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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Alte Obstbäume düngen 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Alte Obstbäume düngen  (Gelesen 16649 mal)
gartenfuzzi
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« am: 23. September 2005, 08:20:48 »

moin,

ich habe einige alte obstbäume im garten die nicht mehr wirklich tragen...neben dem hoffentlich fachgerechten rückschnitt im herbst würde ich sie auch gerne ein wenig düngen... NUR WIE ?!?

also, klar, boden ein wenig auflockern...aber dann ?

wieviel von was kann ich denn RELATIV bedenkenlos an die bäume geben ? es geht um apfel und kirsche, beide ca 35-40 jahre alt, eher älter...

rundherum auf den wiesen, wie üblich, die gesündesten und fettesten brennnesseln...

hoffe, ihr könnt mir helfen...

gruß fuzzi
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Pflaume
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« Antworten #1 am: 24. September 2005, 20:07:06 »

Hallo,

Brennesseln sind Anzeiger für Stickstoffüberdüngung.

In Sachen Bäume: welche Unterlage? Bodenzusammensetzung? Wasserversorgung?
Nutzung des unter den Bäumen sich befindlichen Bodens? Jährliche Entnahmemenge an Zweigen und Obst/Fläche?

Grüße
Pflaume
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Credo, quia absurdum - Tertullian
gartenfuzzi
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« Antworten #2 am: 24. September 2005, 21:50:13 »

In Sachen Bäume: welche Unterlage? Bodenzusammensetzung? Wasserversorgung?
Nutzung des unter den Bäumen sich befindlichen Bodens? Jährliche Entnahmemenge an Zweigen und Obst/Fläche?

unterlage usw. kein ahnung, dafür sind die bäume zu alt...

wasser kriegen sie nur das oberflächen- bzw. regenwasser. sind ja auch schon SEHR groß Zwinkernd

der boden wird nur durch die obstbäume genutzt, ansonsten garnicht...

...und eine "entnahme" gibt's auch (noch) keine, da ich den garten erst seit einem jahr habe und die bäume nunmal nichts tragen ( das aber schon seit mehreren jahren)

dieses jahr geht seit ewigkeiten mal wieder jemand mit obstschnitt-erfahrung an's schneiden, ist halt die frage ob es sich überhaupt noch lohnt...


gruß gf
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igel
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« Antworten #3 am: 24. September 2005, 22:50:29 »

Hallo gf,

unsere Obstbäume dünge ich mit wenig Blaukorn im zeitigen Frühjahr und mitten in der Fruchtphase. Dafür steche ich mit dem Spaten im Bereich der Krone einen Spalt in`s Erdreich und gebe dann dosiert das Blaukorn rein, damit nicht alles erst von der Grasnarbe vereinnahmt wird. So etwas 1 bis 2 Spalten auf 1 qm

Natürlich ist eine Bodenanalyse stets vorzuziehen, um dann auch das Düngen zielgerichtet einzusetzen. Aber bei unserem großen Garten mit den verschiedenen Anpflanzungen ist mir das einfach zu aufwändig.

Gruß
igel
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Pflaume
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« Antworten #4 am: 25. September 2005, 08:30:13 »

unterlage usw. kein ahnung, dafür sind die bäume zu alt...  

Einfach jemanden mit geringen Kenntnissen fragen, aufgrund des Alters scheiden bei Apfel z.B. beinahe alle M-Unterlagen aus, aufgrund Alter und Wuchsform, Größe etc. kann man dann entscheiden, ob evtl. A1 oder Sämlingsunterlage in Frage kommen etc.

Zitat
wasser kriegen sie nur das oberflächen- bzw. regenwasser. sind ja auch schon SEHR groß Zwinkernd

Nun, es gibt trockene Sandböden, oder auf Kiesunterlage, auf der Alb, als Gegenbeispiel anmoorige Flächen etc. mit allem was dazwischen kommt. Die Lage spielt natürlich auch eine Rolle, es ist ein Unterschied ob ich wie in großen Teilen Englands praktisch täglich mit mehr oder weniger Regen rechnen kann, oder wie an einigen extremen Standorten in Bayern, Regen eher sporadisch fällt.
Je nach Wasserversorgung und Bodenzusammensetzung werden jährlich auf natürliche Weise mehr oder weniger Nährstoffe durch Bodenverwitterung frei.


