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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Grichal oder so? -> Rundpflaumen, volkstümlich Kriecherl oder Ringlotten 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Grichal oder so? -> Rundpflaumen, volkstümlich Kriecherl oder Ringlotten  (Gelesen 26174 mal)
Charlie-brown
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« am: 13. Juni 2006, 20:21:59 »

Hallo

Ich breuchte euer Fachwissen.
Es geht um einen Strauch der in unserem Garten wächst.
Wir wissen nämlich nur seinen Dialekt Namen.
Der ist Grichal oder Krichal.

Der Stauch ist bereits ca. 5 Meter hoch hat rote Blätter, blüht zeitig im Frühjahr mit vielen zart-rosa blüten und trägt dann Kirschähnliche Früchte.

Kennt jemand die Botanische Bezeichnung?
Ach ja, mein Wohnort ist in Oberösterreich.

Grüße
Josef


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Grossbuchstaben bzw. Sonderzeichen aus dem Threadtitel entfernt. Siehe hierzu auch: Thread-Titel in der Netiquette. Gruss, Walther
« Letzte Änderung: 15. Juni 2006, 11:24:47 von Walther » Gespeichert
Pflaume
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« Antworten #1 am: 13. Juni 2006, 21:01:55 »

Hallo,

Deine Beschreibung paßt eigentlich exakt auf
Prunus cerasifera Nigra (sofern die Früchte nicht sonderlich schmackhaft sind)
Prunus cerasifera läuft auch im Volksmund schon mal unter Kriacherl, die Nigra aber eher unter Blutpflaume.

Grüße
Pflaume
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Credo, quia absurdum - Tertullian
Pflaume
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« Antworten #2 am: 13. Juni 2006, 21:06:38 »

Ach ja, Voraussetzung ist, die Blätter sind elliptisch, klein im Verhältnis zu einem Pflaumenblatt, rundum leicht gezahnt. Der Stein ist klein und rund.

An den Ästen sind gerne Dornen.
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Credo, quia absurdum - Tertullian
spatenstich
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spatenstich
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« Antworten #3 am: 14. Juni 2006, 06:59:44 »

Es gibt da einen kleinen Fruchtbaum, das Kricherl, das je nach Typ "brav" (nicht ausläufertreibend) oder eben "nicht brav" (ausläufertreibend - war aber eh jedem/jeder klar) ist.

Von dem Kricherl gibt es auch Selektionen. Wie z.B.
Kricherl 91: nicht bestimmte Lokalsorte, Sämling, IX-X, runde, gelbe, bereifte, süße, steinlösende Früchte

Kricherl sind so herrlich anspruchslos, optimal für Windschutz, Sichtschutz, Blütenhecken, Naschgärten, .....

Ausserdem geben sie einen super Schnaps/Likör, Saft, Kompott, Marmelade, Fruchtmus, ......

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spatenstich
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spatenstich
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« Antworten #4 am: 14. Juni 2006, 07:01:06 »

Ich wollte noch dazuschreiben, dass ich heuer wieder 2 gesetzt habe. Gekauft hab ich sie beim Artner an der Grenze Waldviertel / Oberösterreich.

Spatenstich  Grinsend
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Elisa
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« Antworten #5 am: 14. Juni 2006, 12:17:43 »

Wie der lateinische Name des "Kriecherl" ist, kann ich dir leider auch nicht beantworten. Jedenfalls läßt sich daraus wirklich guter Schnaps machen!

Hier in der Steiermark werden nur die kleinen, dunklen Früchte "Kriecherl" genannt. Die gelb-grünen, runden, größeren Früchte werden bei uns "Butterln" genannt. Schmecken wirklich köstlich!

LG, Elisa
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Charlie-brown
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« Antworten #6 am: 14. Juni 2006, 18:37:56 »

Ach ja, Voraussetzung ist, die Blätter sind elliptisch, klein im Verhältnis zu einem Pflaumenblatt, rundum leicht gezahnt. Der Stein ist klein und rund.

An den Ästen sind gerne Dornen.

