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Autor Thema: Vogelfütterung  (Gelesen 21975 mal)
Schneeeule
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Schneeeule
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« am: 09. Dezember 2006, 12:05:15 »

Wie haltet Ihr es damit?
Die Meinungen hierzu gehen ja sehr weit auseinander. Habe gerade gerade (in einer TV-Talkshow)einige Ausführungen von Dr. Peter Berthold (Ornithologe) gehört.Er plädiert sogar für die "Ganzjahresfütterung". Er hat(gemeinsam mit seiner Frau) zu diesem Thema auch ein Buch auf den Markt gebracht:
Vögel füttern - aber richtig
Kosmos
ISBN 9783440108000

Habe beschlossen mir dieses Buch zu kaufen( lohnt es sich? hat es schon jemand?) und mich mal genauer mit dieser Thematik auseinander zu setzen.
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liebe Grüße Schneeeule
Mein Garten ist mein Paradies
flor
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« Antworten #1 am: 09. Dezember 2006, 14:10:24 »

Hallo Schneeeule,

eine gute Frage. Ich bin immer wieder unsicher was für die Vögel von Vorteil ist. In den letzten Jahren habe ich immer erst gefüttert, wenn hier gefroren war, oder Schnee lag.
Das Buch habe ich nicht.
Interessieren tut es mich. Es wäre schön, wenn Du dann über das Buch berichten würdest.
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"Wem Mutter Natur ein Gärtchen gibt und Rosen, dem gibt sie auch Raupen und Blattläuse, damit er's verlernt, sich über Kleinigkeiten zu entrüsten."
Wilhelm Busch (1832 - 1908)
Rosenfreak
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Ich hoffe auf viele Beiträge


« Antworten #2 am: 09. Dezember 2006, 14:30:51 »

Und wer frisst dann das Ungeziefer wenn wir im auch im Sommer  füttern? Huch
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Wer zur Quelle will muss gegen den Strom schwimmen
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coleoptera
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« Antworten #3 am: 09. Dezember 2006, 15:27:47 »

Es muß nicht unbedingt gefüttert werden,aber es ist doch lustig, den Vögeln zuzusehen und es schadet Ihnen im Winter nicht. Im Sommer ist es besser, nicht zu füttern, die jungen Vögel brauchen Eiweiß und und das ist in Insekten und nicht in Körnern enthalten.

Manfred
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Gustl
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« Antworten #4 am: 09. Dezember 2006, 15:45:07 »

Ich füttere im Winter, wenn der Boden gefroren oder völlig schneebedeckt ist.
Das ganze jahr hindurch lege ich, wenn wir in der Küche Fleisch verwenden, die abgetrennten und kleingeschnittenen Fettreste aufs Balkongeländer. Zuerst kommen stets Meisen, gelegentlich Spatzen, Amseln und Eichelhäher, aber auch - weniger erwünscht - Elstern, Krähen und Katzen.  
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Alle Menschen sind klug - die einen vorher, die andern nachher (Voltaire)

Gustl
Schneegloeckchen
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« Antworten #5 am: 09. Dezember 2006, 16:35:44 »

Ich füttere auch nur, wenn´s gefroren ist oder Schnee liegt. Dann aber permanent bis zum Frühjahr. Ich hab mal irgendwo gelesen (aber wo  Huch ), dass man nicht mehr unterbrechen soll, wenn man einmal angefangen hat, auch wenn der Boden wieder für eine Weile offen ist.
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"Ein Garten ohne Phlox ist ein Irrtum" (Karl Foerster)
Ambersun
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« Antworten #6 am: 09. Dezember 2006, 19:29:17 »

Hallo!

Ich habe auch die NDR Talkshow mit Dr. Peter Berthold gesehen. Ich fand das sehr interessant und habe mir auch gleich das Buch bestellt.

Der Hauptgrund für eine Ganzjahresfütterung ist, daß die Zahl der Singvögel jedes Jahr um 1 % abnimmt.

