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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Re:Apfelbaum-Erziehung 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Re:Apfelbaum-Erziehung  (Gelesen 4838 mal)
Walther
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Walther

« am: 28. Juni 2004, 11:32:35 »

Da die Profis alle gerade aushäusig sind, versuche ich mal eine Überbrückung der Wartezeit Smiley

Der Zustand deines Bäumchens, den du beschreibst, hört sich doch sehr famos an.

Ich glaube nicht, dass du in nächster Zeit schon dringend was machen musst. Und auf ein oder zwei Jahre kommt es beim Kronenaufbau wohl auch nicht an. Bevor du was abschneidest, muss ja auch erst mal was gewachsen sein  Zwinkernd


Aber es gibt verschiedene Schnitt-Schulen, die ihre Bäume unterschiedlich behandeln. Du musst dich informieren, was es da so gibt und dich dann für eine Methode entscheiden, die deinen Vorstellungen und Zielen am besten entspricht. Immer zwischen verschiedenen Methoden bzw. Ratgebenden zu wechseln, ist nicht zu empfehlen.

Wie wäre es mit einem Schnittkursus - gibt es so was in deiner Nähe?

Den Pfahl würde ich nicht absägen, auch wenn er die Krone sogar überragen sollte.  Aber achte darauf, dass der Stamm nicht eingeschnürt wird.

Hat dein Baum eine wuchsschwache Unterlage, die zeitlebens einen Pfahl erfordert? Besser sind dann vielleicht sogar drei Schockiert Pfähle.
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Pflaume
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« Antworten #1 am: 29. Juni 2004, 21:27:06 »

Hallo Querkopf,

Walther sprach es schon an: Die Unterlage
Wenn Du eine vernünftige Aussage bei Obstbäumen möchtest, muß Dein Gegenüber immer folgendes wissen:

- Unterlage
-   aufveredelte Sorte, hier also Königl. Kurzstiel
-   Höhenlage/Klima
-   Bodenverhältnisse (Lehm, Sand...feucht, trocken...)
-       Licht und Raum, die dem Baum zur Verfügung stehen

Alter und Halbstamm hast Du ja angegeben. Mangels Foto noch folgender Hinweis:
Viele Baumschulen liefern einen grausigen Pflanzschnitt ab Ärgerlich, darauf kann man sich also nicht verlassen.

Normalerweise dürfte ein Sommerschnitt bei Dir dieses Jahr nicht sinnvoll sein.
Nächsten Februar/März dann die Leittriebe lang anschneiden und alle nicht vom Baum wegweisenden Knospen ausbrechen.

Beim Pfahl ist in erster Linie wichtig, daß der Stamm nicht daran scheuert.
Möglichst nicht mit einer Kunststoffschnur anbinden.
Am besten in Form einer 8 mit einer Weide anbinden.
Der Baum sollte nicht so fest angebunden werden, daß er sich aufhängt, wenn die Erde sich setzt, andererseits sollte auch nichts scheuern.

Schau Dir doch mal http://forum.planten.de/index.php?board=9;action=display;threadid=10255 ab dem 5. Posting und die dortigen Verweise an.
Vielleicht helfen diese Dir bei der Entscheidung, wie Du den Baum in Zukunft aufbauen willst. Smiley

Grüße
Pflaume
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Pflaume
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« Antworten #2 am: 01. Juli 2004, 23:35:38 »

Hallo Querkopf,

würde es persönlich begrüßen, wenn es nicht so wenige wären, die wie Du denken. Lächelnd

Sämling, schön schön. Smiley
Was für einer?

- Richtiger Sämling, also ein aus irgendeinem Apfelkern entsprungener?

- Oder ein Sortensämling, also vermutlich Wurzelabriß z.B. von Bittenfelder Sämling (wohl der Bekannteste, ein sehr starkwüchsiger für Halb- und Hochstämme, auch für problematische Böden, da Pfahlwurzler, nicht unbedingt jedoch für Handtuchgärten geeignet) etc.?

