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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Roter Berlepsch in hessisch Sibirien? 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Roter Berlepsch in hessisch Sibirien?  (Gelesen 5005 mal)
Pilgrim
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Talentfair


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« am: 06. Oktober 2008, 17:00:29 »

Hallo,

ich habe kurzentschlossen einen Zwergstamm vom Roten Berlepsch gekauft.

Dieser soll in der Rhön auf 660 MüNN wachsen... nun habe ich nachgeschaut und folgendes gelesen:

"Im Holz wenig frosthart. .... . Mildes Klima und geschützte Lagen."

Das hätte ich mal vorher lesen sollen..

Meine Frage: Soll ich den Plan aufgeben, den Baum verschenken und eine andere Sorte kaufen?

Wenn ja welche ist eher was für rauhe Gegenden?


Gruss von Pilgrim
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Amur
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« Antworten #1 am: 06. Oktober 2008, 21:37:26 »

Bei uns (500m aber teilweise recht kalte Winter, da nach Osten offen) hatte der Berlepsch eher mit Krebs und allem möglichem anderem zu kämpfen. Berlepsch ist allgemein nicht einfach.
Fröste (auch die fast -30° von 84/85) hat er gut überstanden.
Eher sehe ich das Problem, daß er in deiner Höhe nicht voll ausreift.

Aber Probieren geht über studieren.
Welche Unterlage hat denn das Bäumchen?
Wenns eine recht schwach wachsende ist, dann hast du ja die nächsten 3-4 Jahre schon ein Ergebnis.

mfg
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Pilgrim
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Talentfair


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« Antworten #2 am: 07. Oktober 2008, 07:52:18 »

hmm, dass heisst wohl besser nein. Drei Jahre warten um dann neu zu pflanzen will ich nicht.

Also Berlepsch kommt für die Rhön wohl nicht in Frage. Aber welche Sorte soll ich dann pflanzen? Wenn ich im Baumarkt schaue gibt es dort immer die gleichen Standard Sorte wie Jonagold, Gloster...

Euren Rat, bitte.
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Amur
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« Antworten #3 am: 07. Oktober 2008, 12:51:06 »

Bei deiner Höhe, solltest du mal die Sorten ausschließen die viele Tage  zum Ausreifen brauchen.
Also Brettacher, Bohnapfel, Ontario, Boskoop etc. werden da wohl nicht sicher reif werden.

Wenn es mit Spätfrösten nicht so dramatisch ist, bleibt da noch viel übrig.
Es gibt einige Halbfrühe die da mit Sicherheit gingen.
Die Neuheiten kenne ich weniger, aber von den älteren Sorten sehr Ertragssicher sind z. Bsp. James Grieve, Jakob Fischer beide auch recht reich tragend und zumindest der 2. auch sehr frosthart. Aber beides keine Äpfel für lange Lagerung.
Der Transparent ("Apfel aus Croncels" ist meist die offizielle Bezeichnung) ist auch ein für höhere Lagen geeigneter Apfel, aber noch eher für reinen Frischverzehr.
Recht spät blühend (aber braucht dann halt auch Befruchter um die Zeit) wäre die Rote Sternrenette. Trägt aber meist recht wenig dafür aber wirklich schöne kleine dunkelrote Früchte. Sie schmeckt gut und läßt sich so ein, zwei Monate lagern. Sofern man so viel bekommt, dass man einlagern kann. Bei mir noch nie der Fall gewesen.
Oder so für den reinen Eigenbedarf einen Klarapfel. Da hast du dann im August ein paar eigene Äpfel.
Schau halt auch mal bei dir in der Gegend rum, was da gut wächst.

mfg
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Walther
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Walther

« Antworten #4 am: 07. Oktober 2008, 15:55:32 »

Man muss auch unterscheiden zwischen den Sorten 'Roter Berlepsch' und 'Goldrenette Freiherr von Berlepsch'. Zwei verschiedene Äpfel, wobei der rote eine 'Mutante', die besser für den Handel geeignet sein soll, der Goldrenette sein soll.

Man kennt diese Mutanten ja nicht nur von Tomaten, sondern auch von anderen Äpfeln. Bei Boskoop und James Grieve z.B. gibt es (hier) auf dem Wochenmarkt nur noch die Mutanten, die sich gut lagern und transportieren lassen, bei denen aber der Geschmack deutlich auf der Strecke geblieben ist.

In wie weit sich bei dem Roten Berlepsch neben dem Aussehen auch der Geschmack und im Zusammenhang mit diesem Thread auch die Anbaueigenschaften verändert haben, ist mir unbekannt. Vielleicht findet sich ja was im Netz?

LG
Walther
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Amur
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« Antworten #5 am: 07. Oktober 2008, 20:51:51 »

Ich denke nicht das beim Berlepsch noch großartige Typenauslesen gemacht werden. Der Apfel ist aufgrund seiner Eigenschaften schon seit Jahrzehnten bei den kommerziellen Obstbauern nicht mehr im Programm.
Boskoop z. Bsp. wird ja doch noch angebaut und von daher gibts da mehr Aktivitäten.
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thuja thujon
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phänologischer Naturraum 22, 100 m ü. NN


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« Antworten #6 am: 08. Oktober 2008, 00:24:44 »

In der Pfalz wird der Berlepsch noch kommerziel angebaut. Zum Glück. Aber ausser der roten Mutante hab ich noch nix von einer anderen gehöhrt die sich etwas etabliert hat. Die letzten grossen Zucht-Aktivitäten kamen doch aus Pillnitz mit dem Re-programm. Und Berlepsch gibts nun schon seit fast 130 Jahren. ist auch immer die Frage wo man den Baum herbekommt wenn man sich für ihn entschieden hat. Sooo exotisch darf es da nicht sein wenn man nicht selbst veredeln will.
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Pilgrim
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Talentfair


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« Antworten #7 am: 08. Oktober 2008, 11:04:30 »

Hi ihr Fachleute... sehr interessant was ihr schreibt... doch mein Anliegen ist viel simpler:

Ich frage nochmal nach: Roter Berlepsch in einer kalten Gegend pflanzen: ja oder nein?

Er soll nur einigermassen gesund wachsen, ein paar Äpfel wären auch nicht schlecht... Mega Ertrag oder Geschmackswunder erwarte ich dort oben so wie so nicht...

:-))
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Rieke
Gast
« Antworten #8 am: 08. Oktober 2008, 11:37:45 »

Hallo Pilgrim,

Zitat
Er soll nur einigermassen gesund wachsen, ein paar Äpfel wären auch nicht schlecht...

Na, dann hängt das doch nur davon ab, ob du genug Platz im Garten hast für einen Baum, der evt. nur alle paar Jahre reife Äpfel produziert oder vor sich hin mickert.  Smiley

James Grieve, den Amur genannt hat, hatten wir in unserem vorigen Garten (Berlin). Das ist ein sehr aromatischer Apfel. Knackigen Frost haben wir hier auch, aber erst im Januar/Februar. Den haben die Bäume gut überstanden. Allerdings waren das keine Zwergstämme, sondern wahrscheinlich Halbstämme.

Ich habe den Eindruck, dass die Zwergbäume empfindlicher sind, zumindest höhere Ansprüche an den Boden stellen. Unsere Versuche damit waren auf unserem Sandboden nicht besonders erfolgreich.

Baumärkte haben bei Obst meist nur eine bescheidene Auswahl, besser sind Gartencenter oder auf Obst spezialisierte Gärtnereien. Optimal wäre für Dich eine Gärtnerei in der Rhön, da sind die Pflanzen von Anfang an das Klima gewöhnt.

Viele Grüße

Rieke
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