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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Apfelfleischmarmorierung 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Apfelfleischmarmorierung  (Gelesen 4714 mal)
willem_baltic
Gast
« am: 24. September 2006, 18:29:32 »

Moin Moin

einer unser Apfelbäume (Roter Holsteiner Cox) hat dieses Jahr zum ersten Mal richtig getragen ( 5 od. 6 Äpfel). Die Äpfel sind super lecker und süß, doch das Fleisch ist ungewöhgnlich marmoriert (Foto). Die Konsistenz ist absolut gleich. Ist die Mamorierung für die Sorte normal, ist das eine Fehlbildung oder eine Mangelerscheinung? Hat jemand von euch da Erfahrungen?

Gruss willem

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spatenstich
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spatenstich
Ein Tag ohne Lachen ist ein schlechter Tag!


« Antworten #1 am: 25. September 2006, 07:11:02 »

Mir sieht es fast nach einer Vorstufe der Glasigkeit aus.

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willem_baltic
Gast
« Antworten #2 am: 25. September 2006, 07:48:30 »

Moin Moin

ich glaube du hast recht. Von Glasigkeit hatte ich noch nichts gehört, jetzt aber z. B. diesen Artikel vom Bayerischer Landesverband für Gartenbau und Landespflege e. V gefunden, dass der Cox besonders gefärdet ist.

Bei der langen Trockenheit und einem hartnäckigem Wühlmausbefall kann ich mir vorstellen, dass hier die Gründe für einen Nährstoff und Wassermangel liegen.

Gruss willem
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willem_baltic
Gast
« Antworten #3 am: 25. September 2006, 08:34:29 »

Moin Moin

schön, dass man über google aufs forumeigene Archiv kommt (und nie oder ganz selten auf Seiten von irgendwelchen Parallelwelten). Laut dem Archivbeitrag fehlt meinem Bäumchen vielleicht auf Kalzium. Jetzt eine ganz dumme Frage. Wie bringe ich im Frühjahr gezielt Ca an die Baumwurzeln?

Gruss willem
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« Antworten #4 am: 25. September 2006, 09:30:59 »

Da gibt es einen Dünger der Gartenkalk heißt. Das sind so kleinere Papiersäcke mit ca. 3 - 5 kg drin, oder so. Ich denke das wäre die einfachste Möglichkeit. Damit könntest Du sogar - wenn Du sie haben tun tätetest - die Algen im Rasen bekämpfen.

Spatenstich
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willem_baltic
Gast
« Antworten #5 am: 25. September 2006, 09:38:55 »

Angenommen ich hätte etwas von dem Zeugs vorrätig, wieviel müßte ich so bummelig auf die Baumscheibe (Baum, 3 Jahre alt, gute 2 m hoch) schütten?
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spatenstich
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« Antworten #6 am: 25. September 2006, 09:45:07 »

Ich schätze Dich als interessierten und wissenden Forumsschreiber ein. Ich kann das so nicht wirklich optimal beurteilen. Das sicherste ist eine Bodenuntersuchung.

In meinen alten, sehr alten Unterlagen habe ich Die Angabe von CaO (Mischkalk) 1.000 - 3.000 kg je ha (10.000 m2) gefunden. Dann noch einarbeiten. Du weißt dann aber immer noch nicht, was zu beginn drin war. Das ist mein Problem.

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willem_baltic
Gast
« Antworten #7 am: 25. September 2006, 10:06:42 »

Moin Moin

wenn ich davon ausgehe, dass Mangelerscheinungen eine höhere Düngemittelzugabe erfordern, als eine profilaktische Düngung, setze ich für 2.000 kg/ha an. Bei 7m² Baumscheibe, einer Dichte von 3,3 g/cm³, ein paar Prozent Angstzuschlag benötige ich einen halben Liter Mischkalk.

Ich danke für die Hilfestellung.

Gruss willem
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Soblu
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Soblu
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« Antworten #8 am: 25. September 2006, 10:26:25 »

Hallo Ihr Beiden,

liegt da jetzt nicht an irgendeiner Stelle eine Verwechslung vor?

Entweder es handelt sich um Glasigkeit oder um Calciummangel (Stippigkeit). Oder ich hab in der Uni gepennt.  Unentschlossen
Die Ursache der Glasigkeit liegt n.m.W. in einer Störung des Zuckerstoffwechsels (rascher Stärkeabbau), durch den vermehrt Wasser von den betroffenen Zellpartien aufgenommen wird. Durch Sauerstoffmangel in diesen befallenen Geweben reichert sich Acetaldehyd und Alkohol an. Das kann zu nachfolgender Fleischbräune führen.
Gefördert wird die Glasigkeit durch:
-gute Assimilationsbedingungen (hohe Lichtintensität, ausreichend Wärme und Feuchte)
-späte Ernte (lange Assimilatzufuhr)
-geringer Fruchtbehand (weites sogenanntes Blatt-Frucht-Verhältnis)
Anfällige Sorten sind: Alkmene, Cox Orange, Gloster und Fuji

