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forum.planten.de  |  Pflanzen  |  Obst-Forum (Moderatoren: Walther, thuja thujon)  |  Thema: Braucht Brombeere Kletterhilfe ? 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Braucht Brombeere Kletterhilfe ?  (Gelesen 15943 mal)
Vossi
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« am: 02. Juni 2004, 14:54:33 »

Hallo Forum !
Habe mir heute 2 Brombeeren im Container gekauft:
Black Satin und Thornless Evergreen

Brauche ich für Brombeeren eine Rankhilfe ?  Huch
Auf der Container- Beschriftung von Rubus "Thornless Evergreen" wird diese empfohlen auf der Beschriftung von "Black Satin" nicht.

Brombeeren wachsen in der freien Natur doch auch ohne Kletterhilfe  Huch

Sonnige Grüße von der Ostsee  Smiley
Vossi
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fisalis
Gast
« Antworten #1 am: 02. Juni 2004, 15:12:56 »

Den Brombeeren ists egal, die wachsen auch ohne Hilfe gesund heran. Aber für dich könnte es angenehmer sein, die Beeren dereinst in Brusthöhe an einem schlanken Spalier zu pflücken,  statt in einen dornigen Dickicht rumzuirren.

Ich habe einen Kompromiss verwirklicht: Vorerst liess ich alles wachsen, bis kräftige Ruten erschienen. Die habe ich dann solange miteinander verflochten, bis quasi von selbst eine Wand entstanden ist, unten gestützt von den verholzten Vorjahrestrieben. Diese Wand stütze ich nun doch mit drei hohen Holzpfosten ab, weil sie sonst bei starkem Wind umfiele.
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« Antworten #2 am: 02. Juni 2004, 15:42:56 »

Vossi, schau dir mal ein 'natürliches' Brombeerdickicht an und übergege dann, ob du dafür Platz im Garten hast. 'Natürlicherweise' schießen die Brombeerruten in den Himmel, erreichen in einem Bogen wieder den Boden (wenn sie nicht auf älteren aufliegen), und schlagen dort weitere Wurzeln.

Ein weiterer Grund für irgendwelche Rankgerüste ist der, daß man die jungen Ruten gerne getrennt von den älteren hält - so wird die Übertragung von Krankheiten erschwert. Man bindet also idealerweise die vorjährigen, dieses Jahr fruchttragenden Ruten in die eine Richtung, und die neuen, nächstes Jahr fruchttragenden Ruten in die andere. Üblicherweise werden die alten (abgeernteten) Ruten im Herbst Bodeneben abgeschnitten. So erreichen z.B. nicht ganz so viele Brombeergallmilben die neuen Treibe, um einem im nächsten Jahr die Ernte zu verderben. Ist natürlich regional, standort- und sortenabhängig unterschiedlich. Manche haben vielleicht sowieso nie Probleme mit Milben, Rutenkrankheit oder Mehltau.

Mich würde interessieren, was dich bewogen hat, gerade 'Black Satin' und 'Thornless Evergreen' zu nehmen? Ich habe versucht, möglichst viel über Brombeersorten im Netz zu finden, und diese beiden Sorten werden nie unter den geschmacklich besten genannt (dort finden sich normalerweise 'Navaho', 'Loch Ness' bwz. 'Nessy' und vielleicht noch 'Chester Thornless').

Allerdings habe ich auch schon sehr wiedersprüchliche Ergebnisse von Geschmacksvergleichen gelesen, also vielleicht hast du Glück, und deine Sorten werden gerade in deinem Klima und Boden besonders gut.
Aber vorsicht: es gibt auch ältere 'stachellose' Sorten, die manchmal in die stachelige Form zurückschlagen (besonders bei Wurzeltrieben). Ich weiß nicht, ob 'Thornless Evergreen' dazugehört, 'Black Satin' wohl nicht.

Fisalis, hast du bisher gar keinen Ärger mit Brombeergallmilben, oder ist deine Pflanzung noch zu neu?