Zitat
der boden wird nur durch die obstbäume genutzt, ansonsten garnicht...
...und eine "entnahme" gibt's auch (noch) keine, da ich den garten erst seit einem jahr habe und die bäume nunmal nichts tragen ( das aber schon seit mehreren jahren)

Aufgrund von Bodenverwitterung werden jedes Jahr Nährstoffe frei, wenn seit Jahren nichts entnommen wurde, was willst Du dann ersetzen?
Boden dürfte in diesem Fall vermutlich nicht nur an Stickstoff überdüngt sein, sofern es sich nicht um extrem kargen Sandboden handelt.

Blaukorn zu verwenden wie Igel es macht, wäre an Deinem Standort in jedem Fall kontraproduktiv, da eh schon stickstoffüberdüngt.
Auch bei einem großen Garten lohnt sich eine zumindest einmalige Bodenuntersuchung, oder man fragt jemanden, der sich mit Zeigerpflanzen auskennt. Denn die meisten düngen sonst einfach mit z.B. Blaukorn, ein Spitzendünger, nur in Obstanlagen hat der in den meisten Fällen überhaupt nichts verloren.

Zitat
dieses jahr geht seit ewigkeiten mal wieder jemand mit obstschnitt-erfahrung an's schneiden, ist halt die frage ob es sich überhaupt noch lohnt...

Nun, wer Erfahrung hat, sieht auf den ersten Blick ob es sich noch lohnt, sieht er das nicht, würde ich ihn sicher nicht meine Bäume schneiden lassen.

Grüße
Pflame
Zitat
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Credo, quia absurdum - Tertullian
gartenfuzzi
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« Antworten #5 am: 25. September 2005, 13:05:39 »

ok, merci...

ich warte erstmal auf meinen "fachmann"...

wo kann ich den eine bodenanalyse machen lassen ? apotheke ?

danke und gruß, gf
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Pflaume
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« Antworten #6 am: 26. September 2005, 08:19:08 »

Hallo,

ein qualifizierter Apotheker kann das machen, aber der Preis wird vermutlich wie in der Apotheke sein. Smiley
Sehr günstig sind oft Aktionen von Gemeinden, Garten- und Obstbauvereinen etc., dann sind es meist nur ein paar Euro.
Ansonsten liegt der Preis schon mal beim 10-fachen. Landwirtschaftsämter, aber auch eigene Testkits sind eine Möglichkeit.

Ansonsten gibt es Dinge wie Google mit z.B. "Bodenanalyse Preis €" bekommt man eine erste Auswahl.

Leider wird die fälschliche Verwendung, oder klarer gesagt die Vergiftung des Grundwassers sowie von Oberflächengewässer mit Kunstdünger in D nicht entsprechend verfolgt, insbesondere nicht bei Kleingartenbesitzern.

Deshalb untersuchen die kaum, entsprechend gering ist die Nachfrage und entsprechend hoch oft die Preise.
Erstaunlich ist, daß in Wasser aufgelöster Kunstdünger niemand trinken würde, aber bei falscher Ausbringung gelangt dieses Gebräu dann, wenn auch verdünnt, in den Wasserhahn.
Während fortschrittliche Landwirte mit GPS entsprechend der vorherigen Ernte den Dünger dosieren, wird hier immer noch von der falschen Annahme "viel hilft viel" ausgegangen, mit der Folge, daß hinterher dann eben gegen Schädlinge gespritzt werden muß.

Grüße
Pflaume
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Credo, quia absurdum - Tertullian
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« Antworten #7 am: 26. September 2005, 12:27:34 »

Brennesseln sind Anzeiger für Stickstoffüberdüngung.

