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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Buschbäume auf schlechtem Boden, wie groß wird das Pflanzloch ? 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Buschbäume auf schlechtem Boden, wie groß wird das Pflanzloch ?  (Gelesen 5330 mal)
gartenfuzzi
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« am: 23. Oktober 2006, 06:58:22 »

Hallo,

ein teil meines gartens ist eine alte obstbaumwiese auf einer ehemaligen weinbergterrasse...

die obstbaumwiese soll neu angelegt werden, mit buschbäumen verschiedener obstsorten, pflanzabstand ca 3,5m - 5m, auf lücke gesetzt und noch genug platz um durch die reihen zu gehen...

da der boden sehr steinig ist, ehemaliger weinberg eben, will ich eine große pflanzgrube ausheben, die erde sieben und mit pflanzerde, 1-jährigem kompost und bimstuff (haben wir ein natürliches vorkommen im garten, schon eine eigene bimsgrube angelegt Smiley ) auffüllen...

so, wie groß sollte diese pflanzgrube in etwa sein damit der baum auch über jahre genügend substrat und nährstoffe zur verfügung hat ?

ich dachte mal so an 1x1m und ca 75cm tief... oder den ungefähren baumradius ( 3m ) und dann kegelförmig auf 75 cm tiefe gehen ( kann man sich das ungefähr vorstellen ? ) ...

oder doch viel größer ? wie tief wurzeln denn buschbäume in ihrer lebenszeit von 20-40 jahren ?

hoffe ihr könnt mir helfen, gruß GF
« Letzte Änderung: 23. Oktober 2006, 07:00:59 von gartenfuzzi » Gespeichert
gartenfuzzi
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« Antworten #1 am: 24. Oktober 2006, 08:05:53 »

*maldreistergänzenSCHIEB*

das pflanzloch werde ich jetzt doch 3 meter im durchmesser und an der tiefsten stelle 75-100cm tief machen...schaden kann's nicht, werden halt nur unmengen an erde und kompost die heran geschleppt werden müssen, also schön immer nur 1-2 bäumchen nach und nach pflanzen...

die pflanzgrube wollte ich 5-10cm unter dem normalen bodenniveau anlegen, die ersten 1-2jahre mit unkrautvlies abdecken und dann immer kräftig mulchen, eben diese 5-10cm...

es ist halt einfach ein genialer platz für eine kleine (ca 500qm) obstbaumwiese, eben ein alter weinberg in südwest-lage...nur hat der vorbesitzer wild äpfel und pfirsische gepflanzt, teilweise 6m abstand, dann mal nur 1,5m...alles buschbäume, ok die pfirsische werden wohl selbst gezogen sein...ausserdem eben auf dieser schlechten erde und jetzt nach geschätzten 30-40 jahren sieht man es den bäumen an...

also eine gut durchdachte neuanlage...

was mich jetzt noch interessiert :im allgemeinen werden buschbäume mit 2,5m-3m pflanzabstand angegeben...

im pflanzenhof-katalog steht nun was von einem durchmesser bis 4m, was meine planung um ca. 5 bäume dezimieren würde...

wäre schade drum, deshalb : wie weit setzt ihr eure bäume auseinander das sie sich nicht ins gehege kommen und man noch genug platz (50-80cm) für die pflege dazwischen hat ?
und kern-/steinobst getrennt, wegen der wüchsigkeit ? habe ich irgendwie im hinterkopf, weiß nur nicht mehr was es genau war...

gruß
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Walther
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Walther

« Antworten #2 am: 24. Oktober 2006, 09:51:59 »

Hast du mal hier gelesen?

http://forum.planten.de/index.php?board=9;action=display;threadid=23861

Auch mit der "Suche" müsste im Forum noch einiges zu Pflanzlöchern zu finden sein.

Dass Vergraben von Kompost in größere Tiefen ist nicht empfehlenswert. Er verbraucht die Bodenluft, die eigentlich die neu austreibenden Wurzeln benötigen und bringt Pilzsporen oder Pilzbrut in den Untergrund, die die Baumwurzeln schädigen können. Ich habe da auch aus Erfahrung lernen müssen, allerdngs nur in kleinem Maßstab in Töpfen: Also besser keinen (holzhaltigen) Kompost in Gehölzpflanzlöcher!

