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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Quitten-Zeit 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Quitten-Zeit  (Gelesen 4572 mal)
Preacherman
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« am: 21. Januar 2003, 22:49:16 »

Es ist ein schlestes Omen wenn die Quitten lange und reichlich Früchte tragen, der Winter wird lang und kalt. So wie in diesem Jahr.
Quitten haben, wie fast alle Früchte aus dem  Mittelmeerraum, auch eine symbolische Bedeutung; wie die Fruchtbarkeit bei Granatapfel  ist es die Treue bei den Quitten. Solon soll angeblich mal empfohlen haben, dass die Maedchen vor der Hochzeitsnacht Quitten essen sollen..
Quitten gehören zu der Rosenfamilie, Rosacaea, in Latein Cydonia vulgaris. Der name stammt aus der Stadt Cydonia aus Kreta aber man nimmt an, dass Krim  die eigentliche Heimat ist. In Anatolien sind mehrere Sorten der Quitte beheimatet, von der herrlich weichen "Brot-Quitte", die man mit einigen Tropfen Zitronensaft wie Apfel geniessen soll, bis hin zu dem "Baerenersticker" den man wahrlich nicht runterschlucken kann.

Neulich auf dem Flug von Antalya fand ich das folgende Rezept in dem Flugmagazin, und am gleichen Abend ausprobiert. Doch eine Erleichterung für die kommenden kalten Tage;

Gefüllte Quitten

Zutaten:
4 mittelgrosse (10 cm) Quitten
250 gr. Hackfleich, mittelfett
10 gr Butter
Saft von einer Zitrone
1 Grosse Zwiebel
1/2 Kaffetasse Reis, leicht gekocht
1/2 Tasse gekochter Traubensaft, findet man in türk. Lebensmittellaeden unter der Name "pekmez"
1 Glas warmes Wasser
1/2 Esslöffel Koriander
Salz

Die Quitten waschen, obere 1/4 abschneiden und aushöhlen. Unten flachschneiden, in einem Topf aufstellen und  mit Zitronenwasser aufgiessen.
Reis abtropfen lassen, Zwiebel fein würfeln, in einem Topf  Zwiebel und Hackfleisch garen. Reis, Koriander und Salz dazu addieren, kurz mischen und in die abgetrocknete Quitten füllen. In einem flachen Behaelter die Quitten aufreihen, mit warmem Wasser auffüllen, auf jede Quitte hazelnussgrosse Butter stellen und unter kleiner Flamme kochen bis sie weich sind. Dann  auf jede Quitte 1 El. Pekmez giessen und weitere 5 min. kochen. Warm servieren.
Die Mühe lohnt sich schon geschmacklich, und laut Solon,  die Treue der Teilnehmer ist gesichert.

liebe Grüsse
Preacherman
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Tolmiea
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« Antworten #1 am: 22. Januar 2003, 02:59:45 »

Hmmmm, das hört sich so köstlich an, dass ich es auch bald mit den Originalzutaten ausprobieren werde! Danke.

Gibt es eigentlich eine richtige Sortenbezeichnung für diese Brot-Quitten, wir haben sie bei euch im Land geliebt und sogar  ganz ohne jede Zitrone, wie süße Äpfel gegessen.

Leider schmecken die Birnenquitten hier von unserem türkischen Obsthändler nicht mal annähernd so gut.

Hier in  Deutschland habe ich noch nie diese Brot-Quitten wachsen sehen, und in meinem recht guten Quittenbuch von Friedrich/Schuricht,  ist diese spez. Quittensorte  auch nicht aufgeführt.
Da wird nur z. B. ohne nähere Angaben als Lokalsorte eine kauk. Birnenquitte "Kysh ajjva" aufgeführt, ist sie das vielleicht? Die soll sogar Früchte von 2 -2,5 kg ausbilden.
So groß waren aber diese, aus der Hand verzehrbaren Früchte allerdings nicht.

Übrigens, in meinem Buch wird wie ich grad seh,  Solons Geschichte mit der Treue etwas, aber durchaus gravierend  Smiley anders gedeutet:

Athens Gesetzgeber Solon (640 bis 559v. u. Z.) bestätigte angeblich durch Gesetz den alten Brauch, daß die Braut vor dem Betreten des Brautgemaches einen "kydonischen Apfel" essen solle. Daraus wird u. a. geschlussfolgert, dass sie bereit sein soll, um ihres Gatten willen in einen "sauren Apfel"  zu beißen  Grinsend

Hier zeigt sich vielleicht das kulturelle Gefälle  Zwinkernd,

liegrü g.g.g.