- Oder Sämling definierter Herkunft, z.B. Apfelkerne mit Mutterpflanze Bittenfelder Sämling?

Vermutlich Nr. 2

Vom Standort her bist Du zu beneiden, allerdings bei Trockenheit vermutlich für schwachwüchsige Unterlagen (Flachwurzler) ein Problem, aber dazu gehören Sämlingsunterlagen normalerweise nicht.
Die benötigen später auch keinen Pfahl mehr.
An sich sollte ein Pfahl nicht unbedingt höher sein, als bis unter den ersten späteren Leitast.
Würde persönlich das Ding nun stehen lassen, bis es in einigen Jahren abgefault ist, beim absägen ist die Verletzungsgefahr des Baumes immer gegeben.
Durch Schnitt ist der Wachstumsrückstand später leicht auszugleichen.

Welche Gründe bewogen Dich an einen Hochstamm zu denken? Huch

Je wüchsiger die Unterlage, desto später der Ertrag, dafür gibt es dann mehr, und in Trockenjahren fällt Dir die Ernte nicht vorschnell vor die Füße.

In Sachen Palmer, nun er ist eigentlich eher dafür berühmt- berüchtigt sich eher zu klar auszudrücken.
Aber schaun wir mal.
Zum tun und lassen: Wenn Du das Ding eh kaufst, würde ich vorschlagen, daß Du es mal durchliest und überschläfst.
Du stehst derzeit ja nicht unter Zeitdruck.
Danach meldest Du Dich wieder mit dem was unklar bleibt, wenn überhaupt, und wir können uns dann auf das konzentrieren.

Grüße
Pflaume
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« Antworten #3 am: 01. Juli 2004, 23:58:31 »

Nachtrag:

Was Du lassen solltest:
Düngen solltest Du Deinen Apfelbaum in keinem Fall, vor allem nicht mit stickstoffhaltigem Dünger, und zwar mindestens so lange, bis die erste größere Ernte angefallen ist.
Die meisten Böden sind eh überdüngt (von Deiner Beschreibung her leidet Dein Boden auch nicht unter Nährstoffmangel), und solange man nichts entnimmt (zentnerweise Äpfel), muß man auch nicht düngen, schon gar nicht bei starkwüchsigen Unterlagen, bei schwachwüchsigen Unterlagen sieht das etwas differenzierter aus.

Zum Königl. Kurzstiel schreibe ich morgen noch etwas.
 Smiley
Grüße
Pflaume
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« Antworten #4 am: 02. Juli 2004, 22:54:20 »

Hallo Querkopf,

habe einige kurze Abschnitte zum KK, muß mal schauen, was nicht deckungsgleich ist, reicht mir nur heute leider zeitlich nicht mehr.
Brenneseljauche ist sehr Stickstoffreich, also bitte nicht! Gilt abgeschwächt auch für Kompost.
Die Unterlage entscheidet wesentlich darüber, wie stark die aufgepfropfte Sorte wächst.

Mir scheint, Du hast noch nie eine wuchsfreudige Sorte auf einem Bittenfelder, als Halbstamm gezogen, gesehen. Grinsend
OK, der KK wächst natürlich eher weniger, aber auf einem Sämling dürfte auch der ganz nett werden.
Übrigens kannst Du den ja jederzeit als Hochstamm ziehen, dürfte aber als Halbstamm sicher mindestens das gleiche Volumen erreichen. Smiley

Grüße
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« Antworten #5 am: 03. Juli 2004, 20:12:29 »

Erstmalige Erwähnung um 1650

Synonyme: Belgischer Kurzstiel, Belle de Senart, Käsapfel, Käske, Königlicher Roter Kurzstiel, Court-pendu royal

