Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
20. Oktober 2020, 11:23:38
Übersicht Hilfe Suche Galerie Einloggen Registrieren
News: Viele technische Fragen findest Du in unserer Forumshilfe beantwortet.
forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Obstbäume gegen Wühlmäuse 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
Seiten: [1] Nach unten Drucken
Autor Thema: Obstbäume gegen Wühlmäuse  (Gelesen 13904 mal)
Nachtfalter
***
Offline Offline


Ich liebe dieses Forum!


« am: 15. Juni 2004, 07:37:46 »

Hallo!
Ich versuche mich schon ca. 3 Jahre lang als Hobbyobstbauer, hab ca. 2 ha Wiese zur Verfügung, Wiese wird nur gemäht, Gras liegengelassen; habe leider viele Wühlmäuse, Bekämpfen vermutlich aussichtsslos. Hab bisher ca. 40 Obstbäume gesetzt, mit Drahtgitter um Wurzeln und Stamm. Trotzdem wird alles zerfressen, sobald die Wurzeln herauswachsen aus dem Geflecht. Gibt es irgendwelche Obstsorten, die verschont werden?Huch
(ausser den Zwetschkenbäumen, die von selber aufgehen, diese wachsen gut und schnell; lass auch einige davon stehen).
Mir geht es nicht um Ertrag, sondern will nur eine altmodische Streuobstwiese haben.

wär sehr dankbar für eure Hilfe!!!
Gespeichert
Almut
Gast
« Antworten #1 am: 15. Juni 2004, 09:17:52 »

Hallo!
Ich glaube nicht, dass die Wühlmäuse bestimmte Obstbäume in Ruhe lassen, du wirst also nicht drumherum kommen, die Viecher zu vertreiben.
Bei uns im Garten haben wir die Wühlmäuse vor ein paar Jahren vertrieben, indem wir unter die Bäume jeden Tag viel Wasser gekippt haben. Aber bei 40 Bäumen wage ich zu bezweifeln, dass das die richtige Methode ist.
Es gibt verschiedene andere ungiftige Methoden, die Wühlmäuse vertreiben können sollen, z.B. Einpflanzen von Knoblauch, Eingraben von Flaschen, etc. Sehr wirksam sind diese Methoden aber nicht.
Es gibt Köder zu kaufen, die man überall auf dem Gelände verscharrt. Wenn man Glück hat, werden die von den Wühlmäusen gefressen - daran sterben sie. Wenn man Pech hat, werden die Köder aber von anderen Tieren gefressen, dann ist man auch nicht viel weiter als vorher.
Dann gibt es noch die Möglichkeit, Fallen aufzustellen, was für so ein großes Grundstück wie deines vermutlich die einfachste Lösung ist. Allerdings habe ich weder mit den Ködern, noch mit den Fallen eigene Erfahrungen. Vielleicht aknn dir jemand anderes mehr dazu sagen.
Gruß, Almut
Gespeichert
Re-Mark
****
Offline Offline

Ich liebe dieses Forum!


« Antworten #2 am: 15. Juni 2004, 10:49:20 »

Ich selbst hatte noch keine Wühlmäuse, aber ich habe unzählige Wühlmausdiskussionen in Usenet und anderswo verfolgt. Die Ergebnisse waren:

- sehr viele 'Wühlmausplagen' sind in Wirklichkeit Feldmausplagen. Sichtbare Mauselöcher und feine Nagespuren an Stammansätzen deuten auf Feldmäuse hin.

- Soweit ich mich erinnere hat noch niemand berichten können, daß er seine Wühlmäuse mit eingegrabenen Flaschen vertreiben konnte, das haben immer nur Leute irgendwo gehört. In der Realität scheint es nicht zu funktionieren. Das gleiche gilt für andere akustische Abschreckungsmittel.

- Ebensowenige wirkungsvoll sind Knoblauch, Holunder, Mottenkugeln o.ä.

- Fallen sind wohl wirkungsvoll, man muß sie aber fachgerecht aufstellen. Also nur mit erdigen Handschuhen anfassen etc. Im Netz sollten sich Beschreibungen finden, notfalls in der Goggel Groups-Suche.