Ich habe 'Loch Ness' und auch 'Black Satin' (wollte eine zweite Art), letzten Herbst kam 'Navaho' dazu. 'Navaho' soll übrigens aufrecht wachsen und daher kein Rankgerüst brauchen.
Jetzt fehlt mir nur noch eine gute 'Theodor Reimers' (mit einer Wurzelsperre), aber bei der dürfte ein Rankgerüst auf jeden Fall Pflicht sein...
« Letzte Änderung: 02. Juni 2004, 15:44:36 von Re-Mark » Gespeichert
fisalis
Gast
« Antworten #3 am: 02. Juni 2004, 16:06:51 »

Zitat
Fisalis, hast du bisher gar keinen Ärger mit Brombeergallmilben, oder ist deine Pflanzung noch zu neu?

Glücklicherweise nicht. Ich habe 'Theodor Reimers'. Mittlerweile hantiere ich ohne Handschuhe drin rum, Übung macht den Meister  Zwinkernd
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Vossi
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« Antworten #4 am: 02. Juni 2004, 16:10:06 »

Danke für die schnellen Antworten ! Smiley

Hier in Schleswig-Holstein kenne ich auch nur Brombeer-Büsche und da ich zur Zeit unseren Garten ein bissel auf Holsteiner Bauerngarten trimmen möchte,wollte ich gerne auch Brombeeren setzen - zum Naschen für die Kinder.
Ich werde es wohl ohne Kletterhilfe ausprobieren, denn Platz haben die Brombeeren bei uns im Garten genug. Brombeeren am Spalier empfinde ich auch als unnatürlich. Ich war  verunsichtert wg. der Beschriftung.

Warum ich gerade diese Sorten ausgesucht habe ?
Ich kannte mich überhaupt nicht aus und habe im Gartenmarkt einfach nach diesen 2 Sorten gegriffen; andere wurden aber auch nicht angeboten und suche jetzt im Internet nähere Informationen.

Jetzt hätte ich aber noch  weitere Frage - Sonne / Halbschatten ? Wieviel Stunden Sonne pro Tag Huch
Nach wievielen Jahren tragen Brombeeren ?

Sonnige Grüße von der Ostsee  Smiley
Vossi
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Re-Mark
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« Antworten #5 am: 02. Juni 2004, 22:43:39 »

Ich war schon sehr lange nicht mehr an der Küste und habe vergessen, wie dort wilde Brombeeren wachsen, aber bei mir in der Gegend habe ich letzte Jahr in einem Gebüsch gepflückt... bis 2m hoch, 20 m lang, 5 m breit. Du mußt ja einen großen Garten haben...
Und wenn du meinst, daß du es bei dir kleiner hältst (na gut, zumindest die Black Satin dürfte sowieso nicht so wuchern, wie die stacheligen), ist das dann nicht auch 'unnatürlich'?

Fisalis hat eine Theodor Reimers, also eine stachelige. Er macht es sich zwar vermutlich nicht gerade einfacher beim Pflücken, aber irgendwie kann ich es verstehen, wenn man damit etwas halbwildes versucht.
Aber bei deinen Sorten? Obstgehölze tragen nunmal meist mehr, besseres und schöneres Obst und machen weniger Schwierigkeiten bei der Ernte, wenn sie richtig erzogen werden. Wie gesagt, du kannst zwar Glück haben, aber im allgemeinen werden deine dornenlosen Brombeeren gesünder sein und besser tragen (evtl. auch süßer, wegen besserer Besonnung), wenn sie an irgendeinem Spalier angeordnet werden.

Zur Frage Sonne/Halbschatten: Soviel Sonne wie möglich. Sie wachsen auch im Halbschatten, aber Fruchtqualität und -menge sollte um so besser sein, je mehr Sonne die Pflanze bekommt.

Es hätte ja sein können, daß du die zwei Sorten z.B. bei Nachbarn oder Verwandten kennen und schätzen gelernt hast. Oder daß ein Berater im Gartencenter positives zu berichten wußte. Aber scheinbar macht sich Euer Pflanzenmarkt genausowenige Gedanken über Sorten wie Pflanzenkölle hier bei mir. Da gibt es nämlich auch immer Black Satin und Thornfree oder Thornless Evergreen. Vielleicht braucht man für die Vermehrung dieser Sorten keine Lizenz...
(ich meine damit nicht, daß diese Sorten schlecht sind. Es ärgert mich halt nur, daß ausgerechnet die Sorten, deren Aroma in Zeitschriften oder auf Internetseiten besonders hervorgehoben wird, so schlecht zu bekommen sind.)

