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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Aussaat von Quittensamen 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Aussaat von Quittensamen  (Gelesen 18924 mal)
Ottilie
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Klimazone 6b


« am: 15. November 2005, 19:07:47 »

Hallo,

ein Nachbar von mir hat einen Quittenbaum, der besonders schöne, aromatische Quitten trägt. Obwohl ich von ihm immer reichlich Quitten geschenkt bekomme, würde ich gerne genau diese Sorte bei mir im Garten haben.
Er selber weiß den Sortennamen nicht, weil er diesen Baum eigentlich als Apfelbaum in einer Baumschule gekauft hat. Dann hat er sich jahrelang über die harten, ungenießbaren "Äpfel" geärgert.

Ich habe nun von diesen Quitten Samen und möchte wissen, ob man sie auch durch Aussaat vermehren kann. Veredeln oder so kann ich nicht bzw. habe ich noch nie gemacht.

Liebe Grüße - Ottilie

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Giuseppe
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« Antworten #1 am: 16. November 2005, 00:51:47 »

Hallo Ottilie,

mit Aussaat wird das sicher nicht die identische Sorte. Das geht nur durch vegetative Vermehrung, sprich Veredeln. Wenn Du es noch nicht gemacht hast, dann probiere es halt mal. Material zum Üben hast Du ja offenbar genug. Du musst Dir nur noch eine passende Unterlage in einer Baumschule besorgen - oder Du säst doch aus und ziehst sie Dir selbst heran. Das ist dann allerdings ein längerwährendes Geschäft, sodass Du schon noch einige Jahre die Quitten vom Nachbarn wirst abnehmen müssen.

Giuseppe
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« Antworten #2 am: 16. November 2005, 10:48:54 »

ein Nachbar von mir hat einen Quittenbaum, der besonders schöne, aromatische Quitten trägt. Obwohl ich von ihm immer reichlich Quitten geschenkt bekomme, würde ich gerne genau diese Sorte bei mir im Garten haben.

Das geht nicht per Aussaat. In Büchern habe ich aber widersprüchliche Angaben zu Steckhölzern bei Quitte gefunden. Möglicherweise funktioniert es bei einigen Quittensorten, bei anderen nicht. Versuch es doch auf jeden Fall mal, kostet ja nichts. Ich probiere es auch dieses Jahr, mit 20-30 cm langen Steckhölzern, von denen ich nur zwei oder drei Augen über die Erde ragen lasse.

Zitat
Ich habe nun von diesen Quitten Samen und möchte wissen, ob man sie auch durch Aussaat vermehren kann. Veredeln oder so kann ich nicht bzw. habe ich noch nie gemacht.

Ich habe letztes Jahr Quitten in Töpfe gesät, die Samen frisch aus der Frucht (nicht getrocknet), nur vorher über Nacht in Wasser und danach etwas den Schleim abgerieben. Die Töpfe hatte ich zunächst draußen, auch bei Frost, da Obstgehölze normalerweise eine Kälteperiode brauchen, um keimen zu können. Irgendwann im Winter habe ich sie reingeholt, was ein Fehler war, da sie sehr schnell loskeimten, und es im Haus eigentlich zu dunkel war. Also vielleicht lieber gleich ins Freiland säen. Und nicht mit Kernen sparen, lieber mehrere Dutzend oder Hundert nehmen und später die schönsten Sämlinge auswählen. Aber die gleiche Sorte wie dein Nachbar wirst du so nicht erhalten.

Ich habe mich auch noch immer nicht an eigene Veredlungen gewagt, aber für nächstes Jahr habe ich es mir fest vorgenommen. Im Prinzip ist es doch wirklich recht einfach. Und Unterlagen sollen preisgünstig zu bekommen sein. Versuch es doch auch mal.
« Letzte Änderung: 16. November 2005, 10:49:48 von Re-Mark » Gespeichert
Ottilie
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Klimazone 6b


« Antworten #3 am: 16. November 2005, 13:30:13 »

Hallo,

Das mit der Aussaat probier ich trotzdem mal. Ich werde die Quittensamen in Blumentöpfen mit 1 cm Erde bedecken und die Töpfe dann im Boden eingraben. Über Verbesserungsvorschläge würde ich mich freuen!

@ Re-mark:
Wie geht das mit den Steckhölzern genau?
Man schneidet von dem gewünschten Quittenbaum kleine Ästchen ab, steckt sie einfach in den Boden und dann bekommen sie Wurzeln?
Worauf muss ich da achten? Schneidet man spitz oder schräg?
Wie tief steckt man diese Ästchen in die Erde?
Wann macht man das am besten?

Für die Beantwortung meiner vielen Fragen wäre ich dir sehr dankbar!

LG - Ottilie  
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« Antworten #4 am: 16. November 2005, 13:52:48 »

Das mit der Aussaat probier ich trotzdem mal. Ich werde die Quittensamen in Blumentöpfen mit 1 cm Erde bedecken und die Töpfe dann im Boden eingraben. Über Verbesserungsvorschläge würde ich mich freuen!

