Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
25. Oktober 2020, 22:17:20
Übersicht Hilfe Suche Galerie Einloggen Registrieren
News: Alte Umfrage: Sollte die Sommerzeit (MESZ) abgeschafft werden?
forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Gemüse-Forum (Moderator: Arnold)  |  Thema: Obst - Gemüse - Definition? 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
Seiten: [1] 2 Nach unten Drucken
Autor Thema: Obst - Gemüse - Definition?  (Gelesen 10377 mal)
rosawoelkchen
****
Offline Offline

rosawoelkchen
]o.0[


« am: 01. Februar 2003, 19:23:47 »

Gibt es eigentlich eine genaue Definition unter was Gemüse fällt, und unter was Obst?
Gespeichert
gregor
*****
Offline Offline


« Antworten #1 am: 02. Februar 2003, 11:55:13 »

Obst sind Früchte mehrjähriger Pflanzen.
Per definitionem sind also Melonen Gemüse, die süßen Physalis auch, unsere heimische Phsalis hingegen ist Obst.
Gespeichert

d'Ehre
Grischa
peterr
Gast
« Antworten #2 am: 02. Februar 2003, 12:53:43 »

Wäre dann die Artischocke Cynara scolymus als Obst zu bezeichnen, weil mehrjährig? Oder ist es ein Gemüse, weil man die Blüten ißt? Gibt es Pflanzen, deren Früchte man als Obst genießt und ihre Wurzeln oder Blätter als Gemüse zubereitet werden? Sind mehrjährige Paprika als Obst zu bezeichnen, einjährige Paprika als Gemüse? Sieht das ein Koch anders als ein Botaniker? War mein regelmässiger Obsttag ein Irrtum? Gibt es eine präzise botanische Definition? Das interessiert mich.

peterr
Gespeichert
nina
Gast
« Antworten #3 am: 02. Februar 2003, 13:07:42 »

"Obst besteht botanisch nämlich aus den Keimzellen von Pflanzen und entsteht aus der Blüte. Gemüse entsteht aus anderen Pflanzenteilen. Tomaten und Zucchinis sind demnach Obst."

Das soll laut dieser Quelle die botanische Unterscheidung sein.
http://www.erzeugermarkt.de/redsys/vtext96.php3

Liebe Grüße Nina
Gespeichert
nina
Gast
« Antworten #4 am: 02. Februar 2003, 13:28:14 »

Demnach ist Paprika als so oder so Obst.

Ob Dein Obsttag ein Irrtum war, Peterr? Du hättest ihn auf Gurken, Zucchinis, Avocados und Paprika etc. ausweiten können... (botanisch gesehen)  Zwinkernd
Bezweifle aber, daß die Idee des Obsttages von Botanikern ist.  Grinsend

Liebe Grüße Nina
Gespeichert
Iris
Gast
« Antworten #5 am: 02. Februar 2003, 13:38:16 »

Im Augenblick finde ich nur die Definition aus dem Lehrbuch der Lebensmittelchemie. In der Regel sind die darin enthaltenen Definitionen aber an die Botanik angelehnt. Ich gebe es einfach mal so wieder:

Gemüse (Belitz/Grosch: Lehrbuch der Lebensmittelchemie, 4.Aufl.):
Unter Gemüse versteht man alle in frischem Zustand nicht lufttrocknenden Pflanzenteile, die ohne Entzug wesentlicher Bestandteile roh, gekocht, konserviert oder sonstwie zubereitet direkt zur menschlichen Ernährung dienen, mit Ausnahme der Früchte mehrjähriger Pflanzen, die zum Obst gehören. Nicht zum Gemüse rechnen trocken Samen (Erbsen, Bohnen, Getreidesamen u.a.). Die Einteilung der Gmüsearten kann unter botanischen Gesichtspunkten erfolgen in:
Algengemüse
Pilze
Wurzelgemüse
Knollengemüse (Sproß- und Wurzelknollen)
Zweibelgemüse
Blattstielgemüse
Blattgemüse
Blütenstände als Gemüse
Samengemüse und
Fruchtgemüse


Obst (Belitz/Grosch: Lehrbuch der Lebensmittelchemie, 4.Aufl.):
Als Obst werden Früchte bzw. Scheinfrüchte sowie Samen kultivierter und wildwachsender, mehrjähriger Pflanzen bezeichnet. Eine in der Praxis übliche Einteilung unterscheidet:
Kernobst
Steinobst
Beerenobst (hihi, dazu gehört botanisch gesehen die Banane, wenn ich mich recht erinnere)
Südfrüchte
Schalenobst und
Wildfrüchte

So, und nun zu deinen zahlreichen, wichtigen Fragen, lieber Peter...

