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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Eiweißfreie Süßkirsche 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Eiweißfreie Süßkirsche  (Gelesen 5209 mal)
willem_baltic
Gast
« am: 27. November 2005, 19:44:56 »

Moin Moin,

meine Schwägerin wünscht sich zum Geburtstag (Ende Januar) eine Süßkirsche. Unsere Kirsche (Sorte unbekannt) ist immer voll mit Maden in den Früchten. Gibt es Sorte, die bei den Insekten nicht so beliebt sind, also nur pflanzliches Eiweiß enthalten, oder kann das an der Sorte nicht festgemacht werden? Kann Ende Januar, Anfang Februar gepflanzt werden?

Gruß willem
« Letzte Änderung: 03. Dezember 2005, 21:05:10 von willem_baltic » Gespeichert
Wühlmaus
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Wühlmaus
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« Antworten #1 am: 28. November 2005, 11:10:10 »

Erstmal zum Pflanztermin: Hier auf der Rauen Ostalb bräuchtest Du mit recht hoher Wahrscheinlichkeit einen dicken Bohrer und Dynamit um ein geeignetes Pflanzloch "zu schaffen". Eine gute Schneeschaufel und ein stabiler Pickel sollten vorhanden sein, um zum Ausgewählten Pflanzort zu kommen  Zunge
Aber ganz ohne Witz: So gut finde ich diesen Zeitpunkt nicht, da der Boden auch in Regionen mit milderen Wintern doch recht runtergekühlt und meist auch seeeehr naß ist. Da würde ich doch eher bis zum Frühjahr warten.

Und zur Fleischhaltigkeit: Mir ist keine Sorte bekannt, die da spezielle Resistenzen hat. Allerdings kann man mit frühtragenden Sorten die Kirschfruchtfliege austricksen. Dazu sollte der Baum aber in einer Region stehen, die nicht allzu spätfrostgefährdet ist...

WühlmausGrüße

PS: In Zeiten der sich häufenden Fleischskandale ist allerdings eine solche herkunftsgesicherte FleischQuelle nicht unbedingt zu verachten Zwinkernd Cool
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Re-Mark
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« Antworten #2 am: 28. November 2005, 12:50:50 »

Es heißt, Kirschen, die bis zur dritten Kirschwoche reifen, wären madenfrei, da das zu früh für die Kirschfruchtfliege wäre. Zur Pflanzung von Obstbäumen heißt es normalerweise 'von Oktober bis zum Austrieb, wenn der Boden frostfrei ist'. Ende Januar/Anfang Februar scheint mir aber ein ausgesprochen ungünstiger Termin zu sein. Dann lieber jetzt, wenn es nochmal taut, oder aber Ende Februar/Anfang März.

Süßkirschen brauchen normalerweise eine andere Sorte als Befruchter, die auch auf den gleichen Baum veredelt sein kann. Sauerkirschen sollen auch als Befruchter taugen, aber die Blütezeit muß natürlich passen.
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Soblu
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Soblu
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« Antworten #3 am: 28. November 2005, 13:26:26 »

Hallo Willem,

ich hab mal im Obstbaubuch nachgeschlagen.
Bei den beiden frühesten Sorten steht "geringe Anfälligkeit für Kirschfruchtfliege".
Sortennamen: "Souvenir des Charmes" Synonym "Moreau" und "Burlat".
Letztere habe ich selbst erst im Frühjahr diesen Jahres gesetzt und dem zufolge noch keine Kirschen geerntet.
Befruchtersorten für beide Sorten sind: "Van", "Lapins", "Sweetheart®"
Evtl. hat ja auch jemand in der Nachbarschaft schon eine passende Befruchtersorte stehen?!


Viele Grüße

Soblu
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Sonnige Grüße,

Soblu
Re-Mark
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« Antworten #4 am: 28. November 2005, 14:41:49 »

Ziemlich nervig ist, dass die Angaben bezüglich der Eigenschaften von Süßkirschen von Quelle zu Quelle extrem streuen. So wird z.b. Lapins in dem Buch von Feucht/Vogel/Schimmelpfeng "Kirschen- und Zwetschenanbau" in der 3. und 4. Kirschwoche geführt, bei Biogärtner.de in der 5.-6. und im Buch von Keppel/Pieber/Weiss/Hiebler "Obstbau", 2. Auflage, in der 6.-7. Kirschwoche. Eine Kirschwoche umfasst übrigens mehr als 7 Tage, eher 11-14, und auch zu ihren Zeiten habe ich verschiedene Angaben gefunden. Zumindest scheinen sich alle darüber einig zu sein, dass Burlat aufgrund ihrer frühen Reife wenig Kirschfruchtfliegen-gefährdet ist und auch sonst recht empfehlenswert scheint.

