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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Obstbaumveredelung 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Obstbaumveredelung  (Gelesen 9446 mal)
eve
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« am: 09. November 2005, 09:42:40 »

Hallo Ihr Lieben,

wann veredelt man eigentlich Obstbäume? Vorallem Apfel und Birne.
Muß ich dabei auf die Unterlagensorten achten, oder kann ich einfach drauf los?
Gebt mir mal ein paar Tips.
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« Antworten #1 am: 09. November 2005, 11:33:20 »

wann veredelt man eigentlich Obstbäume? Vorallem Apfel und Birne.

Wenn man eine bestimmte Sorte haben möchte, dann muß man zwangsweise vegetativ vermehren, also irgendwie aus einem Zweig oder einer Knospe dieser Sorte eine neue Pflanze machen. Dazu braucht dieser Zweig oder diese Knospe Wurzeln. Steckling machen klappt bei den meisten Obstgehölzen nicht, also veredelt man diesen Zweig oder diese Knospe auf eine andere Wurzeln (sprich: Unterlage) drauf.

Außerdem hat man den Vorteil, daß man die Wuchseigenschaften des zukünftigen Baumes auch durch die Wahl der Unterlage beeinflussen kann, oder aber dadurch eine robustere Wurzel erhält (gegen Frost, Schädlinge, Bodeneigenschaften), als man bei Selbstbewurzelung (Steckling) haben würde. Daher werden auch Obstsorten veredelt, bei denen Stecklingsvermehrung möglich wäre.

Zitat
Muß ich dabei auf die Unterlagensorten achten, oder kann ich einfach drauf los?
Gebt mir mal ein paar Tips.

Ja!! Natürlich muß man auf die Unterlage achten! In mancherlei Hinsicht ist die zumindest für Gelegenheitsgärtner sogar wichtiger als die Edelsorte. Wenn jemand einen Apfelbaum in seinen kleinen Vorgarten setzen will, einfach um Freude an eigenen Äpfeln zu haben, so wird es vielleicht nicht so extrem wichtig sein, ob die nun im September oder Oktober reif sind, ob sie nun gelb, grün oder rot sind, saftig oder sehr saftig (hauptsache nicht trocken) etc.
Aber ob der Baum nun nach zwei Jahren anfängt zu tragen oder erst nach zehn, ob er auf dem Boden überhaupt gedeiht oder nur kümmert, ob er 2,50 m hoch wird (und trotzdem reiche Ernte liefert) oder 10 Meter - all das wird maßgeblich von der Unterlage bestimmt.
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Pflaume
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« Antworten #2 am: 11. November 2005, 08:26:05 »

wann veredelt man eigentlich Obstbäume?

Okulation: Juli bis Ende August
Kopulationsvarianten: Ende Februar bis Blattaustrieb

Zitat
Muß ich dabei auf die Unterlagensorten achten

Frühe Unterlagen harmonieren mit frühen Edelreisern besser, Späte mit späten Edelreisern.

Grüße
Pflaume
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« Antworten #3 am: 11. November 2005, 14:25:40 »

wann veredelt man eigentlich Obstbäume? Vorallem Apfel und Birne.

Uh oh... ich hatte gelesen "warum veredelt man eigentlich Obstbäume..."
Sorry, daher machte meine Antwort vermutlich nicht so viel Sinn.

Zu den Unterlagen: Die Unterlage sollte auch zum Boden passen. Und außerdem sollte man wenn irgend möglich auf Virusfreiheit von Unterlage und Edelreis achten. Das kann man selber nicht feststellen, daher wäre es besser, sich beides von einem Fachbetrieb schicken zu lassen, als das Edelreis von einem alten Baum zu nehmen, der höchstwahrscheinlich virusverseucht ist.

Ich habe im Winter von jemandem Edelreiser bekommen, von einem jungen, gekauften Baum, der daher vermutlich noch nicht virös war. Die habe ich einer Baumschule zum Veredeln gegeben und diesen Herbst die jungen Bäumchen abgeholt. Meine Bäumchen standen zwischen lauter anderen 'Auftragsveredelungen', zumeist natürlich von irgendwelchen alten Bäumen, von denen jemand eine junge Version haben wollte. Meine Pflanzen sahen stärker und gesünder aus als alle um sie herum. Natürlich weiß ich nicht, ob es am Virusstatus lag. Und evtl. wurden meine von den anderen in der Baumschule inzwischen auch mitangesteckt, daran hatte ich damals nicht gedacht. Viren bei Obstbäumen machen sich nicht so schnell bemerktbar, und wenn, dann wohl eher unspezifisch durch insgesamt leicht herabgesetzte Vitalität und evtl. auch Fruchtqualität.

Viele Probleme bei der Veredlung, auch Fälle von Unverträglichkeiten, die man früher auf die Sorte zurückführte, wurden inzwischen als Probleme durch Viren erkannt. Soweit ich das mitbekommen habe, sind praktisch alle alten Bestände verseucht. Wie gesagt, das ist nicht so schlimm wie z.B. Pilzkrankheiten, aber wenn es irgendwie geht, dann sollte man versuchen, virusfreies Material zu bekommen.
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eve
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« Antworten #4 am: 17. November 2005, 18:24:34 »

An den Mark,
danke. Du hättest dir garnicht so viel mühe geben müssen. Bin selber Gärtner, nur kein Spezialist was Veredelung angeht. Hab aber mal wieder einen Auftrag angenommen und hab keine Ahnung.

Dank dir trotzdem, jetzt weiß ich das ich bis zum Frühsommer warten muß.
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