Hier sind die Ergebnisse einer Recherche letztes Jahr:
http://groups.google.de/groups?hl=de&lr=&ie=UTF-8&selm=kpdlt-v15.ln1%40sinolan.geratewohl.de&rnum=2

http://www.gartenratgeber.de/Gartenratgeber/Archiv/Jan03/Obs01_03.html
http://www.brenninger.de/angebot/brombeeren.htm
http://www.baumgartner-baumschulen.de/obstsorten/Beerenobst/brombeere.html
http://www.fug-verlag.de/on551

Einige dieser Quellen wiedersprechen sich teilweise selbst (was Reifezeitpunkt oder Aroma angeht), aber wenn man alles liest, kann man sich zumindest ein grobes Bild machen.
« Letzte Änderung: 02. Juni 2004, 22:47:33 von Re-Mark » Gespeichert
Fritz_Loser
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« Antworten #6 am: 02. Juni 2004, 22:56:49 »

... Vorerst liess ich alles wachsen, bis kräftige Ruten erschienen. Die habe ich dann solange miteinander verflochten, bis quasi von selbst eine Wand entstanden ist...

Kann man so machen (wäre "natürlich"), wird aber keinesfalls empfohlen, wegen Krankheitsübertragung von den alten auf die neuen Ruten.
MfG Fritz  Zwinkernd
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Christine N.
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WWW
« Antworten #7 am: 03. Juni 2004, 00:05:45 »

Hallo Vossi,

zwar nicht an der Ostsee, aber in Hamburg, kann ich auch nur empfehlen, die Brombeeren an ein Spalier zu binden. Leider kenne ich den Namen meiner dornenlosen Brombeere nicht (ich habe sie bereits 20 Jahre). Es ist eine Sorte, bei der die Beeren ziemlich spät reif werden. Und da ist die bei uns im Norden manchmal langanhaltende Feuchtigkeit (Schmuddelwetter) der Untergang meiner Früchte. Sie schimmeln schnell. Je freier und sonniger sie sind, desto besser trocknen sie ab und umso süßer sind die Früchte.

Liebe Grüße,
Christine
 
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fisalis
Gast
« Antworten #8 am: 03. Juni 2004, 08:46:39 »

Ich habe Th.R. je an einem sonnigen und an einem schattigen Standort. Im Schatten wurden die Pflanzen nur etwa halb so gross, und die Früchte reifen durchschnittlich zwei Wochen später, was aber auch den Vorteil einer längeren Ernteperiode hat. Die Schattenfrüchte sind aber deutlich weniger süss.

Mit Krankheiten hatte ich bisher offenbar Glück. Ich habe meine Brombeeren nun seit 7 Jahren, ohne dass ich - abgesehen von Schimmel bei sehr nassem Wetter - bisher Krankheitsschäden feststellen musste. Verholzte Ruten können am Sonnenstandort stellenweise gut und gerne einen Durchmesser von 4 cm erreichen. Die alten Ruten lasse ich allerdings auch nicht alle stehen, sondern nur noch die, welche der Stabilität meiner "Wand" dienen. An einer Stelle befindet sich sodann seit drei Jahren gut geschützt vor den Katzen ein Amselnest, da störe ich natürlich auch nicht.
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Vossi
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« Antworten #9 am: 04. Juni 2004, 09:41:40 »

Hallo !

Vielen Dank für die vielen Tipps und Links. Smiley
Habe mich sehr darüber gefreut.

Ich setze nun meine - inzwischen 3 - Brombeeren an einen Gartenzaun und lasse sie erst mal so wachsen ! Aber es besteht dort die Möglichkeit sie aufzubinden.
Nachgelesen habe ich noch einmal einige Artikel in meinen Gartenbüchern zur Kultur und Erziehung der Pflanzen.Fand ich ganz spannend, insbesondere weil ich Brombeere vorher nie als "Kulturpflanze" betrachtet habe.
Empfohlen wird immer die getrennte Erziehungsmethode, wobei Trageranken und Jungtriebe streng von einander getrennt werden.
Mithin werden in diesen Artikeln  immer Sorten als "stark bewehrt" empfohlen, die es bei mir auch gar nicht zu kaufen gibt. Unentschlossen
Also habe ich mir noch eine weitere Thornless Evergreen zugelegt, die aber ganz andere Blätter ( wie Fächerahorn ?) hat als mein erstes Exemplar Huch Wundertüte - Gartenmarkt  Zwinkernd

Regnerische Grüße von der Ostsee
Vossi
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