Sorry, aber ich wage zu widersprechen: Brennnesseln zeigen vielleicht an, daß kein Stickstoffmangel besteht, aber deshalb muß noch lange keine Stickstoffüberdüngung  vorliegen. Einer der Gründe, daß Stickstoffdüngung kritisch gesehen wird ist doch, daß Stickstoff am leichtesten ausgewaschen wird.

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann wurde hier schon länger nicht mehr gedüngt, also kann bzgl. Stickstoff keine Überdüngung vorliegen, da dessen Überschuss längst ausgewaschen wäre.
Brennnesseln enthalten eine gewisse Menge Stickstoff, im Winter verrotten sie, aber offenbar nicht so schnell, als dass er ausgewaschen würde. Er bleibt schön im Brennnessel-Kreislauf.

Vielleicht leiden die Obstbäume Mangel an irgendwelchen Spurennährstoffen? Im kommerziellen Obstbau werden wohl von einigen Anbauern Blätter routinemäßig auch auf Spurennährstoffe untersucht, da die Bodenuntersuchung sehr schwierig zu interpretieren ist (nicht alles was darin enthalten ist ist auch pflanzenverfügbar). So eine Untersuchung ist allerdings ziemlich teuer. Vielleicht wäre es deutlich billiger zu bekommen, wenn man es einen kommerziellen Obstbauern mitmachen lassen könnte?
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Pflaume
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« Antworten #8 am: 27. September 2005, 08:07:17 »

Sorry, aber ich wage zu widersprechen: Brennnesseln zeigen vielleicht an, daß kein Stickstoffmangel besteht, aber deshalb muß noch lange keine Stickstoffüberdüngung  vorliegen.“

Brennesseln benötigen zum wachsen massenhaft Stickstoff  (der dann auch darin enthalten ist und weshalb man dann auch aus ihnen die berühmte Brennesseljauche herstellen kann) und wachsen deshalb nur dort, wo dieser ausreichend zur Verfügung steht. Deshalb sind Brennesseln eine Stickstoffzeigerpflanze. Wenn sie wachsen, dann ist für Obstbäume mehr als genug Stickstoff da Punkt.
Das gilt natürlich nicht unbedingt (es könnte ja ein Boden sein, der gerade noch am Rand des für Brennesseln notwendigen Bereiches liegt) für Stickstoffstarkzehrer wie Weizen (sofern man maximalen Ertrag anstrebt), Mais etc., aber wir sprechen hier von Obstbäumen.

Zitat
Wenn ich es richtig verstanden habe, dann wurde hier schon länger nicht mehr gedüngt, also kann bzgl. Stickstoff keine Überdüngung vorliegen, da dessen Überschuss längst ausgewaschen wäre.

Stickstoff liegt im Boden in vielen verschiedenen Verbindungen vor, die unterschiedlich wasserlöslich sind.
Was Du ansprichst sind die Verbindungen, die in Gülle und Blaukorn in großen Mengen vorhanden sind, insbesondere Harnstoff bzw. Nitrat, die sind bekanntlich leicht wasserlöslich.
Aber deshalb ein solches Urteil abzugeben ist natürlich Unsinn. Details in jedem Buch für anorg. Chemie nachzulesen, das wohl noch aus Schulzeiten herumliegt. Naja, wenn ich es mir genau überlege, die meisten Stickstoffverbindungen sind eigentlich organischer Natur, und gerade diese sind meist schlecht wasserlöslich, also bitte auch das Buch für org. Chemie verwenden.
Da aus dem Garten schon lange nichts mehr entnommen wurde, würde nach den Jahren bei einem kräftigen Boden selbst dann genügend Stickstoff vorliegen, wenn vor Jahren eher Mangel geherrscht hätte, denn der Stickstoffeintrag mit Regen ist in D gewaltig und ein Problem für Magerrasenstandorte, hinzu kommt natürlich die Produktion z.B. durch Leguminosen wie Klee etc.
 