Samen:    Dunkelbraun, breit, kurz, verhältnismässig gross.
Fleisch:   Gelbweiss, fest, knackend, nicht vollsaftig, angenehm süss, kräftig gewürzt, mit frischer Säure.
Essreife:  Jan - Mar
Farbe:     Gelb-rot gestreift
Aussehen: 60-65 mm breit, 40 bis 50 mm hoch, also mittelgroß, flachkugelig, stielbauchig, gegen den Kelch stärker abnehmend, regelmässig und ohne Rippen.
Kelch und Stielpartie abgeplattet, was ihm auch den Namen Käsapfel eingetragen hat.
Pflückreife Ende Oktober.
Starke Neigung zum schrumpfen während der Lagerung.

Stark widersprüchliche Angaben zu Boden- und Klimaansprüchen
   
Wird mit entsprechend schwachwüchsiger Unterlage als Spalierobstbaum empfohlen.

Zeigt nur in der Jugend guten Wuchs, bildet eine mittelgrosse, breitkugelige Krone.
Guter Träger, Kupferempfindlich. Spätblüher.
Pollen reichlich und gut, also guter Befruchter.
Schorfanfälligkeit gering.

Grüße
Pflaume
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« Antworten #6 am: 05. Juli 2004, 21:23:35 »

Was ich mir wünsche, ist ein schöner, möglichst "natürlich" wachsender Baum, der möglichst bald ein bisschen trägt  

Hallo Querkopf,

Noch 2 Anmerkungen:

Je wüchsiger die Unterlage, sprich je größer der Baum später wird, desto älter wird er,
aber desto länger benötigt er auch bis zur ersten Ernte.
Je mehr Du ihn insbesondere mit Stickstoff düngst,
desto mehr investiert der Baum in Wachstum, desto länger wartest Du auf Deinen ersten Ertrag.

Die Überlegung, daß Dein Kompost bereits Erde ist, zieht nicht, außer er entstand ausschließlich aus stickstoffarmen Pflanzenteilen wie Seegras, Rasenschnitt z.B. gibt eine sehr nährstoffreiche Erde.

Allerdings macht Stickstoffdüngung natürlich auch anfällig gegen Läuse, nach Juli führt er zu evtl. nicht abreifenden Neutrieben, sprich Frostschäden im nächsten Winter.
Bei größeren Mengen führt Dünger speziell bei Trockenheit zu Verbrennungen, bringt natürlich die Chemie des Bodens durcheinander und führt, je nach Dünger, zu einem Ionenungleichgewicht in der Wurzel, schädlichen ph-Werten (siehe bei Shigo).
In jedem Fall führt er kurz- bis mittelfristig zu einer Reduzierung der Reserve- und Abwehrstoffe der Pflanze.

Wenn Du Deinen Boden verbessern willst, ist Sand bei Lehmboden von Vorteil.

Grüße
Pflaume
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« Antworten #7 am: 08. Juli 2004, 20:17:28 »

Hallo Querkopf,

die Angaben schwanken zwischen anspruchsvoll- bzw. los.
Vom Klima her müssen wir uns in Deinem Fall nicht weiter unterhalten, vom Boden her, bei starkwüchsiger Unterlage, ebenfalls nicht. Während der Anwachszeit eine ausreichende Wasserversorgung vorausgesetzt.
Gehe mal davon aus, daß es der Baum im Zweifel nicht Übel nimmt, wenn der Boden kräftiger ist, als nötig, das Klima milder als nötig ist. Smiley
Würde an Deiner Stelle nur dort Sand zugeben, wo Du Pflanzen hinsetzen willst, die mit dem Boden nicht klar kommen. Einfacher ist es natürlich, nur das zu pflanzen, was für Deinen Boden geeignet ist. Bei Sandboden wäre die Auswahl wesentlich geringer.
Vielleicht darauf achten, daß der Boden immer bedeckt, also nicht der Sonne ausgesetzt ist.

Grüße
Pflaume
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