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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: wie wird aus einem Wurzelabriss ein Baum? 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: wie wird aus einem Wurzelabriss ein Baum?  (Gelesen 9484 mal)
Nachtfalter
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« am: 20. August 2004, 19:14:10 »

Hallo!
wollte heute einige Apfelbaumsämlinge besorgen in der Baumschule, sie verkaufen sowas aber nicht (blöd wären sie auch Smiley )
Jetzt will ich versuchen, von einem ausgewachsenen Apfelbaum, der schon seit vielen Jahrzehnten allen Krankheits-und Wühlmausangriffen wiedersteht, ein Wurzelstück zur Vermehrung entnehmen; weiss da jemand, wie ich da vorzugehen habe?
danke!
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Nachtfalter
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« Antworten #1 am: 20. August 2004, 19:57:59 »

könnt es so klappen: ein Stück feine Wurzel in Gartenerde, das dickere Ende leicht an der Oberfläche hervorgucken lassen, fleissig giesen und abwarten...
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Nachtfalter
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« Antworten #2 am: 22. August 2004, 07:46:07 »

Was erhält man eigentlich im Fachhandel, wenn man "bitte eine Unterlage A2" verlangt.
Ist das dann ein Wurzelstück, ein fertiges Bäumchen, oder ein "sowas kriegen nur professionelle Züchter"?
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Fritz_Loser
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« Antworten #3 am: 23. August 2004, 00:07:43 »

... von einem ausgewachsenen Apfelbaum, der schon seit vielen Jahrzehnten allen Krankheits-und Wühlmausangriffen wiedersteht, ein Wurzelstück zur Vermehrung entnehmen...

Ich entnehme des öfteren Wurzelaustriebe, also kleine "Bäumchen", die sich unterhalb des großen Baumes direkt aus dessen Wurzel gebildet haben. Da schneide ich dann ein kleines Stückchen Wurzel mit heraus und pflanze alles in einen Topf zur Weiterzucht. Für besseres Anwachsen gebe ich in den Topf etwas Bewurzelungshormon.

MfG Fritz  Zwinkernd
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Fritz_Loser
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« Antworten #4 am: 23. August 2004, 00:11:10 »

... Was erhält man eigentlich im Fachhandel, wenn man "bitte eine Unterlage A2" verlangt...

Man bekommt ein fertiges Bäumchen auf einer Typenunterlage A2. Das ist ein starkwachsendes Exemplar, welches nur ein wenig schwächer als eine Sämlingsunterlage treibt.

MfG Fritz  Zwinkernd
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Nachtfalter
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« Antworten #5 am: 23. August 2004, 07:27:17 »

Danke, Fritz, das ist genau, was ich suche...
aber wo soll ich da beginnen, wie gesagt, meine Baumschule bietet mir sowas nicht an Weinen
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Walther
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Walther

« Antworten #6 am: 23. August 2004, 11:54:14 »

Peter Klock, der Auror des Buches:

Veredeln leicht gemacht.
http://www.pflanzenbuch.de/modules.php?name=Buecher&op=viewlinkdetails&lid=451



betreibt auch eine Baumschule und verkauft/verschickt Pfropfunterlagen in kleinen Mengen. Für Anfänger werden sogar sehr nette und empfehlenswerte Veredelungs-Kurse gegeben und die benötigten sonstigen Materialien gibts dort auch. Auch Auftragsveredelungen werden durchgeführt.

Kennt jemand noch andere Quellen?


Ansonsten werden die Unterlagen in 50er Bündeln von Spezialbaumschulen gehandelt, die Mindestabnahme ist aber meist 100 Stück. Natürlich ist der Stückpreis dann angenehmer.


Für private Zwecke und geringen Bedarf kann man sich auch selbst Unterlagen züchten.

Dazu pflanzt man einen Baum mit der gewünschten Unterlage.
Wenn er gut angewachsen ist, kappt man ihn vollständig UNTER der Veredelungsstelle.

Die Unterlage wird dann mehrere Austriebe machen. Diese Austriebe werden mit ihrem Wachstum immer wieder so angehäufelt, dass oben immer nur ein paar Blätter aus der Erde gucken. Im Herbst haben die Austriebe Wurzeln, es wird vorsichtig abgehäufelt und unter den Wurzeln abGESCHNITTEN, niemals gerissen, auch wenn das Rissling heißt.  Diese Unterlagenquelle kann man jedes Jahr wieder als Mutterbaum nutzen.

Die Stockausschläge, die im Wurzelbereich von manchen Apfelbäumen sprießen sind natürlich auch perfektes Unterlagenmaterial. Mit der Anhäufelmethode führt sie sicherlich zu brauchbaren Unterlagen. Habe ich aber noch nicht ausprobiert.

Diese gekaufte oder selbst gewonnene Unterlage wird gepflanzt und ab nächstem Jahr veredelt.
Meine Erfahrung als autodidaktischer Amateurveredler ist, dass die Veredelung im Topf auf dem Tisch besser klappt, als in unbequemer Stellung gebückt auf dem Beet.

