schwebfliegen). Der Dill mag nicht so recht, die Petersilie wurde von den Schnecken gemeuchtelt und den Giersch lasse ich nicht blühen.

Außerdem ist unser Garten nicht besonders ordentlich. Es bleibt Laub liegen - darin überwintern Insekten (wenn sie nicht von den Amseln entdeckt werden), 2 Apfelbäume sind schon hohl, es gibt einen großen Asthaufen (als Igelwohnung), unser "Rasen" ist voller Beikräuter ... Damit niemand verdurstet, stehen mehrere große Untersetzer (aus Ton) herum, die ich regelmäßig mit frischem Wasser fülle.

Diesen Sommer haben 2 Kröten unten in unserem Thermokomposter gelebt - das muß so ein Art Schlaraffenland für sie sein: feucht und voller leckerer Würmer  Grinsend

Viele Grüße

Rieke

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Heidschnucke
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Klimazone 7 a, Lüneburger Heide


« Antworten #3 am: 28. Oktober 2008, 20:45:39 »

Baumefeu an einer Waldkiefer:

Efeu
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LG
Heidschnucke
Peter
Moderatoren
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Klimazone 7a, 413 m.ü.M.


« Antworten #4 am: 28. Oktober 2008, 21:40:29 »

Ein Thread, der mir aus dem Herzen spricht - herzlichen Dank dafür! Smiley

Ich erlaube mir, deine Liste zu erweitern:

  • Welche einheimischen Stauden setzt ihr bewusst zur Gartengestaltung ein (lasst sie also nicht lediglich als "Beikräuter" gewähren)?
  • Falls ihr eine Terrassierung im Garten habt (oder eine wollt): habt ihr dafür eine Trockenmauer in Betracht gezogen?
  • Setzt ihr bei der Gartengestaltung auf heimische, unbehandelte Materialien (Holz und Stein)?
Gruss, Peter
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Don't argue with idiots. They'll drag you down to their level and beat you with experience.
Rizinus
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Rizinus
l´amour cèst un enfant de la liberté


« Antworten #5 am: 28. Oktober 2008, 22:33:48 »

im schrebergarten hatte ich:
- einen unsortierten haufen aus ollen betonsteinen am kompost. das war ein prima krötenrefugium, schlafplatz und speisekammer (die viecher vom komposthaufen) direkt nebeneinander.
- zwar keine heimische pflanze, aber eine attraktion für schwalbenschwänze: die spornblume (centranthus ruber)
- gestalterisch bewußt eingesetzt: johanniskraut im gelb-roten sonnenbeet, fingerhut, maiglöckchen, schlüsselblumen, den mehrfach erwähnten gundermann und günsel als bodendecker im halbschatten,  waldmeister, lungenkraut, immergrün und diverse farne im schatten, mädesüß, blutweiderich, sumpfiris, sumpfdotterblume und bachnelkenwurz am miniteich.

für den neuen garten habe ich u.a. natternkopf (echium vulgare)im sonnenbeet geplant. ein tolles blau !

gruß rizinus
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gruß aus der klimazone 8a
eremurus
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eremurus
Ich liebe die Natur !!!


« Antworten #6 am: 29. Oktober 2008, 22:47:46 »

Viele Fragen auf einmal, aber: Haselnuss, Kornelkirsche, Berberitze, Liguster, Hainbuche, Zierapfel, Obstbäume, Rosa canina und multiflora, Hollunder, Cotoneaster, Efeu, Immergrün, Pfaffenhütchen und demnächst auch Weißdorn wachsen u.a. in unserem Garten.

An Stauden wären außer den üblichen Wildkräutern in unserer Wiese (Weißklee, Löwenzahn, Gänseblümchen, Gundermann) noch jede Menge Schafgarbe, wilder Majoran und Johanniskraut zu erwähnen. Und natürlich die Brennesselecke. Nicht zu vergessen die vielen Walderdbeeren, Sedum ohne Ende und Taubnesseln.

Bei der Auswahl der Stauden und Gehölze wurde darauf geachtet, dass sie (Wild-)Bienen und Schmetterlingen (einschließlich Raupen) Nahrung spenden.

