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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: guter Sommerapfel gesucht 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: guter Sommerapfel gesucht  (Gelesen 15842 mal)
Gandi
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Gandi

« am: 12. Oktober 2005, 12:18:50 »

ein fröhliches Hallo an die Pommologen..
 
auf unserer Streuobstwiese möchte ich noch einen Sommerapfel pflanzen, der schon im August/Septermber reift.
Da bei uns generell alles ca. 2 Wochen später dran ist als im Tal brauche ich frühe Sorten, weil wir im Oktober schon winterdicht machen und dann das Obst nur noch für die Rehe da wäre...

Es sollte ein säuerlicher, geschmackvoller Apfel sein - nicht so mehlig wie Klarapfel

Könnt Ihr mir leckere Sorten empfehlen. ?
Hoher Ertrag ist nicht wichtig.
Alpenvorland, Mostviertel, Lehmboden, 600 sm Höhe, windig.- Hochstamm (wegen der Rehe)

danke Gandi
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spatenstich
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spatenstich
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« Antworten #1 am: 20. Oktober 2005, 12:24:59 »

Hallöchen!

Ich habe als frühesten Apfel den Klarapfel gepflanzt. Auch weil er ein sehr wichtiger Befruchtungspartner für die anderen Sorten ist. Die Klaräpfel haben heuer schon einzelne Früchte getragen - wurden aber erst voriges Jahr im Frühling gepflanzt.

Mit den Rehen, Hasen und Hirschen hab ich so meine Not. Da hilft nur ein entsprechender Schutzzaun. Ich habe die Bäume aus der Biobaumschule Artner geholt. Schau dir einmal die Homepage an - dort sind echt gute Sortenbeschreibungen drin. Die Bäume die ich gepflanzt habe (über 200 Stück) stehen im nördlichen Waldviertel auf einem exponierten Hochplateau. Also klimatisch nicht so wirklich angenehm und wachsen aber wirklich gut.

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spatenstich
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« Antworten #2 am: 20. Oktober 2005, 12:27:38 »

Hier die Adresse:

http://www.artner.biobaumschule.at/

Ich bin über die Arche Noah dorthin vermittelt worden. Ist das Mostviertel Niederösterreich? Ich glaub schon oder? Dann solltest Du Dir die Homepage der NÖ Landesregierung anschauen. Die fördern nämlich die Ausplanzung von Hochstämmen. Besonders, wenn sie wie Streuobstanlagen sind. Reinlesen! Es lohnt sich!

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spatenstich
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« Antworten #3 am: 20. Oktober 2005, 12:33:40 »

Hier ein Auszug:

Aldingers George Cave: 1962, Baumschule Aldinger, Stuttgart. VII-VIII, T, einer der besten Frühäpfel. Mittelgroß, rot gefärbt, würzig, 3-4 Wochen haltbar, reicher und regelmäßiger Ertrag, sehr widerstandsfähig gegen Schädlinge.

Charlamowsky: stammt aus Südrussland oder Persien, seit 1834 in Frankreich. VIII-IX, TH, altbekannte, beliebte Sorte. Klein bis mittelgroß, hellrot bis rot gestreift, saftig, feinzellig, bald mürbe, frosthart.

Chrisofsker - Roter Jungfernapfel: seit 1798 bekannt, soll aus Böhmen stammen. IX-X, TH, klein bis mittelgroß, dunkelrot, hell gestreift, saftig, süß-säuerlich, bestens geeignet für den Frischverzehr.

Croncels: 1869 in Frankreich durch die Baumschule Baltet eingeführt. IX-X, TH, mittel bis groß, grünlichweiß, später weißlichgelb, Fruchtfleisch locker und saftreich, süßweiniges Aroma, sehr frosthart.

Gravensteiner: Herkunft ungewiss, zahlreiche Nebennamen. IX-XI, TH, mittelgroße bis große, gelbe, sonnseits karmesinrot gestreifte Frucht, saftig, mürbe, feinweinig, edel gewürzt.

Jakob Fischer: Herkunft Deutschland. IX-XI, THM, groß bis sehr groß, flachrund, sonnseits leuchtend rot, schön gefärbt, saftig, etwas weinsäuerlich, für schwere, kalte Böden ungeeignet, für rauhe Lagen schon.

O.J.Ernst: noch nicht bestimmte Sorte von einem alten Baum in Bad Großpertholz. IX-X, TH, mittel bis groß, gelbrot gestreift, sehr saftig, erfrischender, süß-säuerlicher Geschmack, würzig.

Signe Tillisch: kommt aus Dänemark, seit 1866 im Handel. IX-XI, TH, groß, leuchtend gelb, sonnseits leicht gerötet. Fruchtfleisch mürbe, saftig, feiner, weinsäuerlicher Geschmack, benötigt gute Lagen.