Da Artischocken keine Früchte, sondern bot. gesehen Blüten sind, werden sie zum Gemüse gezählt (Blütenstände als Gemüse). Ganz nebenbei gibt es auch Blüten oder Früchte als Gewürz... das ist dann aber der getrocknete Zustand, von dem sich obige Definition ja wohlweislich distanziert. Zu den "Blütengewürzen" würde z.B. Nelke zählen, zu Gewürzfrüchten z.B. Anis und Fenchel etc... Aber ich schweife wieder sonstwohin.

Bei Paprika müßte es so sein, wie du sagst, allerdings hat es sich eingebürgert, die Paprika immer dem Gemüse zuzuschreiben, jedenfalls in Lebensmittelkreisen. Ebenso die Baumtomaten (die sind doch mehrjährig, oder?).

Zu deiner Frage des Obst-Gemüse-Kombipaketes fällt mir ad hoc (ach sind wir heute wieder gebildet!) nichts ein. Es läßt sich aber nicht ausschließen oder sage wir mal so: es spricht überhaupt nichts dagegen. Wenn man z.B. aus Himbeerblättern Tee macht, dann ist man schon ganz nah dran... ganz nah. Reichen tut es noch nicht. Man müßte die Himbeerblätter quasi frisch verzehren, um deiner Frage genüge zu tun. Bei Petersilie essen wir zwar auch Wurzeln und Blatt, wäre aber beides Gemüse...
Vielleicht fällt ja jemand was ein?

Ob dein Obsttag ein Irrtum war?  Grinsend Hmm. Weiß nicht. Will´s mir ja auch nicht völlig mit dir verderben... und weiß auch nicht, ob man das ausgerechnet auf den Obsttag zurückführen kann...
Weißt du, du das subjektive Gefühl hast, dass dir das noch helfen kann...

Mein Buch über Nutzpflanzen habe ich nicht mehr. Da könnte auch eine Definition drinstehen. Aber mei, wenn man so etwas nur alle 5 Jahre mal braucht...

Liebe Grüße,
Iris
« Letzte Änderung: 02. Februar 2003, 19:07:42 von Iris Ney » Gespeichert
Preacherman
***
Offline Offline



WWW
« Antworten #6 am: 02. Februar 2003, 23:57:39 »

So hat Doris Day mal gesungen,
Wenn sie heute noch singen könnte, würde sie es viel schwieriger haben, wir essen ja in der Zwischenzeit fast alle Blumen, dh. was uns auf den Tisch serviert wird. Natürlich meine ich nicht die Artischokken oder die gefüllten Kürbisblumen von meiner Mutter, die schmecken ja sehr nach was, ich meine die Zierblumen, die rein zur Dekoration da sind..Ich fühle mich wie ein Idiot, der Singvogel zum essen vorgesetzt bekommt.

Neulich in einem exclusiven Haus in der Schweiz serviert bekommen:

Vorspeise Gaenseleber, warm;
mit getrockneten Lavendelaesten, Koriander, Zitronengrasshaelme, Tomaten UUUND Stiefmütterchen. Hat jemand sie schon probiert, klar sehen die sehr schön aus, echt dekorativ, aber schmecken tun sie nach absolut nichts!!

Hauptgang, Rindmedallions mit Trüffelsauce,
ein Traum, aber garniert mit irgendwelchen kleinen roten Blumen, so wie die Blumen von Granataepfeln, ca. 2 cm lang. Der Kellner meinte sie seien "Kapuziner Blut", beim googeln habe ich nichts aehnliches gefunden, weiss jemand vielleicht was sie sind? Geschmeckt haben sie echt nach nichts, nur zur Zierde da.

Natürlich bin ich der Meinung dass das gute Essen unbedingt "alle" Gefühle befriedigen muss, angefangen mit dem optischen.

Muss es aber soweit getrieben werden? Muss gutes Essen mit (nicht kulinarischen) Blumen garniert werden ?