Früher gab es mehr Vögel, weil das Nahrungsangebot größer war. Heute sind alle Gärten und Städte sauber aufgeräumt, sodas die Vögel kaum was finden können.
Früher hatte das Füttern auch eine lange Tradition. In England ist das heute noch so. Bei uns wurde das nach dem Krieg fast vollständig eingestellt.

Außerdem sind viele Vögel wegen des wärmer gewordenen Klimas zu Teilziehern geworden. Die bleiben das ganze Jahr hier.

Wichtig ist wohl auch die Fütterung im Frühjahr, wenn es plötzlich noch mal kalt wird. Dann sind einige Vögel schon am Brüten und finden dann nicht genug für ihre Jungen.

Mir hat das echt zu Denken gegeben. Ich werde jetzt noch verstärkter füttern.

Man muß auch bedenken, wenn mehr Vögel überleben, sind auch mehr Vögel da, die das "Ungeziefer" fressen.

Gruß
Ambersun
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eremurus
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« Antworten #7 am: 10. Dezember 2006, 15:39:34 »

Wir haben 2006 das erste Mal das ganze Jahr hindurch gefüttert, einfach weil ich mir selbst eine Meinung bilden wollte. Folgendes habe ich beobachtet:

In den Nistkästen und auch sonst im Garten fanden wir keinen einzigen toten Jungvogel, dafür war es lustig zu beobachten, wie die zerzausten, erst vor kurzem flügge gewordenen Halbwüchsigen im Flieder beim Vogelhaus saßen und sich von den Eltern füttern ließen.

In den vergangenen Jahren mussten wir fast die gesamte Ernte der Pflaumen vernichten, weil diese derart verwurmt waren, dass wir schon überlegten, den Baum zu fällen. Der Baum trägt ansonsten sehr viele Früchte mit einem ausgezeichneten Aroma, deshalb zögerten wir noch. Dieses Jahr konnten wir fast die gesamte Ernte mit Genuss essen, denn es waren kaum Maden in den Pflaumen, vielleicht 5 % der Früchte waren noch befallen.

2005 hatten wir Heerscharen von gelben Ameisen im Garten, so viele, dass wir Grünspechte beim Aufgraben der Ameisenhügel und Fressen der Larven beobachten konnten. 2006 habe ich das Ausschwärmen der geflügelten Ameisen beobachtet und wie sich die Spatzen die Ameisen im Flug schnappten. Die Vögel benahmen sich wie Kolibris und "standen" im Flug, um in diesen Ameisenfontänen besser zielen zu können. Ansonsten habe ich außer unter den Terrassenpflatten, die im Sandbett liegen, keine Ameisen im Garten entdeckt.

Auch die Wiesenschnaken haben an Quantität abgenommen. Zum Glück sind die Schmetterlinge, Bienen, Schwebfliegen nicht die Lieblingsspeise der Vögel, diese Insekten waren 2006 sehr zahlreich in unserem Garten (liegt wohl auch an den inzwischen 6 Sommerfliedern, dem Salbei, der Katzenminze und dem Phlox. Nicht gefressen wurden auch Rosenblattrollwespe, Rosenkäfer und die kleinen schwarzen Käferchen in den Blüten. Mit Läusen hatten wir jedoch dieses Jahr keine Probleme.

Vögel wie Buchfinken, Bergfinken, Rotkehlchen, Kernbeißer, Spechte, Dompfaffen, Goldammern etc. kommen nur, wenn eine geschlossene Schneedecke liegt - ich habe sie diesen Herbst noch nicht wieder im Garten gesehen.

Die Besucher unseres Futterhäuschens (im Sommer) waren und sind vor allem ca. 20 Grünfinken, etliche Kohl- und Blaumeisen, Haus- und Feldsperlinge, ein Pärchen Türkentauben, vorübergend Weidenmeischen und ganz selten eine Elster.

Die Amseln sind im Sommer nur an den Würmern etc. interessiert und ignorieren das Vogelhaus.