LG
Walther
« Letzte Änderung: 02. April 2008, 16:58:55 von Walther » Gespeichert
Pflaume
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« Antworten #3 am: 24. Oktober 2006, 11:02:18 »

Hallo gartenfuzzi,

den letzten Absatz von Walther kann ich nur unterstreichen.

Ansonsten bin ich voller Bewunderung für Deinen Enthusiasmus und Deine Arbeitswut.
Letztere wirst Du allerdings bei Deinem Vorhaben und insbesondere bei steinigem Boden auch brauchen.

Eine Tiefe von knapp 1 m und einen Durchmesser von 3 m wäre für eine schwachwachsende Unterlage sicherlich ideal, aber selbst bei einem Baum geht da schnell auf steinigem Boden der Idealismus flöten.
Zu überprüfen wäre auch, ob durch diese Aktion nicht evtl. bei entsprechenden Witterungsverhältnissen der Boden stellenweise ins rutschen kommen könnte.
Sind doch gerade Flachwurzler auch längerfristig nicht gerade optimal um  Steillagen zu stabilisieren.
Wichtig ist auch die Wasserversorgung bei schwachwachsenden Unterlagen, gerade in längeren Trockenzeiten (wie sie im Sommer immer wieder auftreten), die gerade in Südhanglagen, je nach Untergrund, sich besonders stark auswirken und von Flachwurzlern naturgemäß schlecht ertragen werden.
In diesem Fall ist eine evtl. Bewässerung unumgänglich, selbst wenn Du auf die Apfelernte verzichtest.
Aus all diesen Gründen würde ich persönlich im Zweifel lieber etwas stärker wachsende Unterlagen nehmen.
Natürlich machen die etwas mehr Arbeit beim Schnitt und bei der Ernte, dafür halten die evtl. dann auch so lange wie Du im ersten Posting annimmst und sind auch sonst wesentlich härter im nehmen.
Bäume auf sehr schwachwachsenden Unterlagen, die dann im Verkauf oft Buschbäume genannt werden, gelten gemeinhin selbst bei optimalen Verhältnissen nach 15 Jahren als abgetragen.

Je nach Unterlage und Schnitt sind die Abstände sehr unterschiedlich.
Das kann bei einem Reihenspindelbaum manchmal weniger als 2 m sein, bei einem Apfelbaum auf Bittenfelder Sämling sind jedoch 12 m sinnvoller.
Das hört sich sehr viel an, Bedenkt man jedoch, daß vom Abstand noch Platz für die Bearbeitung, eine bessere Besonnung etc.abzuziehen ist, ein Baum in alle Richtungen wächst, so halbiert sich der verbleibende Rest ja, sprich es bleibt selbst in diesem Fall ein Leitast mit einem maximalen Radius von 5 m übrig.
Bei einem Abstand von 4 m entspricht das eigentlich dann gerade mal einer maximalen Entfernung von  gut 1,5 m von Stamm zur Astspitze, nicht wirklich viel bei einem ausgewachsenen Baum, oder?
Bei solch beengten Plätzen habe ich selbst bei einem dort gepflanzten Baum in diesen Fällen nun Platzprobleme.
Wenn dann daneben noch weitere stehen vereinfacht das die Sache nicht unbedingt.
Man staunt immer wieder welchen Jahrestrieb z,B. eine Aprikose (wäre bei Deinem Klima wohl eine empfehlenswerte Obstsorte, allerdings wegen Spätfrostgefahr wohl für Südhang nicht geeignet) selbst auf einer schwachwachsenden Unterlage in einem Jahr hinlegt, da sind 1,5 m bei mir nichts.

Grüße
Pflaume


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Walther
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Walther

« Antworten #4 am: 24. Oktober 2006, 14:45:49 »

Hallo GF

Dass die Bäume in einer 5-10cm tiefen Pflanzgrube stehen sollen, die sich durch verrottendes Mulchmaterial langsam auffüllen wird, kann dazu führen, dass sich die Veredelung auf eigene Wurzeln stellt.