Wir bringen das Schnittgut unserer Sträucher nur teilweise zum Grünschnitt-Container. Was nicht im Schredder landet und anschließend als Mulch auf den Beeten, dient kleingeschnitten als Belüftung im Kompost oder wird auf oder in unseren inzwischen einem Jahr alten Reisighaufen geschichtet und verflochten und soll als Zufluchtsort für Vögel und andere Kleintiere dienen.

Außerdem haben wir neben den betonierten Terrassierungen auch zwei Trockenmauern in Garten.
Selbstgebaute Vogelnistkästen zieren fast jeden unserer Bäume, ein Igelhaus und zwei Vogelfutterhäuser wurden ebenso gebastelt wie Freilauf und Stall für unser momentan einziges Kaninchen. Die kleine Treppe in unserem Garten ist aus den Stämmen unseres letztes Frühjahr auf Stock gesetzten Haselnussstrauches, ebenso das Tor an unserer Terrasse und die Sitzbank, die eigentlich mehr "Kunst" als Sitzmöbel ist.

Platz für eine Tischtennisplatte und den "Spielraum" drum herum gibt es auch, ebenso wie etliche Sitzplätze, die wir überall in die Terrassierung unseres Gartens integriert haben. Außerdem achteten wir darauf, dass die Sitzplätze eine Rückendeckung haben, selbst wenn sie frei im Raum stehen, wie z.B. in unserem Buchenrondell oder wie die Bank im Rosenrondell, die aus einem alten Kaninchenstall gebaut wurde (s. Zweckentfremdung).

Ein kleiner Teich wurde im Gräsergarten integriert und bietet sowohl Trink- als auch Badeplatz für Piepmätze und anderes Getier als auch Lebensraum für Breitbauchlibellen, kleine Wasserschnecken u.ä.

Eremurus

Nachtrag: Selbstverständlich werden die Spitz- und Breitwegeriche auch im Staudenbeet beim Unkrautjäten verschont (wenn sie sich nicht gerade in den Wunschpflanzen breit machen), außerdem wurden für das Frühlingsgelage der Bienen mindestens 1000 Elfenkrokus-Zwiebeln verbuddelt und die Felsenbirne hat vor Kummer, dass ich sie zu erwähnen vergaß, alle Blätter fallen lassen  Zwinkernd- D.O.
« Letzte Änderung: 29. Oktober 2008, 22:56:20 von eremurus » Gespeichert

Ostalb, 500 m ü.NN, Klimazone 7b, Südhang
Rotkehlchen
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Leuchtturm, Beachy Head, Eastbourne


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« Antworten #7 am: 30. Oktober 2008, 17:19:22 »

Peter, vielen Dank für das Lob und den anderen vielen Dank für eure Beiträge. Unsere Gärten und Grünanlagen werden als Lebensraum für die Tierwelt immer wichtiger in dem Maß, in dem Lebensräume auch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen verschwinden. Wir können also einen großen Beitrag leisten.

Zunächst schreibe ich, was ich auf unseren Balkonen mache: Ich achte möglichst auf Wildformen in den Blumenkästen und auch Ranken (obwohl dort leider noch nie ein Vogel gebrütet hat, vielleicht sollte es eine dornige Ranke sein?) Wasser gibt es in Tränken, das Ganze ist durch verschiedene Nistkästen, Insektenhotels und andere Unterschlupfmöglichkeiten ergänzt. Zum Beispiel habe ich in fast jedem Blumentopf einen kleinen umgedrehten Tontopf. Alle diese Töpfe werden von kleinen Spinnen besiedelt, die dort drinnen auch ihre Kokons unterbringen. Wenn im Laufe des Sommers meine Wildpflanzen kahl gefressen sind, weiß ich, dass ich irgend jemand anderem Futter geliefert habe.

Meine Buchempfehlungen zu diesem Thema:
Oberholzer/Lasser, Ein Garten für Tiere, Ulmer
Witt, Wildpflanzen für jeden Garten, Blv

Einige Fotos folgen noch später.

liebe Grüße
Rotkehlchen
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J. W. v. Goethe
Peter
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Klimazone 7a, 413 m.ü.M.