Weißer Klarapfel: wurde 1852 von Riga nach Frankreich gebracht. VIII, T, Frucht mittelgroß, gelblich-weiß, saftig, erfrischend feinsäuerlich, bei Überreife mehlig, sehr robust und frosthart.

Zitronenapfel: Herkunft ungewiss. IX-X, TH, mittelgroß bis groß, zitronengelb, Fruchtfleisch fein, saftig, angenehme Säure, hoher Zucker- und Vitamin C-Gehalt, braucht fast keine Pflege und ist sehr robust.

Zitronenapfel und Weißen Klarapfel hab ich gepflanzt. Jakob Fischer, Signe Tillisch und Gravensteiner würde ich nicht unbedingt empfehlen. Der Graventeiner ist zwar beliebt, kommt aber eigentlich von besten Weinlagen.

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spatenstich
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« Antworten #4 am: 20. Oktober 2005, 12:48:56 »

Bei den Raritäten hab ich folgendes entdeckt:

Bittenfelder: D, XI-III, HM, klein bis mittelgroß, hellgrün bis gelb, saftig, zuckerreich mit ausreichender Säure.
 
Böhmischer Rosenapfel: VIII-IX, TH, große grünlichgelbe Frucht, rot gestreift, mäßig süß, saftig, schwach gewürzt.
 
Breitarsch: A, IX, THM, stark rotgestreift-gelb, groß, breit-rund, sehr saftig, etwas nach Marzipan schmeckend.
 
Christs Gelber Augustapfel: VIII-IX, T, mittelgroß, hellgelb bis gelb, rundlich, saftig, säuerlich aromatisch gewürzt.
 
Englischer Scharlachpepping: VIII-IX, TH, mittelgroß, dunkelrot, fein, locker, saftig, würzig, wenig Säure.
 
Gelber Herbstkalvill: IX-X, T, groß, walzenförmig, gelb, süßsäuerlich, mäßig saftig, gering zitronenartig gewürzt.
 
Herzogin Olga: um1860, VII-IX, T, großer, runder, gelblicher, säuerlicher Tafelapfel.

Kornapfel: VII-VIII, TH, ähnlich wie Weißer Klar, die Frucht ist aber zugespitzt und leicht gestreift.
 
Lord Grosvenor: um 1872, England, VIII-IX, T, sehr großer, hellgelber, saftiger, feinwürziger Tafelapfel, frosthart.
 
Mantet: 1928, Kanada, VII-VIII, T, klein bis mittelgroß, rotgelb gestreift, sehr saftig, aromatisch, schwacher Wuchs.

Müschens Rosenapfel: VIII-X, TH, mittelgroß, hellgrün, sonnseits gerötet, saftig, kräftige, aber angenehme Säure.
 
Pfirsichroter Sommerapfel: F, VIII-IX, T, klein-mittelgroß, gelblichweiß mit prachtvoller Rötung, saftig, milde Säure.
 
Roter Astrachan: Russland, VII-VIII, TH, klein bis mittelgroß, ziemlich mürbe, saftig, schwach gewürzt, frosthart, robust.
 
Schöner von Bath: 1864, VII-IX, dieser duftende Frühapfel ist der erste im Jahr mit einem hervorragenden Geschmack, mittelgroß, gelbrot gestreift, saftig, braucht viel Schnitt.
 
Sommergewürzapfel: VIII, TH, mittel-groß, gelblichweiß, schwach gerötet, starker Duft, genügend saftig, fein, angenehm gewürzt, süßsäuerlich.
 
Uhlhorns Augustkalvill: um 1915, D, VIII-IX, THM, großer, gerippter, gelber, angenehm süßweiniger Tafelapfel.
 
Virginischer Rosenapfel: USA, 1870 nach Europa, VIII, TH, mittelgroß, hellgelb, rot gestreift, milde Säure.
 
Weißer Astrachan: 1653, Russland, VII-VIII, TH, mittelgroß, fast weiß, etwas gerötet, saftig, angenehme Säure.
 
Worcester Parmäne: England, 1874, VIII-X, T, klein- mittel-groß, großteils karminrot, saftig, knackig, süßsäuerlich.

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Gandi
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Gandi

« Antworten #5 am: 21. Oktober 2005, 18:21:28 »

vielen Dank, Spatenstich,
das ist ja eine tolle Liste.

nach den Beschreibungen scheint mir Aldingers George Cave am besten (vom Zeitpunkt und es steht nirgends was von mehlig..)
obwohl der gelbe Autustapfel klingt ja auch nicht übel...
oder Herzogin Olga oder Müschens Rosenapfel, Sommergewürzapfel klingt schon so lecker ... aaah
wieder keine klare Entscheidung!?


hat jemand von Euch diese Sorten?

danke für jede Entscheidungshilfe
lg gandi
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« Antworten #6 am: 24. Oktober 2005, 17:56:02 »

hat jemand von Euch diese Sorten?