Vor etwa 2 Wochen haben wir einen Meisenknödel in den Pflaumenbaum gehängt und beobachten verwundert, wie sich mehrmals täglich die Sperlinge zu zwei oder dritt am Meisenknödel laben, oft auch kopfüber. Auch die Meisen picken daran, obwohl ich glaubte, dass sie die Knödel nur fressen, wenn nichts anderes da ist oder das Futterhäuschen übervölkert.

Insgesamt habe ich also ein positives Fazit gezogen, allerdings habe ich liebe Nachbarn gefunden, die mich bei Abwesenheit bei der Vogelfütterung vertreten - was nicht weiter schwer ist, schließlich wollen unsere Meerschweinchen und Kaninchen auch versorgt sein.

Zum Schluss möchte ich noch anfügen, dass wir ca. 1 km Luftlinie vom Wald entfernt wohnen, dazwischen liegen ein paar Felder (Raps, Mais), ein Bach und die an die landwirtschaftlichen Nutzflächen anschließenden Häuser und Gärten.

Schönen Sonntag,
Eremurus
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Ostalb, 500 m ü.NN, Klimazone 7b, Südhang
Anika
Gast
« Antworten #8 am: 11. Dezember 2006, 19:19:54 »

Hallo!

Ich habe Bockmist gebaut... im Laufe des Threads "Sperber fängt Spatzen! Was nun?" kam auch die Vogelfütterung zur Sprache und ich habe heute morgen etwas zu diesem Thema gelesen und es dann in den Sperberthread geschrieben, ohne vorher zu schauen, ob vielleicht schon jemand über die Fütterung schreibt!
"Verlegen sei"  Verlegen

Also hier mal eine Kopie:

Moin Moin

es gibt viele Dinge an der Natur, die mich stören. Wir setzen der Natur mit unseren Garten ein künstliches Gebilde vor die Nase, dass so natürlich nie entsehen würde.

Wir füttern die Kleinvögel im Winter aus Tierliebe oder der Hoffnung, dass möglichst viele Meisen durch den Winter kommen, die dann im Sommer Raupen von unserem Kohl oder den Rosen forthalten. Wenn dann die Wühlmäuse oder die Greifvögel ihren Teil der Kunstnatur abfordern kann es uns stören oder faszinieren, es darf uns aber nicht wundern.

Egal ob Maulwurf oder Sperber, der Naturschutz erstreckt sich vom Glashaus in Klein Offenseth-Sparrieshoop bis zum Nationalpark  Bayerischer Wald.

Gruss willem

Du hast da perfekt geäussert, das es quasi nirgends mehr "wirkliche Natur" gibt! Gärten werden angelegt, von "Garten"architekten mit Lineal und Geodreieck perfekt ausgestylt. Strassen, Städte, erweitert/bebaut..... Flussbetten werden verlegt um in den alten Läufen dann Baugebiete aus dem Boden zu stampfen. Die Bewohner wundern sich dann wenn sie bis zum Hals im Wasser stehen, nachdem es ein paarmal mehr und fester geregnet hat! usw...... das kann man nun ins Unentliche strecken.....

Wir Menschen greifen auch mit unserem Naturschutz in die Natur ein:
Dazu hatte ich durch Zufall heute morgen eine Zeitung in den Händen, in der folgendes steht. Ich zitiere:

Endlich wird aufgeräumt mit dem Vorurteil, Vogelfüttern sei im Prinzip nicht notwendig oder gar schädlich. Im Gegenteil: Prof. Dr. Peter Berthold, Ornithologe und ehemaliger Leiter der Vogelwarte Radolfzell, plädiert dafür, es den Engländern gleich zu tun: Bei ihnen ist die Zufütterung sogar übers ganze Jahr gang und gäbe. Mehrere über einen langen Zeitraum durchgeführte STudien zeigen, dass dies dem Erhalt und der Artenvielfalt unserer Vogelwelt zuträglich ist - mal ganz abgesehen von der Freude, die das Beobachten des fröhlichen Treibens macht! Auch die landläufige Regel, mit dem Füttern zu warten , bis der Graten unter einer geschlossenen Schneedecke versinkt, kann man getrost als überholt betrachten. Neben der gebotenen Hygiene sollte man allerdings ein paar Tips beachten: Platzieren sie die Futterstellen möglicchst an mehreren Stellen im Garten, idealerweise in der Nähe von Bäumen oder Sträuchern, damit sich auch die scheueren Gesellen wie Zaunkönig und Grasmücken herantrauen - jedoch für Räuber wie Katzen und Eichhörnchen unzugänglich. Je mehr verschiednene Futterspender, desto mehr Arten flattern Ihnen "ums Haus". generell sollten natürlich die Gärten selbst das ganze Jahr über den Piepmätzen etwas bieten können: Kleine Ecken, in denen auch mal ein paar Wildkräuter oder Samenstände stehenbleiben oder sich Käfer und Raupen tummeln dürfen, Beerensträucher, Wasserstellen und Hecken zum Brüten machen aus dem Garten ein Vogelparadies.



Dazu wird ein Buch empfohlen:

"Ein Vogelparadies in deinem Garten" von Nico de Haan. Landwirtschaftsverlag 2006, 12,95€

Und

"Vögel füttern - aber richtig" von Prof. Dr. Berthold empfohlen


Das habe ich heute gelesen: Was ist denn eure Meinung dazu?

Fast vergessen: Hier nochmal ein Link dazu!


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Schneeeule
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Schneeeule
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« Antworten #9 am: 11. Dezember 2006, 19:36:41 »

Hallo Anika, geht schon in Ordnung mit dem "Doppelten" Zwinkernd
manchmal kommt man halt von Einem ins Andere.

Ich fand das Ganze (siehe oben) auch sehr interessant. Habe mir inzwischen das Buch von P. Berthold bestellt.
Ich versuche auch darauf zu achten genügend "sichere" Ecken im Garten einzurichten bzw. zu belassen wie sie sind.
Werde gerne berichten wenn ich das Buch gelesen habe.
Was ich in der Talkshow gehört habe klang sehr schlüssig - war aber halt nur ein kleiner Auszug.

Alles was wir im Garten tun (anpflanzen, verändern, pflanzen "rauswerfen",...) ist ein Eingriff ins Geschehen. Darüber macht man sich oftmals keine Gedanken - man meint es ja gut.
Meine Meinung hierzu ist: Fehler "passieren", Fehler darf man manchen: wichtig ist es daraus zu lernen und die "richtigen" Schlüsse zu ziehen.
Ich sitze oft einfach ruhig in einer Gartenecke und beobachte - gerade wenn ich etwas verändert habe. So kann ich schnell feststellen ob es OK ist oder ob ich Dinge besser rückgängig mache.
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liebe Grüße Schneeeule
Mein Garten ist mein Paradies
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« Antworten #10 am: 11. Dezember 2006, 19:59:41 »

Ich habe die Vögel auch bisher nur im Winter gefüttert, mit Streufutter, Sonnenblumenkernen, Fettfutter und Erdnüssen.
Die Artenvielfalt am Futterhäuschen war enorm Lächelnd. Im Sommer zu füttern, das habe ich noch nicht probiert. Einen Sperberangriff auf die Vögel am Futterhaus habe ich auch schon erlebt. Dieser war allerdings erfolglos.
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Liebe Grüße   Leda

Rosenduft macht mich glücklich!
Anika
Gast
« Antworten #11 am: 11. Dezember 2006, 20:06:11 »

Ich muss erstmal alles durchlesen und aneinander bekommen, nachdem ich hier alles durcheinandergeschmissen habe  Augen rollen