« Antworten #8 am: 04. November 2008, 11:55:58 »

Uff, wo soll ich anfangen? Ich versuche vor allem, die vorhandenen Standorte optimal zu berücksichtigen und zu gestalten. Ich jäte selektiv und bin sehr selten mit der grossen Schaufel unterwegs. Meine wichtigsten Werkzeuge sind die Felco - und Geduld.

Beispiele sind:

Wir haben bei der Anlage des Gartens einen kleinen Hügel aufgeschüttet und drei Birken darauf gepflanzt. Der Hügel ist natürlicherweise einigermassen trocken und ist gut besonnt. Ich siedle nun unter den Birken einheimische (Wiesen)Pflanzen an, die damit zurechtkommen: Feldquendel (Thymus serpyllum), Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria), Wundklee (Anthyllis vulneraria), Mausohr (Hieracium pilosella)... Die Ameisen fühlen sich wohl da und die Grashüpfer auch Smiley .

An zwei wenig begangenen Stellen (dort, wo die Kinder rumtollen, mähe ich häufig, der Garten ist ja auch ihr Lebensraum! Sie haben eine Mulde, wo sie buddeln dürfen, und ein Weidenhaus gibts auch bei uns) bin ich daran, kleine Blumwenwiesen-Flecken heranzuziehen. Ich mähe dort nur noch zweimal im Jahr und siedle Wiesenblumen an (ich pflanze sie ein).

Entlang der Wildhecke (mit Traubenkirsche, Liguster, gemeinem und wolligem Schneeball, Waldgeissblatt, Kornellkirsche, Hartriegel, Hasel, Feldahorn, europäischem Pfaffenhütchen, Eberesche, Korbweide und Hundsrose) lasse ich einen Krautsaum stehen - d.h. ich mähe den Rasen nicht bis an die Hecke heran. Mittlerweile wachsen da Rainfarn (Tanacetum vulgare), Nachkerze (Oenothera biennis), Odermennig (Agrimonia eupatoria), Stinkender Ziest (Stachis sylvatica), klebrige Salbei (Salvia glutinosa), weisse Lichtnelke (Silene alba), rote Lichtnelke (Silene dioica) u.a.m.

Generell mähe ich nicht bis hart an Gebüsche heran - und zwischen den jungen Sträuchern lasse ich das Gras ganz stehen. Dieses Jahr habe ich das erste Mal eine Wespenspinne im Garten gesehen - und zwei Sommernester von Igeln (aus dürrem Gras) Smiley

In den schattigen Bereichen neben der Kellertreppe und beim Hauseingang habe ich Waldbeete angelegt: Waldschlüsselblume (Primula elatior), Nesselglockenblume (Campanula trachelium), Braunwurz (Scrophularia nodosa), Christophskraut (Actaea spicata), Dunkle Akelei (Aquilegia atrata), gelbe und weisse Taubnessel (Lamium galeobdolon und album), Waldmeister (Galium odoratum), Buschwindröschen (Anemone nemorosa) Immergrün (Vinca minor), diverse Farne...

An den trockenen, heissen Stellen in der Einfahrt (wir haben den asphaltierten Parkplatz in einen Mergelplatz umgewandelt) wachsen Wegwarte (Cichorium intybus), wilde Möhre (Daucus carota), Natternkopf (Echium vulgare) und Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium)...

Laub kommt unter die Hecke, Heckenschnittgut schichte ich zu Haufen auf (und mache auch Brennholz daraus - der Haufen soll ja nicht zu gross werden), da und dort im Garten liegen grosse Steine und Wurzelstöcke, und so tummeln sich bei uns zahlreiche Insekten und Vögel, Igel sind anzutreffen - und vermutlich viele Tiere, die so heimlich leben, dass ich sie noch nie zu Gesicht bekommen habe Smiley

Die Aufzählung ist nicht abschliessend - aber sie vermittelt einen ersten Eindruck.

Exotische Pflanzen gibts bei uns übrigens auch: Eine weisse Glyzinie an der Terrasse, einen weisser Flieder beim Kompost, eine Sternmagnolie im Vorgarten... Zwinkernd

Grüsse, Peter
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Peter
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« Antworten #9 am: 05. November 2008, 11:17:54 »

Im Zusammenhang mit Naturgärten (resp. korrekter: naturnahen Gärten) taucht immer mal wieder die Frage auf, was das denn nun genau ist - und ob denn nicht jeder Garten (der ja im weitesten Sinn mit Pflanzen und dadurch mit Natur zu tun hat) "naturnah" sei.