Zitat
Vielleicht leiden die Obstbäume Mangel an irgendwelchen Spurennährstoffen?
Zitat

Solche Mängel zeigen sich an Stippigkeit etc., je nachdem welche Spurennährstoffe fehlen.
Allerdings finde ich in den Ausführungen von gartenfuzzi bis jetzt zwar jeden Hinweis auf falschen bzw. unterlassenen Schnitt und als Folge vorzeitige Vergreisung, aber nicht die geringste Spur von Düngermangel.

Generell kann eigentlich gesagt werden, wenn Obstbäume zu wenig Ertrag im Privatgarten haben, so liegt es beinahe immer am falschen Schnitt. Im Obstgarten meiner Eltern beispielsweise wurde, seit mein Vater starb, nicht mehr gedüngt, jährlich wird Gras entnommen, die Obsternte sowie natürlich der Baumschnitt. Dieses Jahr ist die Ernte zwar nicht so überbordend wie letztes Jahr, aber mehr als genug. Auf den Nachbargrundstücken sind Äpfel jedoch Einzelstücke..
q.e.d.

Grüße
Pflaume
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Credo, quia absurdum - Tertullian
Amur
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« Antworten #9 am: 27. September 2005, 08:21:46 »

So wie ich das verstehe, will er ja keine Höchsterträge. Von daher erübrigen sich m. e. Diskussionen um Stickstoffmenge oder Spurennährstoffe.
Den Unterwuchs besonders im Sommer kurz halten, also mähen und mulchen.
Schauen das man viel kompostierbares Material bekommt und das auf Mieten aufsetzen  und dann im nächsten Jahr vor dem Mulchen bzw. im Frühjahr ausbringen.
Bei uns kann man bei der Gemeinde Häcksel holen. Von dem ein paar landwirtschaftliche Anhänger voll unter den Bäumen ausbringen.

Aber ich denke schon das kurzhalten des Unterwuchses und vor allem der Wühlmäuse hilft den Bäumen neben einem Auslichtungsschnitt schon viel.

Scheue dich auch nicht abgängige Bäume rauszunehmen. Setze lieber gleich ein paar junge Bäume. Daran hast du mehr Freude, wie an den alten Storren, die noch ein paar Jahre vor sich hinvegetieren und dann doch eingehen.

mfg
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Pieter
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pieter
53° 40' Nord und 8° 54' Ost phän.Naturraum 67


« Antworten #10 am: 27. September 2005, 09:03:45 »

Hallo Fuzzi,wenn nicht ein gewerbsmäßiger Obstbau betrieben werden soll, dann würde ich die Baumscheiben lockern und mulchen und die Bäume auslichten und dann mal ein, zwei Jahre abwarten, wie sich diese Maßnahmen auswirken.  Ich habe selbst einen Obstgarten mit sehr alten Apfelbäumen, die bei dieser Behandlung regelmäßig nach wie vor mehr Obst liefern als ich verwerten kann. Eine Düngung im eigentlichen Sinn mache ich nicht.
Amur's Tipp, zu alte und kranke Bäume zu entfernen und durch neue Bäume zu ersetzen, kann man vorsichtig folgen, aber: gerodet ist schnell, nachwachsen dauert etwas länger.
Außerdem lassen sich alte Obstäume vorzüglich mit Ramblerrosen garnieren, in die Bäume klettert zur Ernte ohnehin niemand.
Gruß Pieter
« Letzte Änderung: 27. September 2005, 09:07:53 von Pieter » Gespeichert
Re-Mark
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« Antworten #11 am: 27. September 2005, 13:56:08 »

Brennesseln benötigen zum wachsen massenhaft Stickstoff  (der dann auch darin enthalten ist und weshalb man dann auch aus ihnen die berühmte Brennesseljauche herstellen kann) und wachsen deshalb nur dort, wo dieser ausreichend zur Verfügung steht.