Hallo, ob die Blätter kleiner oder größer einem Pflauemblatt sind kann ich nicht feststellen, in ermangelung eines Plaumenblattes. Mein Blatt ist dunkel grün mit einem roten Einschlag, ist am Rand gezähnt und nicht ganz elliptisch da es noch eine kleine Spitz am ende hat. Die länge ist ungefähr 7cm.
Zur Frucht: Von der Form her wie eine Kirsche und eindeutig von roter Farbe.Momentan noch sehr hart, habe sie trotzdem gekostet. Schmeckt nicht süß, dürfte aber noch nicht reif sein. Das Fleisch löst sich schlecht vom Kern und der ist nicht rund sondern elliptisch und leicht bauchig.
Zu den Ästen. Die haben keine Dornen.
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Charlie-brown
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« Antworten #7 am: 14. Juni 2006, 18:39:21 »

Hallo

Es kann auch ganz anders heissen.
Grichal sagt meine Mutter dazu, weis aber nicht ob das richtig ist.
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Laurin
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Den Garten machen die Blumen, nicht der Zaun


WWW
« Antworten #8 am: 14. Juni 2006, 19:41:47 »

Hallo
Kannst du verraten von wo du bist. Kriechen, Kriecherl, wie auch immer sind eigentlich im Süddeutschen-österreichischen Raum verbreitet und werden zu den Primitivpflaumen gezählt, da das Fleisch nicht kernlösend ist und daher schlecht verwertbar. Werneck hat sich mit ihnen in Oerlsterreich sehr beschäftigt. Er bezeichnet die blauen , etwas säuerlichen, rundlichen Pflaumen als die echten Kriechen . Sie sind nahe mit den Schlehen und der St Julien Pflaume verwandt. Mich würde interessieren , wann deine reifen, wie sie schmecken. Wäre auch an einem Kern interessiert, da sie kernecht fallen. Kerne haben übrigens  gute Bestimmungsmerkmale.
Habe schon einige Typen in meiner Sammlung.
Ich denke jedoch , deine ist dir rotblättrige Myrobalane ( Kirschpflaume), ist eher Zierbaum.
LG
Laurin
« Letzte Änderung: 14. Juni 2006, 19:43:12 von Laurin » Gespeichert
Pflaume
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« Antworten #9 am: 14. Juni 2006, 19:52:35 »

Hallo,

die Blattbeschreibung paßt einwandfrei, wenn auch schon relativ groß. Beim Kern, der dürfte noch nicht ganz fertig sein. Rund verstehe ich nicht als Ball, sondern rund im Gegensatz zu z.B. den länglichen Kernen von Zwetschgen. Dornen sind nicht Pflicht, aber zumindest bei uns hier leider meist vorhanden.
Eine reine Nigra ist es nach Deiner Beschreibung aber nicht, vermutlich ein Sämling, die variieren stark.

Grüße Pflaume
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Credo, quia absurdum - Tertullian
gregor
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« Antworten #10 am: 15. Juni 2006, 07:37:18 »

Wie der lateinische Name des "Kriecherl" ist, kann ich dir leider auch nicht beantworten.

Ich denke ebenfalls, daß es sich nicht ums echt Kriecherl handelt, sondern um Kirsch-Pflaume oder Myrobalane (Prunus cerasifera) in der Sorte 'Nigra' oder einem 'Nigra'-Sämling.
Das echte Kriecherl wäre Prunus domestica subsp. insititia.
Jedenfalls sind beides sog. "Rundpflaumen", die volkstümlich schon mal alle unter Kriecherl oder Ringlotten zusammengefaßt werden können, wobei oft kleinfrüchtige Sorten Kriecherln und großfrüchtige Ringlotten genannt werden.
« Letzte Änderung: 15. Juni 2006, 07:38:31 von gregor » Gespeichert

d'Ehre
Grischa
Charlie-brown
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« Antworten #11 am: 15. Juni 2006, 10:35:20 »

Hallo

Also der Stauch steht in der "Welser Heide", in Oberösterreich.
Er ist wild aufgegangen, und hat überlebt da er mit seinen roten Blättern meiner Mutter gefallen hat.
Mit der Bezeichnung "Grichal Krichal" sind laut Auskunft meiner Mutter auch gelbliche Früchte bei einem Bauern in der nähe bezeichnet worden. Diese Bezeichnung dürfte in der Umgangssprache für eine ganze Gruppe ähnlicher Früchte verwendet worden sein. Die gelben wurden übrigens nicht gegessen.

