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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Quitte auf Birnbaum? Zwetschge auf Reneclaude? 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Quitte auf Birnbaum? Zwetschge auf Reneclaude?  (Gelesen 13369 mal)
Passiflora
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« am: 22. August 2004, 18:38:54 »

In einem Gartenbuch habe ich gelesen, dass Birnbäume auf Quittenunterlagen wachsen. Ist es denn dann auch möglich, auf einen Birnbaum eine Quitte aufzupfropfen? Und geht das dann wie bei Äpfeln (da hab`ich schon etwas Erfahrung..). Und: können Hauszwetschgen auf Reneclauden gepfropft werden?

Liebe Grüße
Passiflora
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Pflaume
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« Antworten #1 am: 22. August 2004, 23:48:26 »

Hallo Passiflora,

selbst habe ich diese Veredelungen noch nicht durchgeführt, von der Verwandtschaft her dürfte es jedoch zu keinen Komplikationen kommen.

Frage ist eher wozu, oder ist es einfach Spaß an der Veredlung?
Grundsätzlich funktioniert eine Veredlung immer gleich, allerdings ist z.B. bei Pflaumen ein schnelleres arbeiten empfehlenswert, öffnet man dort die Rinde, kann man zuschauen wie das Kambium braun wird.

Pfirsiche beispielsweise okuliert man besser.
In Sachen Hauszwetsche ist es empfehlenswert zuerst die Virosensituation vor Ort zu überprüfen.
Macht ja wenig Sinn, wenn mit viel Arbeit in einigen Jahren ein schöner Baum im Garten steht und Scharka diesen dann erledigt. Es gibt ja erfeulicherweise Alternativen.

Grüße
Pflaume
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Credo, quia absurdum - Tertullian
Fritz_Loser
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« Antworten #2 am: 22. August 2004, 23:59:57 »

... Ist es denn dann auch möglich, auf einen Birnbaum eine Quitte aufzupfropfen? ...
Ja, das ist möglich. Inwieweit es aber sinnvoll ist...?



... Und geht das dann wie bei Äpfeln (da hab`ich schon etwas Erfahrung...)
Ja, alle Veredelungsmethoden sind anwendbar.



... Und: können Hauszwetschgen auf Reneclauden gepfropft werden?
Antwort wie unter 1.)
Ob es jedoch sinnvoll ist? Was soll bezweckt werden? Ist nur Platz für einen einzigen Baum, aber es sollen mehrere Fruchtarten wachsen?

MfG Fritz  Zwinkernd


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Passiflora
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« Antworten #3 am: 23. August 2004, 09:26:19 »

Hallo Fritz und Co.
Vielen Dank für Eure Antworten.

Es geht mir darum, einen alten Zwetschgenbaum (Super Sorte) auf einer Reneclaude "weiterleben" zu lassen, weil die Zwetschge ihre besten Jahre schon hinter sich hat und wir befürchten müssen, dass sie uns auseinanderbricht. Sie treibt und trägt aber noch fleissig, deshalb dürfte es kein Problem sein, Material zum Veredeln zu bekommen.

Viele Grüße
Passiflora
 
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nordlicht
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nordlicht
jäger und sammler :-) in zone 7a bis b


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« Antworten #4 am: 23. August 2004, 22:05:44 »

Quitte wir in der regel auf weißdorn veredelt, was - wie ich finde - bei halbstämmen leider auf kosten des schönen quittenholzes geht.
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Pflaume
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« Antworten #5 am: 24. August 2004, 00:59:42 »

Hallo Passiflora,

würde in diesem Fall eher Sämlinge oder Wurzelaustriebe veredeln, solltest Du davon wider erwarten nicht jede Menge haben, würde ich mal die Pflaumensteine an einer freien Stelle im Garten deponieren, maximal 10 cm tief, im Frühjahr hast Du dann jede Menge Sämlinge, die teilweise schon im Jahr darauf (guter Boden und viel Licht vorausgesetzt Smiley) veredelt werden können.

Sofern Du nicht einen kleineren Baum willst, dürftest Du mit einem solchen Baum wesentlich besser „fahren“. Lächelnd
Nicht vor oder nach dem veredeln verpflanzen.