'Ausreichend zur Verfügung' für die Brennnesseln, ja. Deshalb muß noch lange keine Überdüngung vorliegen. Und die Brennnessljauche kann man genausogut als 'berühmt-berüchtigt' bezeichnen. Wieviel mal mehr Stickstoff enthalten denn Brennnesseln, als z.B. Löwenzahn?

Zitat
Deshalb sind Brennesseln eine Stickstoffzeigerpflanze. Wenn sie wachsen, dann ist für Obstbäume mehr als genug Stickstoff da Punkt.

Der Stickstoff in den Brennnesseln ist nicht für die Obstbäume verfügbar. Ok, es wird sicher 'genug' da sein, ich empfehle ja auch keine Stickstoffdüngung, aber es ist eben auch nicht so, daß dort wo Brennnesseln wachsen automatisch 'Überdüngung' vorliegt. Auch Punkt.

Zitat
Das gilt natürlich nicht unbedingt (es könnte ja ein Boden sein, der gerade noch am Rand des für Brennesseln notwendigen Bereiches liegt) für Stickstoffstarkzehrer wie Weizen (sofern man maximalen Ertrag anstrebt), Mais etc., aber wir sprechen hier von Obstbäumen.Stickstoff liegt im Boden in vielen verschiedenen Verbindungen vor, die unterschiedlich wasserlöslich sind.

Welche Verbindungen könnten denn vorliegen, die den Stickstoff trotzdem für die Pflanzen verfügbar halten, aber nicht ausgewaschen werden? Natürlich enthalten Lebewesen Stickstoff, in ihren Proteinen, und in einem gesunden Boden ist einiges an 'Lebendmasse' vorhanden. Aber die Pflanzen decken ihren Stickstoffbedarf eben nicht, indem sie Bakterien und Pilze fressen, sondern indem sie Nitrat aufnehmen. Was in Biomasse gebunden ist, ist nicht pflanzenverfügbar.

Zitat
Was Du ansprichst sind die Verbindungen, die in Gülle und Blaukorn in großen Mengen vorhanden sind, insbesondere Harnstoff bzw. Nitrat, die sind bekanntlich leicht wasserlöslich.

Und organische Materialien werden von Mikroorganismen mineralisiert, bevor sie von Pflanzen aufgenommen werden. (ja, ich weiß schon, daß Pflanzen auch einige organische Stoffe aufnehmen können. Aber ich habe noch nie davon gehört, daß sie einen nennenswerten Anteil ihres NPK-Bedarfes daraus schöpfen.)

Zitat
Aber deshalb ein solches Urteil abzugeben ist natürlich Unsinn. Details in jedem Buch für anorg. Chemie nachzulesen, das wohl noch aus Schulzeiten herumliegt. Naja, wenn ich es mir genau überlege, die meisten Stickstoffverbindungen sind eigentlich organischer Natur, und gerade diese sind meist schlecht wasserlöslich, also bitte auch das Buch für org. Chemie verwenden.

Ich habe hier etwas mehr als ein paar alte Schulbücher zur Chemie rumzuliegen. Und gelesen habe ich darin auch schon. Aber ich erinnere mich an nichts, was die Behauptung 'Brennnessel == Stickstoffüberdüngung' irgendwie bestätigen würde, auch nicht indirekt.

Zitat
Vielleicht leiden die Obstbäume Mangel an irgendwelchen Spurennährstoffen? Solche Mängel zeigen sich an Stippigkeit etc., je nachdem welche Spurennährstoffe fehlen.

Einige Mangelerscheinungen zeigen sich vielleicht durch Stippigkeit, andere eben durch mangelnde Blütenbildung oder dadurch, daß alle Früchte abgestoßen werden.

Zitat
Allerdings finde ich in den Ausführungen von gartenfuzzi bis jetzt zwar jeden Hinweis auf falschen bzw. unterlassenen Schnitt und als Folge vorzeitige Vergreisung, aber nicht die geringste Spur von Düngermangel.