« Letzte Änderung: 27. Januar 2003, 01:14:37 von Tolmiea » Gespeichert
Tolmiea
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Liebe ich dieses Forum???


« Antworten #2 am: 27. Januar 2003, 01:24:50 »

So, also ich habe jetzt wenigstens einen Sorten-Namen für eine roh zu verzehrende Quitte gefunden, es ist die angeblich speziell in der Türkei angebaute Quitte "Shirin".
Ich hoffe das ist die richtige, schad, zu der Brotquitte hab ich noch nix herausgefunden.
Baumschule gibt es lt. einem dolmetschenden Freund auf Türkisch nicht, aber Gärtnerei heißt  Bahcivan, sprich Bachtivan, so kann  ich mir doch glatt 14 Tage die Hacken nach Shirin ablaufen  Smiley

liegrü g.g.g.
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Habakuk
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« Antworten #3 am: 02. Februar 2003, 02:29:16 »

...und welche Quittensorte kann man roh essen...?

Habakuk
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Als die Mücke zum ersten Male den Löwen brüllen hörte, da sprach sie zur Henne: "Der summt aber komisch." "Summen ist gut", fand die Henne. "Sondern?", fragte die Mücke. "Er gackert", antwortete die Henne. "Aber das tut er allerdings komisch."
aus: A.Paula/T.Fritz (Hg.): Brücken zum Fremden
peterr
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« Antworten #4 am: 03. Februar 2003, 10:33:09 »

Roh essen kann man alle Quitten. Welche man roh geniessen kann, entzieht sich meiner Kenntnis. Das Geschmacksempfinden ist von Ort, Zeit und Erziehung geprägt. Die Quitte eignet sich hervorragend zur Demonstration des subjektiven Charakters unserer Reaktion auf geschmackliche Reize.

Quitten werden seit 4000 Jahren angebaut. In der Antike war sie ungesüsst eine beliebte Speise. Nicht der Geschmack der Quitte hat sich im Laufe der Jahrhunderte wesentlich geändert, sondern unser Geschmacksempfinden: seit der Einführung des Zuckerrohres habe wir uns darangewöhnt, unser Essen stark zu süssen.

Ist bekannt, dass man auch bestimmte Zierquitten essen kann? Eine besonders fruchtige Sorte soll Choenomeles japonica "Cido"sein. Ein Vitamin C- Bolzen in Form von Sirup, Marmelade, Likör, Kompott...

peterr
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Heike NRW
Gast
« Antworten #5 am: 05. Februar 2003, 14:19:15 »

Ich hab mir auch eine Zierquitte in den Garten gepflanzt. sie hat leuchtend rote Blüten , wunderschön. Aber das beste ist der Duft der kleinen Früchte. So wunderbar würzig. Da könnte ich wochenlang meine Nase ranhalten #schwärm#
Ich habe sie allerdings noch nicht verarbeitet, die Menge Früchte hatte ich noch nicht, damit es sich lohnt.
Liebe Grüße Heike
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Pieter
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pieter
53° 40' Nord und 8° 54' Ost phän.Naturraum 67


« Antworten #6 am: 07. Februar 2003, 15:17:12 »

Hallo, wir benutzen den Saft der Früchte der Scheinquitte Chaenomelis spec. als Austausch für Zitronensaft. Er hat weniger Säure als Zitronen, läßt sich also besser dosieren, ist bestimmt, -da aus eigenem Garten-, ungespritzt. Auf den hohen Vitamin C Gehalt wurde schon hingewiesen. Der Geschmack ist ähnlich wie Zironensaft, es fehlt allerdings im Geruch die "zitronige Note". Die harte Frucht hat sehr viele Kerne,die wie Apfelkerne aussehen, sie läßt sich aber in einer Saftzentrifuge gut entsaften. Wir machen den Saft durch Pasteurisation in kleinen Flaschen haltbar. Aufbewahrung angebrochener Flaschen besser im Kühlschrank. Auch für die Herstellung von Konfitüren ist der Saft gut geeignet bei Früchten, die von Haus aus nicht genügend Säure für die Gelierung mitbringen. Wir haben zwei kleinere Büsche, deren Ertrag reicht bei guter Blüte völlig für den Jahresbedarf von zwei Personen aus. Wir ernten, wenn die Früchte richtig goldgelb sind, meist Mitte Oktober. VlG Pieter
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