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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Guter Ertrag bei Apfelhochstamm auch ohne Pflege ? 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Guter Ertrag bei Apfelhochstamm auch ohne Pflege ?  (Gelesen 8535 mal)
catia
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« am: 22. November 2005, 21:57:27 »

Hallo Obstbau-Freunde,

da ich hier zum erstenmal schreibe, darf ich mich kurz vorstellen: m., 42Jahre, neben einem Hausgarten noch eine Obstwiese (5000qm)im Taunus auf 250müNN, seit einigen Generationen im Familienbesitz. Meine "Brötchen" verdiene ich aber im Maschinenbau.

Geplant ist die Pflanzung von 36 Hochstämmen, als "Lückenfüller".
Seit bald 30 Jahren beobachte ich ein Apfelhochstamm der ohne jede Schnittmaßnahme und Düngung reichlich trägt, ein Mostapfel, so ca.5-12 Zentner im Jahr. Die mächtige Krone wirkt schon "Landschaftsbildend".
Wenn ich mir den Baum so betrachte, muß ich jede Schnittmaßnahme in Frage stellen!!!
Der Hochstamm also ein "pflegeleichter Baum"Huch
Wer hat ähnliche Erfahrungen?


Hoffe man sieht die Bilder.


Grüße Thomas

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Betreff geändert; Gruß Walther
« Letzte Änderung: 25. November 2005, 12:32:07 von Walther » Gespeichert
Amur
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« Antworten #1 am: 24. November 2005, 09:30:25 »

Die Äpfel auf dem Bild sind aber keine Schafsnasen. Das mal vorweg. Die Schafsnase ist länglich und eben so krumm wie eine Schafsnase. Ausserdem nicht so rot sondern gelb. Wir hatten mal einen Baum, der wohl original eine Schafsnase war, aber umveredelt wurde. Ein paar Wasserschossen haben wir durchtreiben lassen und sind dann in den "Genuß" der Schafsnasen gekommen. Wir haben sie dann wieder abgeschnitten.

Zurück zum Baum:
Wenn du mit der Krone zufrieden bist, dann braucht so gut wie kein Apfelbaum einen Schnitt.
Die Krone ist über die Jahre viel zu dicht geworden und es wird dir über kurz oder lang der eine oder andere Ast aus dem Quirl rausbrechen aus dem alle rauskommen. Und dann gehts vollends schnell dem Ende zu.
Wie man sieht, hats auch jede Menge Totholz schon in der Krone.
Also ein Auslichtungsschnitt würde nicht schaden. Aber das Leben des Baumes verlängern.
Ansonsten ist es sicher Sorten- und Standortabhängig wie es mit dem Ertrag und der Lebensdauer solcher Bäume bestellt ist. Auf einer windigen Kuppe wäre dein Baum schon längst über den Jordan geblasen worden.
Maunzenäpfel, Welschisner, Brettacher, u. a., meist in der Qualität nur am unteren Ende angesiedelte Sorten, bringen auch ohne Pflege durchaus Ertrag. Häufig aber unmengen kleine und oft minderwertige Früchte.

Ansonsten dauert eben auch ein moderater Auslichtungsschnitt an einem solchen großen Baum, wesentlich länger als dasselbe an kleinen Büschen für die ich keine Leiter brauche.

mfg

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catia
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« Antworten #2 am: 24. November 2005, 23:41:28 »

Hallo Amur,

danke für deine ausführliche Antwort.
Die Bezeichnung "Schafsnase" habe ich von meiner Oma übernommen, leider ohne es zu hinterfragen. Wenn du einen Vermutung hast, kannst du diese bitte äußern?
Danke auch für deine Beurteilung der Krone, ich kann das schon nachvollziehen was du meinst. Nur wenn man vor der Aufgabe steht, zahlreiche Obstbäume zu pflanzen, dann überlegt man schon ob man den "Pflegeaufwand" niedrig halten kann. Viertel- und Halbstämme habe ich im Garten und schneide diese auch regelmäßig, daher versuche ich natürlich die zukünftige "Schneidarbeit" bei den Hochstämmen in Grenzen zu halten. Das war mein Anliegen.

Grüße Thomas
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pinat
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pinat
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« Antworten #3 am: 25. November 2005, 11:28:57 »

Hallo Thomas,

wenn Hochstämme in der Jugend gut erzogen sind, hält sich der Schnittaufwand bei den älteren Bäumen in Grenzen. Bei deiner Neupflanzung solltest du daher auf einen fachgerechten Pflanz- und Erziehungsschnitt achten. Damit ersparst du dir später viel Aufwand.