- Gift ist wirkungsvoll, muß aber auch fachgerecht ausgebracht werden. Also nicht einfach in die Wiese streuen, sondern in die Gänge, die man dazu aufgraben muß, ohne die Wühlmaus zu verschrecken.

- Raubtiere sind wirkungsvoll. Es soll Katzen geben, die öfter mal eine Wühlmaus mit nach Hause bringen. Ebenso graben manche Hunde stundenlang in Mäusegängen. Ihre Fangquote ist zwar meist nicht der Rede wert, aber die Störung der Wühlmaus durch mehrere Grabungen pro Woche könnte sie vielleicht doch veranlassen, das Gebiet zu wechseln.
Dann gibt es da noch Frettchenartige, sogar als Haustiere im Zoogeschäft. Inwieweit die es mit Wühlmäusen aufnehmen weiß ich nicht, für Feldmäuse jedenfalls geeignet. (Dürfte aber schwer sein, jemanden mit so einem Tier zu finden, der noch dazu damit in die Obstwiese zum jagen geht.)
Vielleicht kann man Schlangen ansiedeln?

Hier ist noch eine Wühlmausseite:
http://www.hannes-birnbacher.de/wuehlmaus.html
 
Gespeichert
Nachtfalter
***
Offline Offline


Ich liebe dieses Forum!


« Antworten #3 am: 15. Juni 2004, 12:59:49 »

verjagen bzw. verggiften kommt für mich (vorerst?) nicht in Frage, wär wohl eine Lebensaufgabe. Die Bäume meines Vaters haben teilweise überlebt, obwohl auch viele untergraben sind. Habt ihr Erfahrungen mit dem Drahtgitterkorb? Vielleicht wären viele  Bäume und ei n vergrösserter Korb eine Möglichkeit, wenigstens ein paar Bäume hochzubringen. Ausserdem hab ich einmal gehört, dass es Unterlagen gäbe, die weniger attraktiv seien für Wühlmäuse, weil sie bitter schmecken.
nochwas: ein Bekannter hat mir erzählt, dass das Drahtgitter sooo stabil sein soll, dass die Wurzeln b eim durchwachsen absterben, wenn sie dicker werden.
Gibts da langjährige Erfahrungen??
Gespeichert
Amur
****
Offline Offline



« Antworten #4 am: 16. Juni 2004, 08:31:26 »

Drahtkorb ist nur kurz wirksam. Selbst verzinkter Draht ist nach ein paar Jahren durchgefault, bzw. wenn er länger halten würde, dann würde er in die Wurzeln einwachsen.

Re-mark hat das meiste schon beschrieben. Die ganzen Hausmittelchen, wie Knoblauch, bestimmte Pflanzen, eingegrabene Flaschen etc. kannst du vergessen.

Fallen bedürfen eines zeitlich hohen Aufwandes, sind aber relativ sicher und mit Erfahrung kann man den Fang von Maulwürfen verhindern.

Die Köder für die Gänge hab ich mal ausprobiert. Aber der Erfolg war mangelhaft.
Gas habe ich noch nicht probiert, ist aber auch nicht selektiv und m. W. sehr giftig.

Frettchen kommen nicht in die Wühlmausgänge und helfen insofern wenig. Frettchen sind vor allem gegen Kaninchen. Aber das ist wohl seit der Chinaseuche nur noch in wenigen Gegenden wirklich eine Plage.

Was noch etwas hilft, ist die Haltung von relativ schweren Tieren, welche die Gänge ständig eintreten, was die Wühlmäuse gar nicht mögen. Allerdings muß man dafür gerade junge Bäume erst mal sehr gut einmachen, sonst werden sie von den Pferden/Rindern gefressen, was ja auch nicht besser ist.
Ausserdem ist der sonstige "Freizeitwert" der Obstwiese dadurch natürlich deutlich gemindert. Wer will schon zwischen den Rindviechern rumsitzen und in deren Fladen treten?

mfg
Gespeichert
Baumfex
****
Offline Offline


Ich liebe dieses Forum!


« Antworten #5 am: 16. Juni 2004, 09:59:56 »

U.U. könnte es auch sinnvoll sein,zumindest die Baumscheiben von Grasschnitt und hohem Bewuchs freizuhalten und Sitzstangen für Greifvögel aufzustellen.