Zur Minderung tragen dementsprechend bei:
-guter Fruchtbehang (bei erstmaligem Tragen schwierig)
-nicht zu späte Ernte
-Verzicht auf anfällige Sorte (auch schwierig Zwinkernd )
-einige Tage Zwischenlagerung bei 15°C beschleunigen den Abbau nach der Ernte

Zur Gedankenstütze verwendet: Lucas' Anleitung zum Obstbau, Verlag Eugen Ulmer, 2002

Beste Grüße Soblu
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Sonnige Grüße,

Soblu
willem_baltic
Gast
« Antworten #9 am: 25. September 2006, 10:53:21 »

Zitat
Zur Minderung tragen dementsprechend bei:
-guter Fruchtbehang (bei erstmaligem Tragen schwierig)
Erst war der gute dicht befruchtet, wir haben ca. 2/3 der Früchte ausgeknippst, dann hat er fröhlich Äpfel abgeworfen.

Zitat
Zur Minderung tragen dementsprechend bei:
-nicht zu späte Ernte
Die Äpfel sind gerade jetzt erst reif.

Zitat
Zur Minderung tragen dementsprechend bei:
-Verzicht auf anfällige Sorte
Der Tipp kommt zu spät.  Zwinkernd

Zitat
Zur Minderung tragen dementsprechend bei:
-einige Tage Zwischenlagerung bei 15°C beschleunigen den Abbau nach der Ernte
Werde ich mir für zukünftige Ernten merken.

Gruss willem
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Soblu
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Soblu
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« Antworten #10 am: 25. September 2006, 11:29:59 »

Habe gerade erst Deinen Link gelesen.  Augen rollen
Im Großen und Ganzen steht ja fast das drin, was ich auch aufgeschrieben habe.

Nur das mit dem Calcium steht bei mir nicht mal ansatzweise.  Unentschlossen
Falls es am Calcium liegt, kann eine Bodenbehandlung nur langfristig helfen. Bei Neigung zu Stippigkeit wird in den normalen Obstanlagen bei den Pflanzenschutzmassnahmen ab Juli Calcium (Calciumchlorid 0,5-0,8%ig oder andere Ca-Präparate) mehrfach mit appliziert. Das Calcium wird direkt über die Frucht aufgenommen und kommt so viel gezielter am Ort des Mangels an.
In anderen Ländern sind nach der Ernte auch Tauchbäder/Duschen in 2-3% Calciumchlorid erlaubt und führen bei Stippigkeit, die ja vor allem bei der Lagerung auftaucht, zu guten Ergebnissen. In Deutschland sind nach der Ernte (für den Obstbauern) jegliche Behandlungen untersagt! (steht aber auch alles in Deinem Link unter Stippe)

Zitat
Der Tipp kommt zu spät. Zwinkernd
Du hast mich vorher auch nicht gefragt.  Grinsend  Zwinkernd

Grüße Soblu

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Sonnige Grüße,

Soblu
spatenstich
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spatenstich
Ein Tag ohne Lachen ist ein schlechter Tag!


« Antworten #11 am: 25. September 2006, 11:51:14 »

Die Erklärungen zur Glasigkeit sind super. Ich kenne die Glasigkeit als physiologischen Mangel.  

Die Calcium- und die Borstippe sind mir bekannt.

Ich schließe mich dem voll inhaltlich an.  

Spatenstich
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willem_baltic
Gast
« Antworten #12 am: 25. September 2006, 12:04:39 »

Die Äpfel schmecken trotzdem. Vielleicht lasse ich ja doch mal eine Bodenanalyse vornehmen.

Gruss willem
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spatenstich
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spatenstich
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« Antworten #13 am: 25. September 2006, 12:37:36 »

Was die Glasigkeit betrifft hat Soblu vollkommen recht. Lagern kannst Du glasige Äpfel nicht. Rasch verzehren ist angesagt.

Was die Bodenanalyse angeht, ist sie auf jedenfalls zu empfehlen, weil man es dann halt einfach weiß.

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PeterO.
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pecunia non olet


« Antworten #14 am: 25. September 2006, 19:35:05 »

Moin !

Wenn ich mich das mal einmischen darf:
Ds mit der Glasigkeit kenne ich aus meiner -ich sach mal Jugend- und ich kann mich da an zwei Aussagen eines Obstbaumbauern erinnern.
a) soll dies bei frisch gepflanzten, bzw. erstmal tragenden Bäumen so sein. Er hat die Früchte des 1. + 2. Jahrs immer zum Saften gebracht, bzw. selbst gebrannt.
b)auch in einer älteren Plantage ist dies passiert. Der Grund soll gewesen sein, dass diese mit Klärschlamm überdüngt wurde.

cu
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