Grüße
Pflaume
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Credo, quia absurdum - Tertullian
Gartengogel
Gast
« Antworten #6 am: 29. August 2004, 22:29:41 »

Hallo Passiflora,

nicht alles, was in diesem Forum geschrieben wird, kannst Du für bare Mümze nehmen!
In den Baumschulen werden in großem Umfang sog. Handveredlungen durchgeführt, d. h. die Unterlage wird im Winterhalbjahr aus dem Einschlag genommen, in bequemer Haltung unter Dach veredelt und wieder zurück in den Einschlag gegeben.
Auch ich als Hobbygärtner habe ähnliches schon praktiziert. Ich habe junge Weissdorn-Sämlinge aus der freien Natur (im konkreten Fall ein stillgelegter Bahnhof) geholt und zunächst eingeschlagen. Eine Woche später dem Einschlag entnommen, mit Birnen-Reisern veredelt und anschließend ausgeplanzt.

Verschiedene Pflaumenarten und -unterarten miteinander zu kombinieren geht problemlos, wobei sich natürlich, wie bei allen Obstarten, Unterlage und veredelte Sorte bezüglich Wuchsstärke, Ertragshöhe sowie Krankheits- und Schädlingsanfälligkeit gegenseitig beeinflussen.
Quitte auf Birne sehe ich vom möglichen Anwachserfolg problematischer. Birnensorten wurden in der Vergangenheit häufig auf Quittenunterlage veredelt, dabei handelt es sich aber um eine sog. Typunterlage und die Verträglichkeit ist nicht mit allen Sorten gegeben. Dagegen hilft man sich im Erwerbsobstbau mit einer Zwischenveredlung der Sorte "Gellerts Butterbirne", die sich sowohl mit Quitte verträgt als auch (selbstverständlich) mit allen Birnensorten.

Einen Versuch sind beide Vorhaben wert!

Gruß GG
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Pflaume
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« Antworten #7 am: 05. September 2004, 00:34:07 »

Hallo Gartengogel,

wie sehen Deine Anwachsergebnisse bei den verpflanzten Bäumchen aus?

In diesem Frühjahr ist, hier bei mir, bei allen nicht verpflanzten Bäumchen die Veredelung gelungen. Lächelnd
Bei verpflanzten Süsskirschen reduzierte sich der Erfolg auf die Hälfte Traurig, bei Pflaumen auf gerade mal ca. 15 % (hier war bei allen mittleren und größeren Bäumchen ein totaler Mißerfolg) Huch.

Als Erfolg werte ich, wenn von den 2-3 Pfropfungen je Bäumchen mindestens eine nicht nur ausgetrieben hat, sondern auch bis heute weitergewachsen ist, grün und gesund aussieht. Als Mißerfolg wenn z.B. kein Austrieb bzw. dieser zwischenzeitlich welkte oder abstarb.

Grüße
Pflaume
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Credo, quia absurdum - Tertullian
Nachtfalter
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« Antworten #8 am: 05. September 2004, 21:39:07 »

Hallo!
muss da gleich auch eine Frage zwischenwerfen: Hab vor ca. 2 Wochen jede Menge Augen verpflanzt, die Blattstengel sind inzwischen abgefallen (Äpfel, Birnen, Pflaumen); hab mal gelesen, dass das Abwerfen der Stengel ein Zeichen für geglücktes Okulieren sei, isses so??, oder muss ich noch bangen; eine so grosse Erfolgsrate für den ersten Versuch, noch dazu mit Taschenmesser und teilweise schlecht lösender Rinde würd mich erfreuen, aber auch etwas verwundern..

danke!
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Pflaume
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« Antworten #9 am: 05. September 2004, 23:43:35 »

Hallo Nachtfalter,

würde es mal so sagen, es ist ein gutes Zeichen.
Bis die Okulation wirklich endgültig geglückt ist(Auge treibt nicht nur aus, der neue Trieb wächst bis August nächsten Jahres und hat dann auch noch in vollem Saft stehende Blätter) gibt es noch einige Klippen.
Aber die Chancen stehen gut Smiley