Gruß
Baumfex
Gespeichert

Aliquid amplius invenies in silvis quam in libris.
Ligna et lapides docebunt te, quod a magistris audire non possis.
Pflaume
****
Offline Offline



« Antworten #6 am: 16. Juni 2004, 22:41:28 »

Hallo manfred,

würde mal für das nächste Jahr eine oder 2 Brutröhren für Käuze besorgen (müssen vor Mardern geschützt werden). Sofern eine Scheune zur Verfügung steht, dort eine Nische für Schleiereulen einrichten. Beide benötigen für die Aufzucht Unmengen von Mäusen.

@Amur
bist Du der Amur in Cordata?
(Auszug vom 26.3.04)
... Einige der Sämlinge haben wir dann wachsen lassen, andere Veredelt. Die Eigenschaften waren so unterschiedlich wie man es sich nur vorstellen kann. Einige waren selbst nach vielen Jahren kaum mannshoch, andere wuchsen dem Teufel zu. Einer davon (unveredelt!) steht heute noch im Garten meiner Eltern und trägt jedes Jahr zentnerweise Früchte die gut sind. Ein anderer, noch robusterer, ist in einem schmalen Streifen, der uns gehört draußen in der Flur, wild gekommen. Irgendwer wird dort wohl seinen Apfelbutzen weggeworfen haben. Dort wuchs er und mußte sich gegen Verbiß, Verfegen und Wühlmäuse durchsetzen. Alles hat er überstanden. Er trägt große, zunächst grüne Früchte mit roter Backe, die gut lagerfähig, gut schmecken und unempfindlich sind und dabei lange halten im Naturlager. Etliche andere Anpflanzungen von mir wurden dort direkt daneben von den Wühlmäusen restlos vernichtet. An den ging nix. Warum? Weiß der Teufel oder die Wühlmäuse....

Wenn ja, wie geht es Deinem mäuseresitenten Baum?

Grüße
Pflaume
Gespeichert

Credo, quia absurdum - Tertullian
Amur
****
Offline Offline



« Antworten #7 am: 16. Juni 2004, 23:13:04 »

Pflaume, der steht noch und hat wie jedes Jahr gut angesetzt. FAlls jemand ein Reis von dem Unikat will, soll er sich melden.
WEiterhin unberührt von Wühlmäusen und obwohl hart bedrängt von einer Seite durch eine immer größer werdende Fichte, und von der anderen SEite von einer Eiche, ist der BAum kerngesund, vertreibt aber etwas, weil ihm eben Licht und der Platz fehlt.
Eine Konkurrenz-Esche habe ich den Winter gefällt. So hat er wenigstens von Westen wieder frei. Ob ich die Eiche noch fälle und u. U. die Fichte gleich mit? Ich weis es noch nicht.
Ob er Wühlmausresistent ist weis ich auch nicht. Tatsache ist, daß an demselben Rain bereits einige Most- als auch Essäpfel den Nagern zum Opfer fielen (Kardinal Bea, Börtlinger Weinapfel, Schöner von Wilshire, 2 andere Sämlinge, Transparent..), obwohl sie wesentlich kürzere Standzeiten da hatten und weiter weg von Wasser und Wald gepflanzt waren.

Hervorragend hält sich bis jetzt auch ein Bittenfelder, inzwischen im 15. Jahr, dessen Miniäpfel aber bei uns so spät reif werden, daß wir unser große Moste bereits wieder eingewintert haben.
Da ich aber nächstes Jahr noch so eineinhalb Hektar als Obstwiese dazubekomme, werde ich dieses Jahr wieder Bittenfelder speziell pressen und den Trester zur "Aussaat" verteilen.
Eine rote Sternrenette hat jetzt ebenfalls das 10. Standjahr dort erreicht und trägt heuer zum 2. Mal ein paar Früchte.
Eine Oberösterreicher Weinbirne lasse ich ungeschnitten als Waldbaum in die Höhe gehen. Tragen tut sie aber auch nach 20 Jahren noch nicht. Von Form wollen wir mal nicht reden. Aber sie kämpft ebenfalls mit Waldbäumen um Licht.