Wurde vor einem halben Jahr von Cosima belehrt dass die Wassermelonen zu der Gruppe "Gemüse" gehören. Jetzt will ich aber wissen wohin all diese Blumen eigentlich hingehören,

total durcheinander,
euer Preacherman
Gespeichert
nina
Gast
« Antworten #7 am: 03. Februar 2003, 10:39:46 »

Ich koche jedes Jahr das Weihnachtsessen für unsere Firma...und bemühe mich immer etwas anzubieten, was die meisten Leute sich noch nicht getraut haben zu essen...unteranderem habe ich die verschiedenen Gänge mit Stiefmütterchen, fleißiges Lieschen und Kapuzinerblüten dekoriert... Grinsend

Liebe Grüße Nina
Gespeichert
Iris
Gast
« Antworten #8 am: 03. Februar 2003, 10:56:58 »

Lieber Preacherman, mit den Stiefmütterchen bringst du mich aber auf eine Idee: Kapuzinerkresse (die Blüten schmecken tatsächlich nach was!). Ihre Knospen kann man übrigens (wenn ich mich recht erinnere) wie Karpern einlegen.
Dann ist mir aber noch ein - wenn auch schlechtes - Beispiel für unseren Peterr eingefallen:
Holunder. Die Blüten werden manchmal z.B. mit Omelette gebacken oder einfach fritiert. Das wäre als so eine Art "Gemüse"; wobei das von mir oben zitierte wörtlich genommen zu werden hat. Dort steht: "direkt zur menschlichen Ernährung dienen". Damit ist gemeint, dass alles, was nicht in größeren Mengen verzehrt wird, nicht der menschlichen Ernährung dient, sondern entweder Gewürz (Kräuter) ist oder Dekoration, wie die vielen Blüten von denen Preacherman schreibt. Die Holunderfrüchte jedoch sind eindeutig Obst.

Ansonsten nix für Ungut lieber Preacherman, aber nur so als Anmerkung und ich will ja auch nicht jammern: aber bei mir persönlich passiert das sowieso äußerst selten, dass Essen "alle meine Gefühle befriedigt"... Grinsend. Ich bin also ganz deiner Auffassung: soweit muß es nicht getrieben werden.

Ähm. Iris
Gespeichert
rosawoelkchen
****
Offline Offline

rosawoelkchen
]o.0[


« Antworten #9 am: 03. Februar 2003, 14:36:51 »

Heißt das, alles was einjährig/zweijährig ist, ist gemüse?? und das was mehrjährig ist ist obst?

Gespeichert
Iris
Gast
« Antworten #10 am: 03. Februar 2003, 14:45:40 »

Liebes Rosawölkchen, das heißt eigentlich genau das, was oben steht...
Iris
Gespeichert
Walther
Global Moderator
*****
Offline Offline

Walther

« Antworten #11 am: 03. Februar 2003, 15:43:07 »

Also ich bin da auch immer wieder unsicher, und die oben wiedergegebenen sogenannten wissenschaftlichen Definitionen finde ich auch nicht so toll, aber brauchbar. Denn:

Die Begriffe 'Obst' und 'Gemüse' betreffen doch   n u r   die V e r w e r t u n g s-möglichkeiten von Pflanzenteilen (nicht ganze Pflanzen! - Apfelbaum ist kein Obst) aus Sicht des Menschen.

Erst   n a c h d e m   die Verwendung als Obst oder Gemüse geklärt ist, kann man doch Einteilung nach Botanik oder Wuchsverhalten machen und n i c h t  umgekehrt.

Das wäre sonst so, als würde man behaupten:

Rosen sind rot, also sind alle roten Blumen Rosen. Dass das Quatsch ist, erkennt jeder.

Für mich ist 'Obst' alles, das irgenwie 'süss' schmeckt oder zubereitet wird. Egal ob einjährig oder Baum.

Gemüse hingegen wird 'herzhaft, salzig, sauer usw.' verwendet.

Das bedeutet, es kommt für mich nur auf die Verwendung an, und viele Pflanzenteile können entweder als Obst oder als Gemüse verwendet werden.