Es gibt in diesem Zusammenhang einige recht klare Kriterien dafür, was einen konsequent naturnahen Garten ausmacht:

  • Keine Humusierung bei der Neuanlage - der Unterboden in der Regel reicht völlig (und ist im Wesentlichen unkrautfrei...)
  • Vorwiegende Verwendung von einheimischen Pflanzen
  • Standortgerechter Einsatz der Pflanzen
  • möglichst wenig versiegelte Flächen (Kiesplätze und -wege, durchlässige Fugen), damit Regenwasser versickern kann
  • Verwendung von natürlichen Baumaterialien (Stein, Holz), die möglichst aus der Nähe des Gartens stammen (und damit wenig Transportenergie verbrauchen)
  • keine Gifte (Pestizide, Herbizide, Fungizide), kein synthetischer Dünger
  • Schaffung von Kleinstrukturen, welche die Artenvielfalt fördern (Trockenmauern, Asthaufen etc.)

Was aus meiner Sicht sehr wichtig ist: ein naturnaher Garten ist kein Naturschutzgebiet und keine Wildnis. Es ist ein Garten, der gepflegt werden will und muss - und der gestalterisch und ästhetisch hohen Ansprüchen (genau den gleichen wie ein konventioneller Garten...) genügt.

Gruss, Peter
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« Antworten #10 am: 05. November 2008, 11:39:57 »

Ja. Hinzufügen möchte ich, dass naturnah auch bedeutet, den Pflanzen ihre Eigenart zu lassen.

Damit meine ich: 

- ihre Wuchsform achten (z.B Stauden nicht mit Schnur zusammenwürgen, sondern ihnen nur lockeren Halt geben, Bäume und Sträucher nicht verstümmeln) und

- ihnen ihren Lebens-Zyklus lassen (z.B. nicht jede Staude sofort zurückschnippeln oder entfernen, nur weil sie ausgeblüht hat, und die entstehenden Lücken sofort wieder mit anderen Pflanzen auffüllen).

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Peter
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« Antworten #11 am: 05. November 2008, 12:14:44 »

Bäume und Sträucher nicht verstümmeln
Das hat ja oft auch etwas mit Standortgerechtigkeit zu tun: Wenn ich einen Baum, der 30m hoch wird direkt neben das Haus pflanze, werde ich seinen Ansprüchen nicht gerecht (und muss dann eben dran rumsäbeln...). Grade beim Einsatz von Gehölzen finde ich es sehr wichtig, sich über die erreichbaren Ausmasse vor dem Pflanzen klar zu werden.

Zitat
ihnen ihren Lebens-Zyklus lassen (z.B. nicht jede Staude sofort zurückschnippeln oder entfernen, nur weil sie ausgeblüht hat
Es spricht IMO nichts gegen einen Rückschnitt nach der ersten Blüte, gerade, weil viele Stauden remontieren - aber ja: viele Kleinlebewesen nutzen z.B. die dürren Stengel und Samenstände als Winterquartier (und ein Samenstand mit Rauhreif dran ist etwas Wunderschönes Smiley )
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clara
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« Antworten #12 am: 05. November 2008, 12:26:56 »

ich kann nicht unbedingt beantworten, welche Tiere denn nun wirklich in meinem kleinen Reihenhausgarten sich aufhalten
was da war, hab ich hier vorgezeigt.

Was Peter da zuletzt aufzählt - so war ich angefangen
und habe vermieden Hybriden zu kaufen - bei der Anlage, ob sich das was zwischengeschummelt hat während der Jahre hab ich aus den Augen verloren.
Rosen waren jedenfalls mehr oder weniger auch deshalb Tabu.