Zur Fütterung fällt mir noch ein: Wir füttern im Sommer eigentlich gar nicht.... da bekommen die Vögel (und meist auch Ameisen und Co) ab und an mal nen halben Apfel der nicht mehr so schön ist. Also Dinge, die auch so gefunden werden! Gefüttert wird ab Ende Oktober oder auch später! Wenns das ganze Zeug zu kaufen gibt fängt man an die Ecken einzurichten. Die Vögel kommen schon vorher von alleine und man möchte ihnen dann "was bieten", damit sie beiben! Da unser Garten nur aus Ecken besteht und sehr klein ist, ist man froh über jeden Piepmatz! Unser Futter hängt in der Kiefer, Neben dem Hibiskus, und an der Ligusterhecke, also auch mit SChutz in der Nähe! Dazu haben wir 3 Vogelhäuser ums Haus rum! Die stehen das ganze jahr da, auch ohne Futter!
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Vinca_Minor
Gast
« Antworten #12 am: 11. Dezember 2006, 21:31:56 »

Wir haben 2006 das erste Mal das ganze Jahr hindurch gefüttert,....

Womit habt ihr denn gefüttert?

Was Literarisches:

Im ersten Band von Stifters "Nachsommer" (Kapitel: Der Abschied) wird über mehr als zehn Seiten in aller Ausführlichkeit erörtert, warum, womit und wie die Vögel in Risachs wunderbarem Garten gefüttert werden.
Das Futter wird an den verschiedensten Stellen im Garten quasi versteckt.
Risach füttert vor allem mit Sämereien. "Für solche, welche die Körner nicht lieben ... Teile unseres Mahles ..... zartes Fleisch, Obst, Eierstückchen, Gemüse .... was unter die Körner gemischt wird ... Speck ... Zucker ..."
Risach ist davon überzeugt, dass die Vögel in seinem Garten das Ungeziefer in riesigen Mengen vertilgen, wenn sie zur Brutzeit die Jungen ernähren.

Sehr lesenswert, wenn es auch reichlich Geduld braucht, sich in Stifters Schreibstil einzulesen und Freude dran zu haben.

Im Botanischen Garten in München hab ich aber vor ein paar Jahren viele Hinweisschilder gelesen, dass im Frühjahr zur Brutzeit das Füttern der Vögel streng untersagt sei, weil die Vögel (zum Beispiel die Meisen) dann ihre Brut mit Körnern füttern und diese daran erstickt. Ich kann mir zwar nicht recht vorstellen, dass die Vogeleltern ihre Jungen falsch füttern, hab aber seither im Frühjahr das restliche Körnerfutter den Tauben zum Wegputzen hingeworfen.
Weiß jemand dazu Genaueres?
« Letzte Änderung: 11. Dezember 2006, 22:06:18 von Vinca Minor » Gespeichert
gregor
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« Antworten #13 am: 11. Dezember 2006, 22:28:19 »

Sollte das Buch rezensieren. Hab lang überlegt was ich davon halten soll. Schriftlich ist er ein Polterer wie der Perma-Holzer. Er is gut, alle anderen sind Trotteln. Seine Ausführungen sind interessant und diskutierenswert, aber auf den Diskussionsstil kommt es an. Berthold ist halt Befürworter einer Kunstnatur. Wenn er die Singvögel völlig losgelöst vom Rest der Umwelt sieht, so ist sein Weg sicher richtig. Sonst verschiebt er halt ein bisserl das ökologische Fließgleichgewicht. Wie gesagt darüber kann man diskutieren und zu unterschiedlichen Ansichten gelangen.
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d'Ehre
Grischa
Schneeeule
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Schneeeule
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« Antworten #14 am: 11. Dezember 2006, 22:59:29 »

Hallo gregor, genau das hatte ich mir erhofft: Antworten, Meinungen, konstruktive Diskussion.
Wie gesagt es hörte sich erst mal neu und schlüssig an. Ich werde es lesen und dann eine Meinung dazu äußern können (so hoffe ich).
Ich nehme ungern alles als "das Wahre" hin was ich so erfahre. Grade was die Natur betrifft sind einzelne Schwepunktthemen oft aus dem Zusammenhang gerissen und haben mit der Ganzheit der Natur dann eher wenig (positives) zu tun.
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liebe Grüße Schneeeule
Mein Garten ist mein Paradies
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