Ich kenne einige alte, ungepflegte Apfelbäume aus dem Garten, in dem ich zur Zeit wirtschafte. Und ich kenne weitere alte, seit Jahrzehnten nicht geschnittete Apfelbäume an Feldrändern. Und meine Beobachtungen sagen: Solche Bäume alternieren vielleicht, tragen also nur noch jedes zweite Jahr, aber die Apfelmenge ist dann groß.
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Pflaume
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« Antworten #12 am: 29. September 2005, 07:20:37 »

Auf die Gefahr, daß wir langsam OT geraten:
'Ausreichend zur Verfügung' für die Brennnesseln, ja. Deshalb muß noch lange keine Überdüngung vorliegen."

Für die Brennesseln nicht, aber für Obstbäume, da deren Bedarf relativ zur Pflanzen/Wurzelmasse nur ein Bruchteil dessen von Brennesseln ist.

Zitat
Wieviel mal mehr Stickstoff enthalten denn Brennnesseln, als z.B. Löwenzahn?

Da Löwenzahn ebenfalls eine Stickstoffzeigerpflanze ist, dürfte diese Frage  von akademischem Interesse sein, aber falls Dich das wirklich interessiert, kannst Du das ja mal wenn Du Zeit hast stochiometrisch bestimmen.

Zitat
Der Stickstoff in den Brennnesseln ist nicht für die Obstbäume verfügbar.

Der in den B nicht, bzw. erst im Winter oder Frühjahr, aber der den die B zum wachsen aufnehmen müssen, stammt aus dem Boden. Da es sich nicht um M-Unterlagen handeln kann, sind die Wurzeln der Bäume den Wurzeln der B natürlich im Kampf um Nährstoffe und Wasser vielfach überlegen.

Welche Verbindungen könnten denn vorliegen, die den Stickstoff trotzdem für die Pflanzen verfügbar halten, aber nicht ausgewaschen werden?
Zitat

Unbelastete Oberflächengewässer weisen i.d.R. Ammonium-Stickstoff-Gehalte unter 0,1 mg/l und Nitrat-Stickstoff-Gehalte bis zu 1-2 mg/l auf.
Liegen diese im Trinkwasser höher, so hat man einen deutlichen Fingerzeig auf Überdüngung in den zugehörigen Flächen.
Der Grenzwert für Trinkwasser gemäß der Trinkwasserverordnung liegt bei 50 mg/l Nitrat; (nicht weil unbedenklich, in vielen Ländern liegt er deshalb bei einem Bruchteil, aber weil sonst eine flächendeckende Versorgung in D praktisch nicht machbar wäre) stochiometrisch entsprechend ca. 11 mg/l Nitrat-Stickstoff.

Nitrate (NO3-) sind Salze der Salpetersäure. Sie gehören zu den Hauptnährstoffen im Boden, wo sie durch Mikroorganismen aus Luftstickstoff oder stickstoffhaltigen organischen Verbindungen, abhängig von Feuchtigkeit und Temperatur, gebildet werden. Bei der Verwesung von Tier und Pflanzen werden N-Verbindungen durch Fäulnisbakterien fortlaufend in Ammoniumsalze und andere Stickstoffverbindungen übergeführt, die durch Nitrifikationsbakterien in Nitrate umgewandelt werden. Dies führt dazu, daß zur Zeit des intensivsten Wachstums gleichzeitig am meisten Nitrat, welches für Pflanzen sofort aufnahmefähig ist, gebildet wird.
Problematisch können hohe Nitrat-Gehalte in pflanzlichen Nahrungsmitteln (z. B. Spinat) aus überdüngten Kulturen sein, da sich diese im Verdauungsbereich des menschlichen Körpers zu Nitriten umwandeln können und diese mit den Aminen aus eiweißhaltigen Lebensmitteln die krebsverdächtigen Nitrosamine bilden.
.
Zu den anorg. Sauerstoffverbindungen des Stickstoffs zählen unter anderem die bekanntlich sehr unterschiedlich in Wasser löslichen:

N2O Distickstoffoxid +1
NO Stickstoffoxid +2
N2O3 Distickstofftrioxid +3
NO2 Stickstoffdioxid +4
N2O4 Distickstofftetroxid +4
N2O5 Distickstoffpentoxid +5
-1 H3NO Hydroxylamin Hydroxylamide
+1 H3NO2 H2N2O2 Hyposalpetrige Säure Hyponitrite
+3 H3NO3 HNO2 Salpetrige Säure Nitrite
+5 H3NO4 HNO3 Salpetersäure Nitrate
+7 H3NO5 HNO4 Peroxosalpetersäure Peroxonitrate
Jeder dieser Stoffe hat bekanntlich seine eigene Löslichkeit und Reaktionsverbindungen mit den im Boden enthaltenen Substanzen, was insgesamt zu einer beachtlichen Zahl führt, hinzu kommt die Anlagerung dieser Stoffe an die Oberfläche von Bodenpartikeln.

Vom Stickstoff sind auch zahlreiche Halogenverbindungen bekannt, die in diesem Zusammenhang jedoch weniger wichtig sind.

Auf die, von Harnstoff abgesehen, naturbedingt meist schlecht wasserlöslichen org. Verbindungen kann ich hier aus zeitlichen und vor allem Platzgründen nicht eingehen, selbst wenn ich deren unzählige Metaboliten (die aber gerade hier in diesem Zusammenhang wichtig sind) nicht hinzunehme, so übersteigt das jede Dissertationsarbeit.

Zitat
... meine Beobachtungen sagen: Solche Bäume alternieren vielleicht, tragen also nur noch jedes zweite Jahr, aber die Apfelmenge ist dann groß.

Das gilt nur bis diese Bäume aufgrund mangelnder Verjüngung überaltert sind.

Grüße
Pflaume
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Credo, quia absurdum - Tertullian
Wühlmaus
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Wühlmaus
Raue Ostalb, 500m ü.NN, Tallage, 6b


« Antworten #13 am: 29. September 2005, 09:04:06 »

Hallo Fuzzi  Smiley

In die StickstoffDiskussion will ich mich nicht einschalten...Aaaber allgemein zur BodenUndBaumPflege muß ich doch meinen Senf dazu geben Cool
Wahrscheinlich stehen doch diese Bäume in einer Wiese?? Und die reicht, dicht und verfilzt bis an den Stamm??
Ganz großflächig bis an die Kronentraufe würde ich die Baumscheiben so tief als möglich abmähen und die verbliebene Grasnarbe mit einem Zinkenrechen kräftig "durchkämmen". Anschließend die Baumscheibe nicht zu dick mit dem Grasschnitt mulchen,aber dabei unbedingt wegen der Mäuse einen Abstand zu den Baumstämmen einhalten!!!
Diese Mulchschicht noch bis etwa Ende November liegen lassen und dann durch eine vielleicht 3-5cm starke Kompostschicht ersetzen.
Die GrasMulchSchicht sollte über die Wintermonate unbedingt entfernt werden, damit zum einen die Winternässe richtig in die Baumscheibe eindringen kann und zum anderen die MÄuse dort kein molliges Winterquartier finden.
Auf jeden Fall solltes Du nicht die Baumscheiben mechanisch (mit Grabgabel, Hacke oder Krail) lockern, da so nur unnötige Verletzungen an den oberflächig nach Wasser und Luft suchenden Wurzeln gesetzt werden!

Im nächsten Frühjahr wäre es dann gut, wenn Du direkt mit dem ersten Grasschnitt die Baumscheiben wieder mulchst. So kannst Du wunderbar die Winterfeuchtigkeit im Boden halten!

WühlmausGrüße
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gartenfuzzi
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« Antworten #14 am: 29. September 2005, 14:32:57 »

das ist doch mal ein praktischer tip, mit dem man mal als laie was anfangen kann Smiley nichts für ungut, aber ide vorigen beiträge waren fast schon zu  professionel Zwinkernd
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