Wozu die Töpfe? Wenn du sie da ein, zwei Jahre drin lassen willst, dann werden die Wurzeln schön an der Topfwand lang im Kreis wachsen.

Zitat
@ Re-mark:
Wie geht das mit den Steckhölzern genau?

Wie gesagt, ich habe damit bei Quitten auch noch keine Erfahrung, nur bei Johannisbeeren.

Zitat
Man schneidet von dem gewünschten Quittenbaum kleine Ästchen ab, steckt sie einfach in den Boden und dann bekommen sie Wurzeln?

Man schneidet von schönen langen diesjährigen Trieben (bleistiftstark) ca. 20 cm lange Stücke, also nicht irgendwelche dünnen Ästchen. (Bei Johannisbeeren klappt es u.U auch mit 10 cm langen Hölzern, ich kenne die optimale Länge für Quitten nicht.) Die werden jetzt im Herbst (oder auch im Frühjahr?) in den Boden gesteckt. Sie sollten dann im Laufe des Jahres austreiben. Nächsten Herbst kann man sie dann ausgraben und nachsehen, ob sie bewurzelt sind.

Zitat
Worauf muss ich da achten? Schneidet man spitz oder schräg?

Man schneidet gerade, will die Wundfläche ja nicht unnötig groß machen. Keine Ahnung, ob man mit irgendwelchen Mittelchen wie Bewurzlungshormon, Algenextrakt und/oder Eintauchen in dünnflüssigen Lehmbrei die Chancen verbessern kann.

Zitat
Wie tief steckt man diese Ästchen in die Erde?

So, dass nur noch zwei oder drei Augen (Knospen) herausschauen. Jedenfalls bei Johannisbeeren... weiß im Augenblick gar nicht, wie dicht die Knospen bei Quittentrieben stehen. Also zwei Drittel des Steckens sollten schon unter der Erde sein.

Zitat
Wann macht man das am besten?

Jetzt. Oder vielleicht auch im Frühjahr. Am besten zu beiden Terminen, wenn man genug Material hat. Man könnt auch versuchen, jetzt zu stecken, Winterschutz draufpacken, im Frühjahr dann in ein Vermehrungsbeet mit Bodenheizung umzusiedeln. Manche Stecklinge reagieren ziemlich gut auf 'warme Füße', weiß nicht wie das bei Obstgehölzen ist.
'Stecken' evtl. nicht allzu wörtlich nehmen, man drückt die Hölzer nicht unbedingt in den Boden, sondern macht mit einem Spaten eine Spalte, legt sie senkrecht hinein, läßt den Spalt wieder zufallen und drückt an. (das war jetzt eine etwas holprige Beschreibung, ich hoffe es ist trotzdem klar.)

Zitat
Für die Beantwortung meiner vielen Fragen wäre ich dir sehr dankbar!

Bittesehr. Aber eigentlich hatte ich die Antworten auf die meisten der Fragen doch schon in meinem ersten Posting genannt?
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willem_baltic
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« Antworten #5 am: 16. November 2005, 14:42:50 »

Moin Moin,

über Samen wird es nicht sortenecht. Und sich erst die Mühe machen, um nach Jahren festzustellen, dass man eine unterdurchschnittliche Quitte hoch gepäpelt hat?
Ist es nicht am einfachsten und mit den größten Erfolgaussichten eine Vermehrung in einer Baumschule über Veredelung durchführen zu lassen? So können doch auch die Eigenschaften des Baumes beeinflusst werden. Ich habe aber keine Ahnung, wie teuer das wird.

Gruß willem
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« Antworten #6 am: 16. November 2005, 22:01:08 »

Bei Beerensträuchern klappt die Steckholzvermehrung natürlich wunderbar. Die müssen nur kräftig angegossen werden, damit das Holz wirklich überall mit der Erde in Kontakt ist. Dann dürfen sie halt nicht austrocknen und schon treiben sie einige Monate später aus.

Bei Kernobst habe ich es mit den Steckhölzern auch noch nicht probiert - man ist ja bei 300m² froh, wenn man für zwei oder drei Bäumchen Platz hat, ohne dass es gleich eine Obstplantage wird. Es wird aber überall darauf hingeiesen, das man beim Pflanzen der Bäume unbedingt beachten muss, dass die Veredelungsstelle über der Erde bleibt, damit nicht die Edelsorte die Unterlage "überbrückt". Das heißt für mich, dass sie doch eigene Wurzeln bildet. Vielleicht dauert das recht lange, sodass ein Steckholz im allgemeinen nicht so lange überlebt, aber gehen muss es.

Giuseppe
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Klimazone 6b


« Antworten #7 am: 16. November 2005, 23:13:13 »

@Re-Mark:
Vielen Dank für die ausführliche Beschreibung der Methode mit den Steckhölzern. Es ist auf alle Fälle mal einen Versuch wert.
 