Wühlmäuse fängt mein Vater dort jährlich einige.
Allerdings ist es mit dem daneben laufenden Bach auch ein niemals endender Kampf.

mfg
Gespeichert
Pflaume
****
Offline Offline



« Antworten #8 am: 17. Juni 2004, 23:54:25 »

FAlls jemand ein Reis von dem Unikat will, soll er sich melden.

Hallo Amur,

also für ein Edelreis melde ich mich hiermit schon mal an, komme allerdings zu einem passenderen Zeitpunkt noch mal auf Dich zu.
 Du wohnst ja glaube ich in Oberschwaben.
Wäre ja irgendwie schade, wenn man einen solch interessanten Baum nicht vermehren würde Smiley.
Übrigens würde ich an Deiner Stelle zuerst die Fichte umlegen, Du kennst ja meine Meinung zu Fichten im Obstgarten, aber das ist wie gesagt meine persönliche Meinung.

Grüße
Pflaume
Gespeichert

Credo, quia absurdum - Tertullian
olaf
***
Offline Offline


Ich liebe dieses Forum und die Erntezeit!


WWW
« Antworten #9 am: 19. Juni 2004, 00:49:11 »

Hallo zusammen,
ich denke, dass das liegengelassene Gras für die Wühlmäuse sehr förderlich ist. Wenn du das abfahren könntest hätten Greifvögel bessere Chancen die kleinen Nager zu fangen. Auch eine Baumscheibe vor Winter eingerichtet hilft etwas gegen die Tiere, da die haupt Fraßschäden im Winter stattfinden und sie den lockeren, bewuchsfreien Boden nicht mögen. Bei mir weiden Rinder bzw. Schafe, so dass der Verlust an Bäumen (ohne die aufwendigen Drahtkörbe) unter 10 % geblieben ist.

Schöne Grüße,
Olaf.
Gespeichert
Gartengogel
Gast
« Antworten #10 am: 21. Juni 2004, 23:14:51 »

Hallo Manfred99,

mein kleiner Obstgarten  ist dick überwuchert mit einer gelbblühenden, geflecktblättrigen Nessel (Name weiß ich nicht, auch nicht wie sie in meinen Garten gekommen ist), die sich über oberirdische Ausläufer ausbreitet - ein idealer Tummelplatz für Wühlmäuse. Trotzdem habe ich in all den Jahren noch keinen Obstbaum wegen der Nager eingebüßt!
Mein Rezept:
1. Ich fange die Biester vor Beginn des Winter (fremde Wühlmäuse wandern dann nicht mehr zu) mit einer Holzkastenfalle weg.
Seit Jahren stelle ich die Falle mit bloßen Händen, die ich vorher allerding mit dem Köder einreibe.
2. Wurzeln von Obstbäumen gehören nicht unbedingt zur Lieblingsspeise der Wühlmäuse.Da die Tierchen auch im Winter aktiv sind und einen täglich hohen Bedarf an Futter haben, sind die Wurzeln für sie der "Notnagel". Deshalb habe ich bei meinen Bäumen Tobinambur angepflanzt, der seit Jahren sich selbst überlassen ist und den Wühlmäusen zu jeder Jahreszeit schmackhaftes Futter liefert. Wenn im Sommer einzelne Pflanzen plötzlich absterben, hat sich wieder eine Wühlmaus gütlich getan und bald darauf findet sie sich meist in meiner Falle wieder.

Bei Deiner großen Anlage liegen die Dinge sicher etwas anders.
Den Vorschlag, einen Nistplatz für einen Kauz einzurichten finde ich gut, da die Nager besonders nachts auch oberirdisch aktiv sind.
Effektiv und vor allem zeitsparend sollte auch das Ausbringen von Giftködern sein, diese müssen allerdings in die Gänge eingebracht werden, was mit einem speziellen Suchstab erfolgen sollte.

Gruß Gartengogel


Gespeichert
Seiten: [1] Nach oben Drucken 
forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Obstbäume gegen Wühlmäuse « vorheriges nächstes »
Gehe zu:  


Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge

Impressum | Netiquette | Nutzungsbedingungen | Hilfe
Inhalte (Fotos, Texte...) unterliegen seit 02.09.2006 der Creative Common License

Powered by SMF 1.1.21 | SMF © 2006, Simple Machines