In der Sortenliste von Baumgartner finden sich noch die Frühe Maikirsche, Kassins Frühe und Teickners Schwarze Herzkirsche als besonders frühe Sorten. Ich war mit der Lieferung von Baumgartner (diesen Herbst) übrigens bisher sehr zufrieden.
Bei König hört sich die Frühe Rote Meckenheimer sehr gut an: Spätfrostunempfindlich, platzfest, früh...

In der Selbstpflückplantage in Marquardt, in der ich mir dieses Jahr ein paar Kilo Süßkirschen geholt habe, sagte man mir, dass sie dort über hundert Sorten stehen hätten, immer drei Bäume eine Sorte. Ich habe aber noch nie eine Liste mit mehr als fünfzig Süßkirschsorten gesehen.
Im wenige hundert Meter weiter liegenden Bundesssortenamt hatte man wohl sogar über dreihundert Sorten, aber die meisten Bäume sollten diesen Herbst gefällt werden. Traurig
« Letzte Änderung: 28. November 2005, 15:02:40 von Re-Mark » Gespeichert
spatenstich
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spatenstich
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« Antworten #5 am: 30. November 2005, 08:54:58 »

Mein Wissenstand deckt sich mit dem von Re-Mark.

Die Kirschfruchtfliege tritt ab der 3.-4. Reifewoche auf. Frühe Sorten sind daher in der Regel eiweißfrei.

Die Kirschfruchtfliege kennt die Reifewochen nicht, aber ihre Entwicklung ist temperaturabhängig und sobald die erforderliche Temperatursumme erreicht ist (im Regelfall bei der 3.-4. Reifewoche der Kirschen) haben wir Vollkost im Obst.

Spatenstich
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Soblu
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Soblu
Klimazone 7a Naturraum 467


« Antworten #6 am: 30. November 2005, 09:28:07 »

Hallo zusammen,

was ich noch anmerken wollte.
Unser Nachbar hat einen der frühsten Süßkirschbäume in unserer Nähe.
Viel erntet er nicht, weil die Stare ihm alles wegfressen (er hat so ziemlich alles probiert)  Augen rollen

Unser Baum steht nur 30m hin, trägt 2-3Wochen später und hat erst zum Ende hin Starenbesuch. Allerdings werden mit ihm zusammen auch einige Bäume in der Nachbarschaft reif, was die tierischen Fresser entsprechend auf die Bäume verteilen dürfte.
Ich hab beim Essen nur selten in die Kirschen geschaut; dauert ja auch viel zu lange  Grinsend
Aber wenn ich mich dann mal Zeit dazu hatte, dann war eigentlich nie eine Made zu sehen.
Ich spritze nicht (wäre auch ne Möglichkeit für eiweißfreie Kirschen- aber keine ökologischen)und hänge auch keine Gelbtafeln oder sonstiges in den Baum!

Beste Grüße

Soblu
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Sonnige Grüße,

Soblu
willem_baltic
Gast
« Antworten #7 am: 03. Dezember 2005, 21:11:02 »

Moin, danke für die Antworten
und sorry, dass ich mich erst jetzt melde,

aber ein fieser "Atemwegsinfekt" hatte sich meiner bemannt.

In der Regel gibt es zwar in Holstein im Februar Frost, aber der Boden ist selten über eine längere Zeit gefroren; allerdings ist er ausreichend naß, also wird später gepflanzt.

Ich benötige also eine frühe (wegen der Kirschfruchtfliege), aber nicht ganz frühe Sorte (wegen der Vögel). Das sollte ich hinbekommen. Nochmals herzlichen Dank.

Gruß willem
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karmina
Gast
« Antworten #8 am: 04. Dezember 2005, 12:33:12 »

Hallo Willem,

es gibt auch Kirschbäume, auf die sind zwei oder sogar drei Sorten drauf veredelt. Wir haben einen mit zwei Sorten, weil hier in der Gegend kaum noch jemand Obstbäume im Garten hat und ich mir nicht sicher war, ob das dann mit dem Befruchten klappt. Und für zwei so Monster ist unser Garten zu klein. Außerdem hab ich zwei helle Kirschsorten(frag mich nich welche???), damit die Vögel nicht so schnell spitzkriegen, dass die Kirschen schon reif sind.

Die Vögel merkens tatsächlich nicht, bzw. ist um die gleiche Zeit unseres Felsenbirne reif und da sitzen die Amseln drin.
Aber die Eichhörnchen fallen in Scharen in unsere Kirsche ein, knabben alles an und wir schauen dumm aus der Wäsche. Maden hatten wir noch keine, aber wie man sieht ist es trotzdem  gar nicht so einfach, was von den Kirschen abzubekommen.
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