DANKE für die vilen Antworten.
Es wird sich wohl um Kirsch-Pflaume oder Myrobalane handeln, Sorte Nigra.
« Letzte Änderung: 15. Juni 2006, 10:44:40 von Charlie-brown » Gespeichert
jepe
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« Antworten #12 am: 15. Juni 2006, 11:22:00 »

Ich kenne hier (Ostösterreich) 2 Arten von "Kriacherl", beide wachsen auch wild an Waldrändern: die blaurote Form die eher herb, säuerlich und weniger süss schmeckt (aber dennoch gerne gegessen wird, gesund vitaminreich, gerbstoffreich), sie ist eindeutig mit der Schlehe, etc. verwandt. Sie hat meist lange spitze Dornen.
Der Baum ist meist mehrstämmig und hat eher dünne oft auch rankende Zweige und wird nicht sehr hoch.

Die 2. Sorte (hier häufiger) hat eher Baumcharakter, meist einstämmig, wird bis zu 4-6 Meter hoch, hat keine Dornen, die Früchte sind gelblich und sehr süss (Reifezeit: August/September) und schmecken sehr gut und werden gerne gegessen.
Die Blattformen sind bei beiden sehr ähnlich, nur ist das Blatt bei der rotfrüchtige Sorte am Rand meist rötlich überlaufen und das Blatt ist insgesamt etwas derber und rauer als bei der gelblichen Sorte.
Beide Früchte sind rundlich und gar nicht kernlösend.

Jepe
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Habakuk
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« Antworten #13 am: 18. Juli 2006, 01:30:00 »

Hallo Charlie Brown!

Da ich in Deiner Gegend wohne, kenne ich mich ganz gut aus damit. Im Stadtgebiet von Wels wachsen etliche Exemplare davon. Wo, schicke ich Dir gerne mit PM.

Da dürfte es in der Urzeit eifrige Sortenvermehrer gegeben haben.

Üblicherweise findest Du hier bei uns gelbe, rote und gelbrote Früchte. Sie schmecken "süßäuerlich" und haben fast nie "Würmer".

"Kriacherl" werden/wurden als Pfropfunterlage von Pflaumen und Zwetschken verwendet und häufig schlagen Wurzelausläufer heraus, wachsen hoch und werden von Vögeln vermehrt.

In der Gegend von Eferding kenne ich einen verlassenen Bauernhof, der von "wilden Zwetschken" umwuchert ist. Kleinfrüchtig, säuerlich, blau, aber ein ganz toller Anblick.
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Als die Mücke zum ersten Male den Löwen brüllen hörte, da sprach sie zur Henne: "Der summt aber komisch." "Summen ist gut", fand die Henne. "Sondern?", fragte die Mücke. "Er gackert", antwortete die Henne. "Aber das tut er allerdings komisch."
aus: A.Paula/T.Fritz (Hg.): Brücken zum Fremden
Charlie-brown
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« Antworten #14 am: 15. Oktober 2006, 18:02:14 »

Danke für die vielen Antworten und führ meine späte Antwort möchte ich mich entschuldigen.
Es ist sicher eine Myrobalane.
Habe gerade eine Frucht gekostet. Sie war schon fast überreif. Fruchtfleisch rötlich, Geschmack fad, Kern abgeflacht (ähnlich einer Zwetschke), Fruchtgröße ca. 2 bis 3cm Durchmesser.
Im Frühjahr eine Augenweide.

« Letzte Änderung: 15. Oktober 2006, 18:08:45 von Charlie-brown » Gespeichert
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