Leider nicht. Aber wenn ich noch irgenwie Platz für einen Frühapfel finden sollte, dann hatte ich mir bereits vorgenommen, mir mal die Astrachans näher anzusehen.

Baumgartner schreibt dazu:
Zitat
Roter Astrachan
Synonyme: Roter Jakobiapfel
 Historie: In der Region um Astrachan, Russland, vor 1800 entstanden.
 Ernte: Ende Juli
 Genußreife: Ende Juli bis Mitte August
 Frucht: saftiger, angenehm würziger Tafelapfel mit roten Adern im Fruchtfleisch und überwiegend roter, blaubereifter Schale
 Baum: liebt rauhe Lagen bis 500 m
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Ottilie
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Klimazone 6b


« Antworten #7 am: 17. November 2005, 21:34:46 »

Hallo Gandi,

ich habe auf meiner Streuobstwiese den Jakob Fischer. Das ist ein sehr schöner, guter Apfel, der bei mir im August bis September reif ist. Länger kann man ihn nicht lagern.
Leider ist bei mir sehr schwerer, toniger Lehmboden mit Staunässe. Deshalb vermutlich hat der Baum im Jugendstadium an einem Ast so offene Stellen bekommen. Nachdem wir diesen Ast abgesägt haben, hat er sich ganz gut erholt und ist jetzt ein schöner großer Baum geworden.
Der Jakob Fischer ist ein gut schmeckender Tafelapfel und eignet sich auch gut zum Kochen und Backen.

LG Ottilie
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Amur
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« Antworten #8 am: 25. November 2005, 12:15:27 »

Nun die meisten der oben genannten reift ja nicht im August. Jedenfalls nicht wenn du nicht gerade in Weinbaugegend bist.

Sehr gute Erfahrungen haben wir mit Discovery gemacht. Schmeckt gut, reift im August (bei uns auf 500m und keine Weingegend) noch vor den ganzen Herbstäpfeln (Jakob Fischer, James Grieve oder Transparent)und füllt damit eine Lücke. Große Frucht, sehr gut riechend und gut schmeckend. Auch kann man sie etwas liegen lassen, was ja bei Klarapfel oder Starks Earliest nicht geht. Auch von den Krankheiten nicht besonders anfällig. Kurzum empfehlenswert trotzdem es eine relativ neue Sorte ist. Grinsend

Zu den o. g. genannten Sorten habe ich folgende Erfahrungen:
Oberländer (Jakob Fischer): Trägt viel und regelmäßig, schmeckt ganz gut und ist auch recht gesund. Große schöne Frucht. Starkwüchsig und gibt große Bäume. Wird auch als Unterlage verwendet. Empfehlenswert und es kann jederzeit noch was anderes aufgepfropft werden, wenn der Oberländer zu viel trägt.

Transparent (Apfel aus Croncels): Reift etwa wie der Oberländer. Schmeckt gut ist aber nicht lagerfähig und reift auch nicht nach. Wird nur mehlig. Also nur für direkten Verbrauch. Schorfempfindlich. Wer Platz hat kann ihn anbauen. Im Hausgarten würde ich ihn nicht empfehlen.

Bittenfelder taugt nur als Mostapfel oder als Unterlage. Sehr robust. Apfel sehr klein und reifen bei uns erst im November oder gar nicht. Also für rauhe späte Ecken ungeeignet.

Weiter als Herbstapfel kann ich den Berner Rosenapfel empfehlen. Schöner dunkelroter Apfel von gutem Geschmack. Baum benötigt etwas Zuwendung, sonst vergreist er schnell. Gut für kleine Gärten. Trägt regelmäßig und viel.

Aber im Geschmack kommen natürlich alle die Sorten nicht an einen Cox Orange oder Holsteiner Cox ran. Aber die sind dann auch gleich noch eine Runde später und auch meist empfindlicher.

mfg
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Ulli N
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Kingii
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« Antworten #9 am: 25. November 2005, 16:24:53 »

Hallo!
Ich suche eine Sommer-Apfel-Sorte. Ich habe die Äpfel vor ein paar Jahren probiert, leider der Besitzer kannte die Name nicht. Sie sind fast gleich reif mit Klarapfel, rot, Fruchtfleisch - weiss, druckempfindlich, sehr saftig und süß. Ein Dessertapfel. Zunge  Das Baum - Halbstamm. Konnte das "Close" oder "Katja" sein? Oder handelt es sich um eine andere Sorte?
Ich würde versuchen ein Reiser bekommen, aber ich bin mich nicht sicher, ob das Apfelbaum noch steht.
Wer konnte eventuell die Veredelungsarbeiten übernehmen?
LG
Kingii

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