Diesen Reisighaufen - irgendwie hab ich da nicht so recht Platz für, habe aber gebündeltes Birkenreisig hinter den Komposter gestopft, wo auch Efeu wächst, und der kleine Zaunkönig gern herumhupft.
Igel hatten wir mal eine ganze Familie, die es sich unter dem Rost des Komposters bequem gemacht hatte und ich aufstörte, weil ich dort die Erde entnahm.
Erdkröte hab auch - eine Schlange gott sei Dank nicht vor der hätte ich Angst.
Rotkehlen, Dompfaffen, Ringeltauben!:-(, Grünfinken, Buchfinken usw. findet sich neben Meisen ein. Haubenlerche, manchmal ein Eichelhäher.

Laub lasse ich im allgemeinen auch liegen - das die Amseln im Frühjahr dann eifrig auseinanderwühlen.
Platz für Wasser ist nicht - eine Tränke, das Giessbecken ,manchmal ein Eimer voll Wasser. Die Katzen nutzen alles.

Da ich auch eher Bauerngartenblumen habe, halten sich die Krankheiten auch sehr in Grenzen, so dass Spritzen noch nicht mal angedacht wurde.
Lediglich eine Birne besass ich mit Birnengitterrost - die ist inzwischen ex.

Momentan ist mein Vorgarten restlos ungepflegt -weil alle Abschnitte liegen gelassen. Im frühen Frühjahr wird es abgeräumt.
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Blumigen Gruß
clara (vormals akelei)
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und informativem Austausch - mit Gartenerfahrungen, keine Ausbildung -
Peter
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Klimazone 7a, 413 m.ü.M.


« Antworten #13 am: 21. November 2008, 17:15:03 »

Spannend finde ich - auch im Zusammenhang mit naturgärtnerischen Überlegungen - was gemeinhin so unter "ordentlich" verstanden wird:

Ordentlich ist ein Beet (und sogar eine Hecke!) dann, wenn zwischen den "gewollten" Pflanzen kein Kräutchen und kein abgefallenes Blatt zu sehen ist. Wenn der Boden nicht nackt daliegt, ist er schön sauber mit Rindenschnitzeln oder Häcksel bedeckt...

Aus ökologischer Sicht ist aber genau das die absolute Unordnung! Unbedeckter Boden wird in der Natur (sofern er nicht aus nacktem Fels oder sonstwie lebensfeindlichem Material besteht) so schnell wie möglich von Pflanzen bewachsen.

Auf den Garten übertragen heisst das für mich: Unbedeckten Boden gibt es nicht! Ich lasse überall Pflanzen wachsen - und wenn im Herbst das Laub fällt, bleibt es (ausser auf dem Rasen und den Wegen) liegen. Schön ordentlich - und (in meinen Augen) viel ästhetischer als alles andere.
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Rieke
Gast
« Antworten #14 am: 21. November 2008, 19:11:53 »

"Unordnung" ist in einem Naturgarten sicherlich wichtig - auch wenn sie teilweise ganz gut Arbeit macht.

Ich habe heute 2 Kohlmeisen dabei beobachtet, wie sie auf der Suche nach Nahrung einzelne Blätter auf der Wiese beiseite gezogen haben. Daraufhin habe ich das Laub von der Wiese nicht vollständig entfernt - verstreut rumliegende einzelne Blätter werden das Gras hoffentlich nicht zu sehr beeinträchtigen.

Überhaupt ist es zur Zeit faszinierend, wieviele Vögel bei uns im Garten sind. Die Falläpfel locken nicht nur Amseln an (Amseln nehmen übrigens gerne schon braune Äpfel). Gestern konnten wir z.B. ein Kernbeißerpärchen beobachten - er hat lange an einem Apfel gefressen, sie saß im Baum und guckte satt.

Ein wichtiger Faktor bei uns ist natürlich die Umgebung - viel Grün, hohe alte Bäume, alte eingewachsene Gärten, teilweise etwas verwildert, die nächsten Brachflächen sind auch nicht so weit weg. Wenn man dann den Tieren noch ein bisschen was bietet, wie unsere alten Apfelbäume, dann kommen sie auch. Zusätzlich füttern ist da gar nicht nötig, außer evt. im tieften Winter. In einer Neubaugegend mit lauter frisch angelegten Gärten hat es die Tierwelt sicherlich schwerer und wird die Artenvielfalt auch niedriger sein.

Viele Grüße

Rieke
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