Grüße
Pflaume
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Credo, quia absurdum - Tertullian
Gartengogel
Gast
« Antworten #10 am: 06. September 2004, 00:00:41 »

Hallo Pflaume und Nachtfalter,

es stimmt, wenn nach einer Okulation die Blattstiele leicht abgehen, ist das Rindenschildchen angewachsen und man kann für die Zukunft optimistisch sein, eine Gewähr für den letztendlichen Erfolg ist es allerdings noch nicht, denn das Auge (!) muss vor allem heil sein und auch den Winter überstehen. Mitunter kann man schon im Herbst erkennen, ob das Auge lebt, letztendlich mit völliger Gewissheit im nächsten Frühjahr nach dem Austrieb.

Handveredlungen mache ich eher selten. Bei meinem Beispiel, Birne auf Weißdorn, hatte ich im Frühjahr vor drei Jahren zwei Weißdornsämlinge mit je einem Birnenreis per Geissfuß veredelt, wovon eines angewachsen war.
Heuer hatte das Bäumchen sogar kleine Früchte, die aber alle abgeworfen wurden.

Gruss GG
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Nachtfalter
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« Antworten #11 am: 06. September 2004, 00:59:58 »

naja, mir wär ja auch eine Reiserveredelung sympathischer, aber okulieren, fast das ganze Jahr über, nur EIN Arbeitsschritt, also wenns klappt, bleib i dabei...
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Nachtfalter
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« Antworten #12 am: 06. September 2004, 01:13:42 »

...übrigens: da ich meist schwachwachsende Sorten aufokuliert habe, habe ich nur einzelne Äste bzw. Kronen veredelt. Eine Veredelungsstelle über der Wuzel wollt ich mir nicht antun, weil i glaub, dass es mühsam wird, einen neuen nStamm heranzuziehen. Andrerseits hab ich gehört, dass es bei Kronenveredelung oder Veredelung einzener Äste später Obstbaumkrebs geben könnte, oder andere Probleme...
Was haltet ihr davon?
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Pflaume
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« Antworten #13 am: 06. September 2004, 22:04:36 »

Eine Veredelungsstelle über der Wuzel wollt ich mir nicht antun, weil i glaub, dass es mühsam wird, einen neuen nStamm heranzuziehen.

Weshalb?
Weil die Veredelungssorten schwachwüchsig sind? Kein Problem.

Zitat

Andrerseits hab ich gehört, dass es bei Kronenveredelung oder Veredelung einzener Äste später Obstbaumkrebs geben könnte, oder andere Probleme...


Wo hast Du das gehört (gelesen)?
Mit welcher Begründung (leuchtet mir so im Augenblick nicht ein)?

Damit ich mir das besser vorstellen kann:
Wie groß/alt waren eigentlich die Bäume/Bäumchen, die Du veredelt hast?

Grüße
Pflaume


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« Antworten #14 am: 06. September 2004, 22:46:53 »

...also keine Probleme?
wo ich das gelesen habe weiss ich nicht mehr, es stand dort eben, dass man von Kronenveredelung aus diesen Gründen abgegangen ist. Vermutliches Problem ist die Übergangsstelle zwischen stark wachsendem Unterlagsstamm und schwachwachsendem veredelten Teil (wär allerdings auch an der Wurzel so Huch )

2. Schwachwüchsigkeit: könnte mir vorstellen, dass es 3 Jahre dauert, bis soviel zugewachsen ist, dass es wie ein Stamm aussieht Smiley

3. kann man nicht so generell sagen, worauf ich aufokuliert habe, waren teilweise Sämlinge, die so aufgegangen sind, ältere Bäume mit teils unbrauchbaren (oder gar keinen!) Früchten, und einige jüngere Bäumchen, bei denen ein kleines Ästchen als Versuchskaninchen herhalten musste; wenns schiefgeht wirds eben weggeschnitten. (hab einige Apfelbaumsorten, die ohne Spritzmittel immer krankes Laub haben und wollte gesundwachsende Sorten draufgeben)

allgemein wär mir eben eine Kronenveredelung auf Dauer am liebsten, weil der Stamm schon da ist und der
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