Z.B. werden dann Äpfel als Gänsefüllung oder im Rotkraut zu Gemüse
und Kürbis und Tomate als Marmelade zu Obst.
Ananas ist auch ein gutes Beispiel.
Die ganze Pflanze ist weder Gemüse noch Obst.
Die gelben Würfelchen sind auf dem Kuchen Obst - und im 'Schweinefleisch süsssauer' Gemüse.
Gespeichert
Iris
Gast
« Antworten #12 am: 03. Februar 2003, 22:57:24 »

Gut, Walther. Es kann ja auch hier jeder schreiben, was er "für sich" findet. Bleibt eben jeder bei sich und wir müssen uns nicht an eine gemeinsame Kommunikation klammern Zwinkernd.

Ich will damit sagen, dass das im Sprachgebrauch sicher ist, wie du sagst. Gefragt war aber ursprünglich nach einer botanischen Definition. Was du schreibst würde allenfalls die Frage von Peterr beantworten, wie das der Koch sieht Zwinkernd. Das meine ich nicht beleidigt, beleidigend oder persönlich oder sonst wie, nur eben dienen Definitionen oft dem Sinn der Verständigung. Wenn Ananas in der Asiatischen Küche für dich Gemüse sind (obwohl sie übrigens immer noch süß schmecken; ja gerade deswegen sogar in diesem Gericht Verwendung finden), dann ist das aber eben nur für dich so und einige andere Menschen, die vielleicht (hihi: unberechtigterweise Grinsend) deine Auffassung teilen. Und da es z.B. auch verbindliche Gesetze, Verordnungen, allgemeine Verkehrsauffassungen, Handelsklassen etc. für Obst und Gemüse gibt, ist es sinnvoll, dass nicht jeder für sich selber beschließt, was er zum Obst und was zum Gemüse zählt, sondern dass es einen Konsenz über den Gebrauch solcher Worte gibt.
...Ja doch: trotz meiner widerborstigen Art bin ich für Konsenz Grinsend!

Außerdem ist das mit der Verwertungsmöglichkeit, was dir so am Herzen liegt, in der Definition des Belitz oben enthalten. Und das sind die Gründe, weswegen ich mich strikt dagegen wehre, hier wie eine Dumme Texte abzutippen, die dann in einem Satz - wo die Hälfte unter den Tisch fällt - reduziert noch mal zur Debatte gestellt werden. Es gibt im Leben eben Dinge, die sind so kompliziert, dass man sie nicht in einem Satz reduzieren kann! Ja: hier lernt man für´s Leben Grinsend.
Sonst würde ich ja nicht immer so viel schreiben Zwinkernd...
AngriffsLUSTIGE Grüße,
Iris
« Letzte Änderung: 03. Februar 2003, 23:01:16 von Iris Ney » Gespeichert
Walther
Global Moderator
*****
Offline Offline

Walther

« Antworten #13 am: 04. Februar 2003, 18:20:43 »

Mensch Iris, was ist denn mit dir los? *kopfkratz*

Und auch noch soviele ehrliche Smileys? *ratloskinnaufstütz*

Mach weiter so, jeder outet sich so gut er kann.
« Letzte Änderung: 12. Februar 2003, 14:35:12 von Walther » Gespeichert
Günther
*****
Offline Offline


Ich liebe dieses Forum!


« Antworten #14 am: 04. Februar 2003, 18:39:54 »

Vielleicht sollte man Juristen befragen, die haben sicher noch die blödesten Definitionen.
Ich glaube beispielsweise gelesen zu haben, daß nach EU-Recht Karotten Obst sind, damit in irgendeinem (südeuropäischen?) Land daraus rechtens Konfitüre gemacht werden kann - der Begriff Marmelade wurde für die Briten ausschließlich für ein Produkt aus Zitrusfrüchten reserviert, ist ja auch ganz klar, schließlich kommt Marmelade von marmelo, der Quitte...
Es ist alles sooo kompliziert.
Und überhaupt, wenn ich mich daran erinnere, in diesem Forum sind Pilze ja KEINE Pflanzen, sollten daher wohl auch nicht als Gemüse gezählt werden - noch dazu, wo's meist Fruchtkörper sind, also eher Obst.
Und so weiter, bis zum K......
Gespeichert
Seiten: [1] 2 Nach oben Drucken 
forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Gemüse-Forum (Moderator: Arnold)  |  Thema: Obst - Gemüse - Definition? « vorheriges nächstes »
Gehe zu:  


Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Impressum | Netiquette | Nutzungsbedingungen | Hilfe
Inhalte (Fotos, Texte...) unterliegen seit 02.09.2006 der Creative Common License

Powered by SMF 1.1.21 | SMF © 2006, Simple Machines