Warum ich auf die Idee mit den Blumentöpfen komme?
Weil meine Mutter auf diese Art immer die Pfirsichkerne zum Keimen gebracht hat. Einen Blumentopf mit den Pfirsichkernen ca. 30 cm tief vergraben und das Ganze im Frühjahr vorsichtig wieder ausbuddeln, dann die Keimlinge in einem Beet einzeln setzen und ein paar Jahre wachsen lassen, bis man sie an den endgültigen Standort setzt.
Der Blumentopf dient dazu, dass man die vergrabenen Kerne wieder leichter findet, glaube ich jedenfalls.

@ willem_baltic:

Das mit der Baumschule ist eine gute Idee. Ich werde mich mal erkundigen, ob sie sowas machen und was es kostet.

@ Guiseppe:

Wenn eine Edelsorte so leicht Wurzeln treibt, warum verwendet man denn überhaupt eine Unterlage?
Ich werde mich nächstes Jahr auf die Suche nach guten Johannisbeersorten machen und dann probier ich auch bei denen die Steckholzvermehrung.

Viele Grüße - Ottile
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« Antworten #8 am: 17. November 2005, 23:00:20 »

Ottilie,

ich glaube eigentlich nicht, dass Strauchjohannisbeeren veredelt sind. Dazu ist die Stecklingsvermehrung wirklich zu einfach. Und einen Wildtrieb aus einem Johannis- der Stachelbeerstrauch habe ich auch noch nie gesehen.

Nur die Stämmchen dürften veredelt sein. Da braucht es Sorten, die standfeste Stämme bilden (man muss sie trotzdem noch an einen Pflahl oder ein Gitter binden) und die auch die anderen Sorten gut versorgen können.

Giuseppe
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« Antworten #9 am: 18. November 2005, 15:50:21 »

Ottilie,

ich glaube eigentlich nicht, dass Strauchjohannisbeeren veredelt sind. Dazu ist die Stecklingsvermehrung wirklich zu einfach. Und einen Wildtrieb aus einem Johannis- der Stachelbeerstrauch habe ich auch noch nie gesehen.

Ich glaube, sie bezog sich auf die von dir erwähnten zu tief gepflanzen Edelsorten, z.B. bei Äpfeln, die Wurzeln schlagen und sich von der Unterlage frei machen.

Ottilie, ich würde das nicht gerade 'einfache' Bewurzlung nennen. So ein Baum hat ja viel Zeit, die Wurzeln zu entwickeln und wird dabei die ganze Zeit weiter von den Wurzeln der Unterlage versorgt. Steckhölzer dagegen müssen mit dem an Reservestoffen auskommen, was im Holz gespeichert ist, an der Schnittstelle dringen derweil schonmal Bakterien und Pilze ein. Man könnte es vielleicht mit Abmoosen versuchen. Aber ich habe noch nie gehört, daß jemand einen Tafelapfel abmoost. Warum? Keine Ahnung, vielleicht geht es nicht, vielleicht wäre es für Baumschulen auch nur aufwändiger als eine Veredlung auf eine Unterlage. Vielleicht wollen sie auch keine Liste führen, welche Sorte auf eigener Wurzel wie stark wächst. Und außerdem könnte es sein, daß solche autovegetativ vermehrten Pflanzen länger brauchen, bis sie wieder blühen und fruchten. (Man liest oft davon, daß durch eine Veredlung die juvenile Phase verkürzt wird.)
Hoffe, ich wiederhole mich nicht: Bei Sauerkirschen z.B. hat man in Versuchen wohl sehr positive Erfahrungen mit Bäumen auf eigener Wurzel gemacht. Süßkirschen dagegen kümmerten.

Bei Quitte habe ich zwar schon von Vermehrung per Steckholz gelesen, aber das bezog sich wohl vor allem auf die Vermehrung von Quittenunterlagen, z.B. für Birnen. Bei Fruchtsorten der Quitte habe ich noch keine Quelle gefunden, die von Erfahrungen mit Bäumen auf eigener Wurzel berichtet.
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« Antworten #10 am: 18. November 2005, 23:46:53 »

Ja, stimmt überhaupt,

die ganzen M-Unterlagen von den Äpfeln müssen ja irgendwie vegetativ vermehrt werden - ich schätze mal nicht durch Teilen.

Giuseppe
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Walther

« Antworten #11 am: 21. November 2005, 18:13:32 »

Doch, im Prinzip schon.

Man schneidet den Mutterbaum, von dem man Unterlagen gewinnen will, recht bodennah ab. Es treiben dann zahlreiche Seitenästchen aus, die man entsprechend der Wuchsgeschwindigkeit immer so anhäufelt, dass nur die obersten Blätter rausschauen, damit die Ästchen Wurzeln anlegen. Im Herbst häufelt man vorsichtig ab und schneidet die angewurzelten Ästchen weg. Das sind dann die Unterlagen.

Walther
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