Soweit ich verstanden habe ist es sinnvoller die Bäume sogar eher etwas erhöht statt vertieft zu pflanzen, damit die Veredelungsstelle auch wirklich immer frei bleibt.

LG
Walther


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« Antworten #5 am: 25. Oktober 2006, 10:14:46 »

Hallo,

Walther hat schon wieder Recht, es wäre sinnvoll die Veredelungsstelle noch ein Stück weiter nach oben zu setzen, da erfahrungsgemäß, insbesondere bei der von Dir geplanten Größe der Pflanzgrube, das Erdreich noch einsackt und die Bäume dadurch dann tiefer zu stehen kommen.
Wenn dann Erdreich von oben heruntergeschwemmt wird, und in der Mulde liegenbleibt, bekommt das Edelreis Erdkontakt, was nicht sein darf.

Ging zwar davon aus, daß dies sich von selbst versteht, aber zur Sicherheit:
Damit dann die Veredelungsstelle nicht zu weit aus dem Boden herausschaut würde ich direkt um den Stamm ein Hügelchen mit Radius von gut 20 cm aufwerfen. Dieses sollte aus der Höhe von der Tiefe der Pflanzgrube und der Höhe des zu erwartenden absackens des Bodens in der Pflanzgrube bestehen.

Übrigens kann man sich nicht immer auf die Angaben der Baumschule verlassen, nicht selten wachsen die Bäumchen wesentlich stärker als erwartet, z.B. weil zwar Buschbaum drauf steht, aber eine stärker wachsende Unterlage verwendet wurde, Falschetikettierungen sind auch nicht so selten, dann ist ein größerer Baumabstand sehr von Vorteil.
Baumärkte verkaufen z.B. m.W. praktisch nur Buschbäume, auch wenn die Angestellten nicht mal wissen, was darunter zu verstehen sein soll "na eben wie ein Busch" Grinsend
Wachsen die Bäume schlechter als erwartet sind sie oft nicht gesund und müssen ersetzt werden, im Zweifel ist zu viel Platz nicht nur optisch schöenr als eine Obsthecke. Auch ist es in Hanglage noch wichtiger den Baum in die Breite als in die Höhe zu ziehen, da hohe Leitern hier noch problematischer sind als sonst.

Grüße
Pflaume
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gartenfuzzi
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« Antworten #6 am: 25. Oktober 2006, 12:59:43 »

owei,

jetzt gehts mir doch ein bisschen zu tief in die materie...

über die unterlage werde ich bei den 1. bäumen noch nicht viel sagen können, das werden "baumarkt"-rettungen...

die pflanzlöcher wie oben beschrieben vorbereitet und ab dafür...

mal 5 jahre warten und dann die die nicht gefallen wieder raus...

im herbst kriegt man die "baumarktbäume" ja teilweise wirklich geschenkt...

was mich wundert, die büsche im baumarkt haben einen relativ hohen stamm, würde von fast 80cm-100cm ausgehen...

ich werde weiter berichten, freut mich aber das mein "projekt" (das eigentliche projekt ist 3500m² groß, die obstbaumwiese wohl nur ein baustein des ganzen, wir nennen es "lebenswerk"  ) auf so großes interesse stösst, lasst euch ruhig weiter darüber aus, genug infos hat man ja nie...

gruß
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« Antworten #7 am: 26. Oktober 2006, 08:46:05 »

Die Bäume im Baumarkt werden aus dem Ausland importiert, speziell aus unseren östlichen Nachbarländern. So ein Baum kostet dort unter einem Euro, um den Preis kann man bei uns höchstens die anfallenden Steuern zahlen, aber niemals produzieren. Unsere Einteilung ist dort unüblich, auch hat sich in der Praxis im Baumarkt gezeigt, daß der dortige Käufer einen Baum will, der irgendwie wie ein Baum aussieht und nicht wie ein Beerenbusch.
Kann das selbst irgendwie nachvollziehen, aber über optische Geschmacksfragen kann man nicht streiten.

Grüße
Pflaume
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« Antworten #8 am: 26. Oktober 2006, 12:43:55 »

achso,

auf die veredelungsstelle werde ich schon achten, das versteht sich schon von selbst Zwinkernd

aber die baumarktbäume sind nen versuch wert, finde ich...

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