Viele Grüße
pinat
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Sven
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Sven
Weinreben - Kletterpflanzen - Rankhilfen


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« Antworten #4 am: 26. November 2005, 20:01:26 »

Hallo Thomas,

wenig Pflegeaufwand bedeutet ja nicht nur wenig Schnitt, sondern auch wenig Pilz- und Schädlingsbekämpfung, wenig Bodenbearbeitung usw. Leider geben viele Baumschuler nicht definitiv an, welche Sorten da besonders geeignet sind. Ich empfehle Dir wärmstens den antiquarischen DDR-Petzold „Apfelsorten“, aber den separaten Band, nicht den Sammelband mit allen Obstsorten. Da ist jede Sorte ausführlich genau nach diesen Kriterien beschrieben, wobei wir damals im Osten allgemein mehr Zeit hatten für solche Liebhabereien und man jetzt manches da vielleicht noch deutlicher sagen müsste bezüglich des Pflegeaufwandes. Es geht damit los, dass eine Menge Sorten im Grasland gar nicht klar kommen, also „offenen“ Boden brauchen usw. Die Mehltauproblematik ist inzwischen schärfer als vor 10, 15 Jahren. Hinzu kommt noch das bei manchen Sorten nötige Ausdünnen, um bessere Früchte zu bekommen, und dann natürlich die ganzen tierischen Schädlinge wie Blutläuse, Apfelwickler usw., da leckt sich ein ganzes Bataillon jetzt schon die Finger nach deinen künftigen Bäumen.... Und dann lässt sich auch im regionalen Umfeld herausfinden, welche Schädlinge und Probleme gehäuft auftreten, das lässt sich dann mit den Sortenbeschreibungen abgleichen.

Dann möglichst Exemplare mit Zwischenveredelung („Stammbildner“) wählen wegen des Strammkrebses usw., sonst ist mancher Baum schon wieder halb weg, bevor er in Ertrag kommt. Ich empfehle da „Brenninger“ aus Oberbayern als Versandbaumschule.

Es ist ganz allgemein so, dass sich die Leute viel mehr zutrauen an Pflegeaufwand, als sie später wirklich zu leisten imstande sind wegen beruflicher und familiärer Belastung. Ich kann davon aus der gewerblichen Arbeit mit Kunden im grünen Bereich ein Lied singen....

Beste Grüße von Sven!
« Letzte Änderung: 26. November 2005, 20:03:33 von Sven » Gespeichert
catia
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« Antworten #5 am: 27. November 2005, 21:55:21 »

@ Sven,

danke für für deine Buchemfehlung, mal schaun ob man noch irgendwo ein Exemplar ergattern kann.
Der Internet-Auftritt der Baumschule "Brenninger" ist mager ausgefallen, werde mir aber mal einen Katalog bestellen....
Die ersten Bäume sind gepflanzt, die Kelterei "Heil" hat subventionierte Pflanzen abgegeben, 15 EUR sind glaube ich ungeschlagen, hier mal die Sorte "Berner Rosenapfel":

Mit "Mäuseschutz":


Grüße Thomas
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Konrad Ilg
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« Antworten #6 am: 28. November 2005, 06:41:00 »

Ohoo..Berner Rosenapfel [Schweiz]
Hab den noch in Erinnerung als Kind....
ziemlich frueher Apfel, ganz dunkel rot in der
Farbe, etwas weich, schmeckt gut, haelt
nicht lange, wie andere frueh Aepfel.

Das Mausegitter??
Wie gross ist die Oeffnung...es scheint, die meisten Maeuse koennen durch?
Konrad
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catia
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« Antworten #7 am: 29. November 2005, 20:36:08 »

Hallo Konrad,

habe den Mäuseschutz als "Drahthose" ausgeführt, 60cm tief. Als die Wurzel bedeckt war, habe ich die restlichen 40 cm zum Stamm hin umgebogen, da geht keine Maus mehr durch! :-)

Grüße Thomas
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Konrad Ilg
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« Antworten #8 am: 30. November 2005, 05:30:17 »

Hi Thomas!
Was ich meinte, das Drahtgeflecht, wie gross die Loecher sind?
Habe nachgelesen.....sollten 10 bis 12 mm sein. Das sollte OK sein mit Euren
Feldmaeusen.
Bei uns kann man sowas nicht anwenden, wir haben das problem mit kleinen
Maeusen, die Voles, aenliches wie Hausmaus, man sagt, die koennen in in ein Loch, nicht groesser wie ein Bleistift Dicke.
Gruss
Konrad
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spatenstich
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spatenstich
Ein Tag ohne Lachen ist ein schlechter Tag!


« Antworten #9 am: 30. November 2005, 08:11:05 »

Hallo Catia!

Gratuliere zu dem schönen Baum! Ich denke, wenn Du den Baum vital und gesund erhalten möchtest, ist ein begleitender Pflegeschnitt unbedingt erforderlich. Das ist zwar bei so einem schönen, großen Baum eine "Fitzel-Arbeit" - aber an einem schönen sonnigen, warmen Tag ist das durchaus entspannend und angenehm.

Du erzielt dabei eine bessere Durchlüftung und es kann sich ein Holzzerstörer (Baumschwamm) ansiedeln. Solche Arbeiten führe ich gerne in der Zeit durch, in der kein Laub am Baum hängt. Damit habe ich den besseren Durchblick.

Extensive Kronenerziehung und guter Ertrag beim Hochstamm widersprechen sich nicht. Der Hochstamm braucht nur wesentlich länger bis er in den Vollertrag kommt. Das kann bei manchen Sorten (die da viel mitwirken) dann schon bis gut 15 Jahre dauern.

Viel Spass mit dem Baum!

Spatenstich
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