Ich habe mich übrigens für 100 Unterlagen im Bündel entschieden, die pro Stück etwa 0,60 Euronen netto gekostet haben. Da hab ich die nächsten Jahre was zum Üben. Trotzdem stehen alle Nachbarn und Bekannten schon Schlange nach Apfelbäumen mit interessanten Sorten.

Sollte die Veredelung nicht klappen, ist die Unterlage nicht verlohren. Man schneidet an der missglückten Stelle ab und zieht EINEN der sich bildenden Triebe zu einem neuen Stämmchen für einen neuen Versuch.

Ich hoffe innständig, dass insbesondere die 'Profis' angeregt worden sind, diese Ausführungen zu ergänzen oder zu verbessern. Ich lerne nämlich gern noch unbändig dazu.

Noch Fragen?

Und nun viel Erfolg bei den Selbstversuchen!

Beste Grüße
Walther

Nachtrag:
Soweit ich weiss, werden auch die sogenannten Sämlingsunterlagen (für Äpfel!) so gewonnen wie oben beschrieben und nicht aus Apfelkernen ausgesäät. Da wäre die Streuungsbreite von Eigenschaften viel zu groß. Es handelt sich auch dabei immer um die 'Risslinge' eines einzigen Ur-Sämlings, der vor Jahrzehnten mal in Bitterfeld oder Bittenfeld (? - Experten bitte!) ausgelesen wurde.
« Letzte Änderung: 23. August 2004, 14:47:15 von Walther » Gespeichert
Nachtfalter
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« Antworten #7 am: 23. August 2004, 13:29:00 »

super, danke vorerst einmal, ist mir eine grosse Hilfe!
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Pflaume
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« Antworten #8 am: 24. August 2004, 14:05:05 »

Hallo Walther,

schöner Beitrag.
Wer etwas Platz hat, dem empfehle ich die Aussaat von Apfelkernen, sowohl als Unterlage geeignet, als auch um zu sehen, welch interessante Varietäten von Apfelbäumen daraus entstehen.
Manchmsl ist durchaus ein interessanter Baum dabei, ein Baum, den sonst niemand hat, was nicht befriedigt kann ja immer noch veredelt oder gerodet werden.

Es handelt sich auch dabei immer um die 'Risslinge' eines einzigen Ur-Sämlings, der vor Jahrzehnten mal in Bitterfeld oder Bittenfeld ausgelesen wurde.

Bekannt sind der Brettacher Sämling (Württembergische unempfindliche Sorte, gut zum backen, die durchaus auf Naturlager bis 10 Monate haltbar ist, aus Brettach, nicht für kalte, nasse Standorte), der Bittenfelder Sämling (aus Bittenfeld), sehr stark wachsender Mostapfel, Bolken Ploschinger Sämlinge sind Wirtschaftsäpfel, als Tafelapfel ungeeignet.
Wie Du richtig schreibst, es handelt sich bei im Handel käuflichen Exemplaren um Wurzelabrisse, nicht um Sämlinge, sie heißen nur deshalb Sämlinge, weil sie Zufallsfunde sind, also nicht mit Absicht gezüchtet wurden.

Grüße
Pflaume
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Credo, quia absurdum - Tertullian
Nachtfalter
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« Antworten #9 am: 24. August 2004, 21:20:41 »

Hi Pflaume!
weisst du zufällig, wo ich solche "Sämlinge" bekommen könnte?
Was mich verwundert ist, dass diese Sämlinge so genannt werden, schliesslich war ja A2 usw. auch mal ein Sämling, oder? (genetische Änderungen gabs damals ja noch nicht..)
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Pflaume
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« Antworten #10 am: 25. August 2004, 23:05:55 »

Hallo Nachtfalter,

der Nabu hat teilweise örtliche Bezugsquellen. Einige biologische Baumschulen haben auch so was im Angebot.
Die m.E. beste Methode ist jedoch bei Äpfeln: Mosttrester (gibt es umsonst, eine gute Hand voll reicht) besorgen und in einer leeren Ecke im Garten ausstreuen, wenn Du willst etwas harken.
Die Keimlinge dann nächstes Jahr selektieren. So haben die Verbliebenen mehr Platz.
Bei Steinobst einfach eine Menge Früchte essen und mit dem Rest (den Steinen) wie oben verfahren.

Nun, unter züchten bei Obstbäumen versteht man die händische Übertragung von Pollen mit einem feinen Pinsel einer ausgewählten Sorte auf den Stempel einer anderen selektierten Sorte. Der Stempel wird danach vor weiterer Befruchtung geschützt. Die Pollenfäden der befruchteten Blüte wurden zuvor schon entfernt.

Zufallsfunde hingegen wurden von Bienen befruchtet und sind irgendwo zufällig gefunden worden (z.B. durch einen weggeworfenen Apfelbutzen dort „gesät“ worden).
Man kennt weder Vater noch Mutter.

Grüße
Pflaume
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Credo, quia absurdum - Tertullian
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